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Europäisches Nachrichtenmagazin für Eisenbahnfreunde

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LOK Report – News von Dienstag, 31.05.16

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report

Geschwärzt: Bundesregierung
setzte Bau von Stuttgart 21 durch

Absatzlinie
Weiterer Baustart für Ausbau
der Bahntrasse Berlin-Dresden

Absatzlinie

Wilde und nichtwilde Streiks
in Belgien und Frankreich

Absatzlinie

Neuer Franchising-Plan für UK

Absatzlinie
Fahrplanwechsel in der Schweiz
Willkommen beim LOK Report
Foto links: Elias Wolf

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Industrie

RechteckSiemens: Neue Controller-Generation für Bahnanwendungen

Zum neuen Angebot gehören die Advanced, Basic und Distributed Controller Siplus extreme Rail S7-1500, S7-1200 und ET 200SP sowie das Panel Siplus HMI KP300 Basic Rail zum Bedienen und Beobachten.
Siemens bringt neue Automatisierungs-Controller für Bahnanwendungen auf den Markt. Die bahngeprüften und -zugelassenen neuen Siplus extreme Rail-Geräte basieren auf der aktuellen Simatic S7-Steuerungsgeneration und sind speziell für die extremen Bedingungen im Schienenverkehr ausgelegt. Zum neuen Angebot gehören die Advanced, Basic und Distributed Controller Siplus extreme Rail S7-1500, S7-1200 und ET 200SP sowie das Panel Siplus HMI KP300 Basic Rail zum Bedienen und Beobachten. Die Geräte mit umfangreichen Zertifizierungen und notwendigen Bahn-Zulassungen (EN 15121, 45545, 50124, 50125 und 50155) sind im Zug oder am Gleisbett für vielfältige Automatisierungsaufgaben rund um die Schiene einsetzbar. Typische Anwendungen sind HVC(Heating Ventilation Climate)-Anlagen im Zug und Signalanlagen, Türantriebssysteme an Bahnsteigtüren oder Besandungsanlagen und Lichtsysteme im Betriebshof. Die neuen Siplus extreme Rail-Geräte lösen die bisherige Siplus S7-200 und -300-Technik ab.
Für Projektierung und Inbetriebnahme der neuen Siplus extreme Rail-Geräte nutzt der Anwender das Engineering Framework TIA Portal (Totally Integrated Automation), wie bei den Standard Simatic-Controllern. Dessen durchgängige Datenhaltung, praxisnahe Bibliothekskonzepte und einheitliche Bedienung unterstützen den Nutzer bei übergreifenden Funktionen. Mit dem abgestimmten System aus neuen Siplus extreme Rail-Geräten, Profinet-basierter Kommunikation und Engineering im TIA Portal erstellt der Anwender schnell und einfach effiziente Automatisierungslösungen für Bahnanwendungen.
Die neuen Siplus extreme Rail-Geräte sind von Grund auf für extreme Umgebungsbedingungen, wie Feuchtigkeit, aggressive Schadgase, Salze, Stäube und Störeinkopplungen, konzipiert und geprüft. Zusätzlich sind sie für die erhöhten Anforderungen bei Bahnanwendungen ausgelegt, etwa den "ortsveränderlichen" Einsatz im Zug. Dazu gehören der Test von Brandverhalten und Brandnebenerscheinungen bezüglich verwendeter Werkstoffe und die besondere Beschichtung der Elektronik gemäß EN 50155 per Conformal Coating. Die Temperaturklassen nach Norm erreichen produktspezifisch bei TX minus 40 bis plus 85 und bei T1 minus 25 bis plus 70 Grad Celsius. Jedes Siplus extreme Rail-Produkt durchläuft vor Auslieferung eine per Norm geforderte Isolationsprüfung zur Sicherstellung der Spannungsfestigkeit (Pressemeldung Siemens, 31.05.16).

RechteckVossloh: Bezugsangebot für Kapitalerhöhung
Der Vorstand der Vossloh Aktiengesellschaft hat am 24. Mai 2016 eine Kapitalerhöhung unter Gewährung des Bezugsrechts an bestehende Aktionäre der Gesellschaft beschlossen. Der Aufsichtsrat hat diesem Beschluss in seiner ordentlichen Sitzung am gleichen Tag zugestimmt.
Das Grundkapital der Gesellschaft wird durch Ausnutzung des vorhandenen genehmigten Kapitals von 37.825.168,86 EUR um 7.499.998,61 EUR (19,83 %) auf 45.325.167,47 EUR durch die Ausgabe von 2.642.147 Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von je rund 2,84 EUR gegen Bareinlage erhöht (die "Neuen Aktien"). Die Neuen Aktien werden rückwirkend ab 1. Januar 2016 gewinnanteilsberechtigt sein.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat heute den Wertpapier-Prospekt für die Neuen Aktien gebilligt; dieser dient ausschließlich der Börsenzulassung sowie dem Angebot der neuen Aktien an die Aktionäre der Vossloh Aktiengesellschaft und Bezugsrechtsinhaber in Deutschland und Luxemburg. Die Gesellschaft hat den Prospekt unmittelbar nach der Billigung auf ihrer Homepage veröffentlicht. Ebenso wurde das Bezugsangebot heute im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Bezugsfrist, während der die Aktionäre der Gesellschaft ihre Bezugsrechte ausüben können, beginnt am 31. Mai 2016 und wird voraussichtlich am 14. Juni 2016 enden (Pressemeldung Vossloh, 31.05.16).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBW: VCD fordert Übernahme der S21-Mehrkosten durch den Bund
Angesichts der nun belegten massiven Einflussnahme des Bundeskanzleramtes auf unternehmerische Entscheidungen der DB AG beim Projekt Stuttgart 21 fordert der Landesverband Baden-Württemberg des ökologischen Verkehrsclubs VCD die Übernahme der daraus resultierenden Verluste der DB AG von mindestens zwei Milliarden Euro durch den Bund:
„Im Hinblick auf die negativen Erfahrungen mit der Bundesbahn wollte man mit der Bahnreform gerade eine strikte Trennung zwischen wirtschaftlichem Handeln der Eisenbahn einerseits und Entscheidungen der Politik andererseits“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb: „Doch bei Stuttgart 21 wurde dieses Prinzip unzulässig ausgehebelt – der Aufsichtsrat entschied gegen die ökonomische Vernunft aus politischen Gründen für die Fortsetzung des für die DB AG unwirtschaftlichen Projektes.“
Die Folgen seien in ganz Deutschland sichtbar, beklagt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb: „Die Verluste bei Stuttgart 21 müssen an anderer Stelle ausgeglichen werden und führen so zu übertriebenen Sparmaßnahmen, mangelnder Wartung und Instandhaltung und in der Folge zu Verspätungen, Zugausfällen und nunmehr auch zur Aufgabe des Nachtzugverkehrs und starken Kürzungen im Güterverkehr.“
Die Bundesregierung müsse als Verursacherin der Misere die Verluste der DB AG aufgrund des Weiterbaus von Stuttgart 21 ausgleichen, um einerseits Verstöße gegen das Aktienrecht zu vermeiden und um andererseits die Glaubwürdigkeit politischen Handelns in der Verkehrspolitik wieder herzustellen, fordert der VCD Landesverband Baden-Württemberg (Pressemeldung VCD Baden-Württemberg, 31.05.16).

RechteckBrandenburg: Baustart für Ausbau der Bahntrasse Berlin-Dresden in Baruth/Mark
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Verkehrsministerin Kathrin Schneider, Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig und Bahnchef Rüdiger Grube haben die Bauarbeiten für den Ausbau der Strecke Berlin-Dresden im Abschnitt Wünsdorf-Waldstadt bis Hohenleipisch gestartet.
Kathrin Schneider: "Auf den Tag genau vor einem Jahr konnten wir den Tunnel unter der Dresdener Bahn in Rangsdorf für den Verkehr freigegeben, der einen Bahnübergang ersetzt hat. Die Beseitigung von Bahnübergängen ist eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau der Bahnstrecke. Die Trasse ist als Hochgeschwindigkeitsstrecke auch Bestandteil des Transeuropäischen Netzes (TEN) und von großer überregionaler Bedeutung für den Transport von Gütern zwischen den Häfen im Nord- und Ostseeraum bis zum Mittelmeer."
Bis Ende 2017 wird die Bahntrasse Berlin-Dresden auf 125 Kilometer ausgebaut. Für den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Bauabschnitt zwischen Wünsdorf-Waldstadt und Hohenleipisch wurden bereits drei Bahnübergänge im Land Brandenburg durch Brücken oder Tunnel ersetzt, mit dem Umbau von 18 weiteren wird nun begonnen. Davon betroffen sind 12 Kommunen in den Landkreisen Teltow-Fläming, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald. Ersetzt werden Bahnübergänge in Zossen, Baruth/Mark, Luckau, Sonnewalde, Doberlug-Kirchhain und Elsterwerda sowie in den Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Rangsdorf, Heideblick und in den Ämtern Unterspreewald, Plessa und Elsterland.
2014 hatte das Land beschlossen, finanzschwache Kommunen bei der Finanzierung ihres Anteils gemäß Eisenbahnkreuzungsgesetz zu unterstützen. Die Kommunen können danach einen erhöhten Fördersatz bis zu 90 Prozent anstatt 75 Prozent in Anspruch nehmen. "Damit unterstützen wir die Gemeinden bei diesem wichtigen Vorhaben. Das Eisenbahnkreuzungsrecht belastet einige Kommunen über ihre finanzielle Leistungsfähigkeit hinaus. Hier hilft die Ausnahmeregelung.", sagte Ministerin Schneider. (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, 31.05.16).

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LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

Rechteck25 Jahre Thüringer Eisenbahnverein



Am Wochenende feierte der Thüringer Eisenbahnverein im Zuge des 21. Großen Eisenbahnfestes im Eisenbahnmuseum Weimar sein 25-jähriges Bestehen mit der Präsentation von eigenen, Leihgaben und Gastloks aller drei Traktionsarten. Dampf, Diesel und Elektro. Auch einige alte Feuerwehrfahrzeuge wurden präsentiert. Die Führerstands Mitfahrten auf der Dampflok 52 8154 erfreuten sich großer Beliebtheit (Harald Becker, 31.05.16).

RechteckLegenden der Schiene beim Sommerfest am 18./19. Juni im DB Museum Koblenz
Am Wochenende 18. und 19. Juni 2016 lädt das DB Museum Koblenz zum traditionellen Sommerfest auf das Eisenbahngelände in Koblenz-Lützel ein. Höhepunkte sind das 60-jährige Jubiläum der "Einheitslokomotive" und eine Lokparade am 18. Juni gegen 14 Uhr mit mehr als 20 historischen Fahrzeugen. Einheitslokomotiven sind Elektrolokomotiven des deutschen Wirtschaftswunders, die ab dem Jahr 1952 von der Deutschen Bundesbahn nach einheitlichen Konstruktionsmerkmalen (Baukastenprinzip) und in großen Serien gefertigt wurden. Insgesamt 2.938 Elektrolokomotiven wurden für den Güter- und den Personenverkehr in Dienst gestellt, von denen einige Fahrzeuge heute noch immer im Einsatz sind.
Zum Sommerfest bietet das DB Museum Koblenz Pendelfahrten von bzw. zum Hauptbahnhof Koblenz an, so können Besucher das Auto zu Hause lassen. Am Sonntag, 19. Juni wird es eine Rundfahrt um Koblenz in einem Nahverkehrszug der 1960er Jahre geben – gezogen von einer der ältesten betriebsfähigen E-Loks 69 03 (Baujahr 1913).
Außerdem lädt der Nachbau des ersten deutschen "Adler"-Zuges zu Mitfahrten auf dem Museumsgelände ein und Besucher können auf einem Zugsimulator ihr Fachwissen testen und selbst einmal "Lok fahren". Rundgänge durch das Museum, Informations- und Verkaufsstände sowie ein gastronomisches Angebot runden das Programm ab.
Eine weitere Attraktion am 18. und 19. Juni sind Rundfahrten des DB Museums Koblenz mit dem TransEuropExpress (TEE). Der legendäre Reisezug fährt ein Stück seiner früheren Route von Koblenz über die rechte Rheinseite nach Köln, anschließend geht es über die linke Rheinschiene zurück zum Museum. Die Rundfahrten starten an beiden Tagen ab DB Museum um 08:50 Uhr (Ankunft 12:10 Uhr) und noch einmal um 16:55 Uhr (Ankunft 20:05 Uhr). An Bord gibt es ein gastronomisches Angebot (Pressemeldung Deutsche Bahn, 31.05.16).

RechteckMuseumsfahrzeuge in Vorarlberg

Am 29. Mai führte der Verein „Pro Bahn Vorarlberg“ mit seinem MBS-Triebwagen ET 10.104 einen Sonderzug von Lindau Hbf nach Seefeld in Tirol und zurück. Dieser Zug wurde von einem Vereinsmitglied anlässlich eines runden Geburtstags bestellt. Seitens Pro Bahn Vorarlberg wurde - als besondere Überraschung - ab Bludenz die historische 1020 042 des befreundeten Vereins „Historische Elektrolokomotiven Bludenz“ beigegeben. Die Fahrt verlief leider großteils bei bewölktem Wetter.
Lediglich bei einem Betriebshalt in der Ausweiche Martinswand ging sich ein Sonnenbild der beiden historischen Triebfahrzeuge aus (Verein Pro Bahn Vorarlberg, Markus Rabanser). Das Foto zeigt den Montafonerbahntriebwagen ET 10.104, der durch den Verein Pro Bahn Vorarlberg in Betrieb gehalten wird und die 1020 042 der Historischen Elektrolokomotiven Bludenz in der Ausweiche Martinswand bei der Rückfahrt von Seefeld nach Innsbruck Westbahnhof am 29. Mai 2016 (Markus Rabanser, 31.05.16).

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Tanago

Mit der Kamera notiert

RechteckBrenner

Lokomotive "Babsi" alias ÖBB 1116.078. Ihren Namenszug trägt sie leider nur auf einer Stirnseite (GK, 31.05.16).

RechteckMinden


115 509 vor PbZ 2453 Hamburg-Dortmund passiert Minden planmäßig um 13.41 Uhr, im Block danach liegt Gz Seelze-Osnabrück mit 143 295 (RBH 138) vor 155 063. Eigentlich eine der letzten Seelzer E40-Leistungen ...
185 418 von TX-Logistik und daneben auf Ausfahrt wartend 185 519 vor leerem Gleisschwellenzug, fotografiert in der Mindener Südausfahrt. MBK V6 (ex DB 216 014) rangiert Container-Wagen und daneben die RE6-Bereitstellung zur Fahrt nach Düsseldorf mit einer Ersatzgarnitur aus 2x 425 bestehend. Planmäßig verkehren Doppelstockwagenzüge mit BR 146.2 (Dr. Jochen Christoph, 31.05.16).

RechteckMit dem Rad in der Rhön bergab



Ein Ausflug mit dem Drahtesel von Gersfeld in der Rhön nach Hünfeld lässt den eisenbahnpolitischen Gedanken freien Lauf. Natürlich, denn es geht ja immerzu sanft bergab, und der Pedaleur hat so auch nicht viel zu arbeiten.
Da freut man sich zuerst einmal, dass es überhaupt auf der westlichen Seite der Rhön noch eine dieser ländlichen Erschließungsbahnen gibt, die zudem auch noch recht gut benutzt wird. Nicht nur von Radtouristen, die sich den Berg hinauf chauffieren lassen, sondern auch von Berufspendlern nach Fulda und Frankfurt.
Schon beim ersten Fotohalt mit Blick gen Osten erschließt sich das Kompliment an diese Landschaft: „weite Fernen“. Und es stellt sich die traurige Erinnerung ein, wie schön sich einst die andere Nebenbahn von Fulda herauf auf diese Höhen der Landschaft eingeschmiegt hatte: Die Linie Fulda-Hilders-Tann.
Ein verkehrspolitisch weitsichtiges Plädoyer für diese längst stillgelegte Nebenbahn hatte dereinst Berthold Seliger mit dem „Rhönexpress auf dem Abstellgleis“ vorgelegt. Und sein Buch mit einer ebenso sich ins Bild schwingenden Bahn-Linie vor Dorfkulisse aufgemacht hatte (von Christof Krackhardt fotografiert).
Wie ich durch die Blümchen aufs Gleis sinniere, geht mir wieder einmal durch den Kopf, was mit diesem einen Meter, dreiundvierzigeinhalb Zentimetern an regionaler Erschließung geleistet wurde, und dem Straßenverkehrswegebau nicht geopfert wurde.
Schade um den Rhönexpress, auch wenn wir demnächst auf dem dort auf seiner Trasse entstandenen Radweg einen mindestens ebenso schönen Teil des Biosphärenreservates erkunden werden: Auf der Bahntrasse von Götzenhof über Hofbieber nach Hilders, einschließlich des 1172 Meter langen Milseburgtunnels.
Offen bleibt noch die Frage, wie wir „hinauf“ kommen werden, denn kein VT 98 wird uns „prööt“ hinaufchauffieren. Was wir wohl im Tunnel träumen werden? Wie es wäre, wenn ein Rhönexpress hier führe, mit einer kräftigen Tenderlok und einer Handvoll Plattformwagen an den Wochenenden? Dann könnte man im Winter ja mal mit dem Schlitten wiederkommen, und vielleicht (es muss nicht immer Harz sein…) eine Woche bleiben? So oft das Wünschen auch verkehrspolitisch schon geholfen haben soll, hier bleibt wohl nur die sommerliche Radeltour!
Ein zweiter Wunsch an die Radtour erfüllte sich überhaupt nicht: Der Haunetalradweg von Fulda weiter Richtung Hünfeld. Da gab es weder das Flüsschen zu sehen, im Tal verlief der Weg auch nicht, der Weg war schlecht, und von der Eisenbahn weit und breit nichts zu sehen.
… Das Glanzlicht zum Schluss aber ist der mustergültig renovierte Bahnhof der Konrad-Zuse-Stadt Hünfeld. Mit vielen schönen Politikerfotos hessischer Regierendenprominenz in der Unterführung (Familie Beate und Dr. Klaus-Peter Lorenz, 31.05.16).

RechteckSchöna

Am Samstag den 28.5.2016 habe ich die Überführung in Schöna festgehalten. Bis Bad Schandau fuhr 103 222 und dort übernahm 372 014 ihn und fuhr nach Tschechien (Marcus Riediger, 31.05.16).

RechteckVogtland 2

185 031 abgestellt mit einem Frankenwaldumleiter in Werdau am 30.04.2016. Noch in ihren altem DB Farbkleid steht die EBS 241 353 an einem Getreidezug in Neumark. (Elias Wolf, 30.05.16).

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LOK Report 06/16

LOK Report Ausgabe 6/16

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Europa

RechteckBelgien: Wilde Streiks legen Belgien lahm
Der seit letztem Mittwoch (25.05.16) von den sozialistischen und christlichen Gewerkschaften CGSP Cheminots und CSC Transcom ausgerufene spontane Eisenbahner-Streik im wallonischen Teil Belgiens hat den Bahnverkehr bis heute Montagmorgen (30.05.16) weitgehend stillgelegt. Insbesondere durch nicht belegte Stellwerke waren die Auswirkungen sehr groß.
"In Wallonien ist der Verkehr fast zum Stillstand gekommen. Zusätzlich zu der Linie 162 zwischen Namur und Luxembourg, fielen die die Züge auf den Linien 42 zwischen Liège und Gouvy und 43 zwischen Liège und Marloie aus", verkündete eine Sprecherin der SNCB. Auf den Autobahnen bildeten sich als Folge Staus von insgesamt 460 km Länge, da die Bevölkerung ihre Arbeitsplätze in der hauptstadt nicht erreichte.
Der Streik wird voraussichtlich mindestens bis Dienstagabend dauern. Für den 31.05.16 war ein weiterer nationaler Streiktag angekündigt. Der Streik richtet sich gegen von der Regierung geplante Budgetkürzungen bei allen öffentlichen Diensten (Anhebung der Altersrente, kein Ersatz für Personal im Ruhestand, Einsparungen im Betrieb). Bei allen öffentlichen Verkehrsbetrieben (Stib, De Lijn, Tec und SNCB) ist mit Streikaktionen zu rechnen.
Die Überraschungsstreiks im wallonischen Teil des Landes haben nun zu politischen Streitigkeiten unter den Eisenbahnern und Politikern geführt. Der belgische Arbeitsminister Kris Peeters vertrat gegenüber der Zeitung Le Soir die Meinung, dass wilde Streiks bestraft werden müssten. Trotz dieser Warnung, betonte der Minister die Notwendigkeit des sozialen Dialogs, um die von der Bundesregierung durchgeführten die Reformen zu begleiten. Insbesondere forderte er das Management der SNCB auf, geschlossene Vereinbarungen mit den Eisenbahnern einzuhalten.
Auch der Präsident des flämischen Gewerkschaftsablegers der CGSP, Chris Reniers, kritisierte seine wallonischen Kollegen: "Wir haben Gesetze, die von allen respektiert werden müssen, von A bis Z. Dies ist nicht geschehen." (WKZ, Quelle Le Soir, 31.05.16).

RechteckFrankreich: Branchenvereinbarung der Eisenbahner ist unterschriftsreif
In den Verhandlungen über den sozialen Rahmen (cadre social) der Eisenbahner wurde am 26. Mai auf der 5. Sitzung der Nationalen Gemischten Kommission (Commission mixte paritaire nationale, CMPN) der finale Text für das Kapitel "Organisation der Arbeitszeit" in Gegenwart von sieben Gewerkschaften und der Union des öffentlichen Verkehrs (l'Union des transports publics, (UTP) beraten.
Die UTP brachte eine geänderte Fassung in die Sitzung ein, die insbesondere Verbes-serungen bezüglich der Ruhezeiten enthielt. Die endgültige Fassung des Textes sollte den Gewerkschaftsorganisationen am Montag, 30. Mai, zugestellt werden. Die Unterzeichnung ist für den Zeitraum vom 31.05 bis 08.16.2016 vorgesehen.
Claude Faucher, Generaldelegierter der UTP, interpretierte den Entwurf so: "Dieser Text ist nicht der, den die Gewerkschaften wollten. Er ist aber auch nicht der, den die Mitgliedsunternehmen der UTP wollten, aber er ist der beste Kompromiss, den wir finden konnten, um sicheren Verkehrsverbindungen für die Reisenden, der Gesundheit und Lebensqualität der Mitarbeiter und den wirtschaftlichen Anforderungen der Unternehmen gerecht werden." (WKZ, Quelle SNCF, 31.05.16).

RechteckFrankreich: Eine weitere Woche mit sozialen Unruhen
Am Montag, 30. Mai, startet eine neue Woche der sozialen Unruhen mit Streikaufrufen gegen das Arbeitsgesetz (Loi El Khomri), während der Beginn der für den öffentlichen Verkehr anspruchsvollen Euro-Meisterschaft im Fußball (10. Juni bis 10. Juli) immer näher rückt.
• SNCF: Die gegen das Gesetz aufgestellte Gewerkschaftvereinigung (CGT, FO, Solidaires, FSU, UNEF, FIDL, UNL) ruft zur "Verstärkung der Mobilisierung" vor dem Nationalen Aktionstag am 14. Juni auf. Diese wird sich insbesondere auf den Bereich Verkehr konzentrieren. Die vier repräsentativen SNCF-Gewerkschaften (CGT, UNSA, SUD-Rail, CFDT) werden ab Dienstag Abemd streiken. Die Gewerkschaften wollen Druck auf die SNCF ausüben, die offizieller Verkehrsträger der Euro ist. "Wir wollen nicht verhindern, dass die Menschen Fußball schauen können, aber auch die Regierung muss bereit sein, zu diskutieren. Alles liegt in ihren Händen", sagte CGT-Chef M. Martinez.
• RATP: Ab Donnerstag ruft die CGT "unbegrenzt" zum Streik bei den Verkehrsbetrieben RATP auf. SUD RATP hat bereits für einen unbefristeten Streik ab Beginn der Euro aufgerufen.
• Die gemäßigten CFDT-Cheminots haben am Montag (30. 05.16) nach Verkündung der neuen Vorschlägen zum sozialen Rahmen der Eisenbahner ihre Streikankündigung zurückgezogen. Einer Pressemeldung der CFDT zufolge sei das "Gleichgewicht nun erreicht". Die Gewerkschaft UNSA hält ihre Ankündigung aufrecht.
• Nach Berichten des Figaro sprechen sich 46% der Bevölkerung dafür aus, das Gesetz zurückzuziehen, 40% wollen es modifizieren und nur 13 % sind für das Gesetz. Allerdings: 67% haben eine schlechte Meinung von CGT-Generalsekretär Philippe Martinez. Dieser wolle vor allem, so heisst es, der Abnahme der Mitgliederzahlen seiner Gewerkschaft entgegen wirken (WKZ, Quelle Le Monde, Le Figaro, 31.05.16).

RechteckGroßbritannien: Neuer Rail-Franchising-Plan
Der britische Verkehrsminister Patrick McLoughlin hat am 26.05.16 vor dem Parlament den neuen Zeitplan für das Rail Franchising vorgestellt. Der ursprünglich im März 2013 veröffentlichte "Rail franchise schedule" ist nun mit den Daten vom Mai 2016 aktualisiert worden.
Während die in dieser Legislaturperiode neu vergebenen Franchises Northern und TransPennine Express im April 2016 an den Start gegangen sind, enthält der neue Zeitplan die Termine der noch dieses Jahr startenden Wettbewerbe InterCity West Coast, East Anglia, South Western, East Midlands und West Midlands (WKZ, Quelle DfT, 31.05.16).

RechteckSchweiz: Alpen-Initiative fordert Güter auf die Schiene
Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat auf, den Volksauftrag zu erfüllen und die Gütertransporte durch die Alpen auf die Schiene zu bringen. An der Mitgliederversammlung in Schwyz wurde eine entsprechende Resolution verabschiedet. Präsident Jon Pult: «Verkehrsministerin Doris Leuthard steht in der Pflicht. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Jetzt müssen die Güter auf die Schiene.»
In einer Woche weiht die Schweiz den Gotthard-Basistunnel ein. Damit hat es auf der Schiene mehr als genug Kapazität, um den alpenquerenden Güterverkehr zu bewältigen. Das Schweizer Volk hat 24 Milliarden in die NEAT investiert. Jetzt muss der Bundesrat dafür sorgen, dass sich der Tunnel bezahlt macht. Er muss auch dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger das erhalten, für was sie das Geld gesprochen haben: für die Verlagerung der Gütertransporte durch die Alpen. Das schont Mensch und Umwelt, spart Energie und macht den Verkehr auf der Gotthardachse sicherer.
«Der Gotthard-Basistunnel bringt einen Quantensprung im alpenquerenden Schienenverkehr. Da kann niemand behaupten, dass es jetzt nicht möglich ist, noch mehr Güter von der Strasse auf die Schiene zu bringen», sagt Jon Pult.
Eine repräsentative Umfrage hat Anfang 2016 gezeigt, dass 67 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer am sogenannten Verlagerungsziel festhalten wollen. Es verlangt, dass zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Gotthardbasistunnels maximal noch 650'000 Lastwagen pro Jahr durch die Schweizer Alpen fahren dürfen. Mit dem Basistunnel ist das Verlagerungsziel nun in Griffweite.
Die Alpen-Initiative fordert in ihrer Resolution unter anderem:
• Erhöhung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA);
• Verschärfung der Kontrollen von Lastwagen im Alpentransit;
• Konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lastwagenchauffeuren;
• Keine Aufweichung des Verlagerungsziels;
• Einhalten der Grenzwerte für Lärm- und Luftschadstoffe;
• Abschliessen der Verhandlungen mit der EU und den Alpenländern über eine Alpentransitbörse oder ein ebenso wirksames Verlagerungsinstrument.
Die Mitgliederversammlung verabschiedete die Resolution und bestätigte den Vorstand, angeführt von Präsident Jon Pult, im Amt (Pressemeldung Alpen-Initiative, 31.05.16).

RechteckSchweiz: Eröffnung Gotthard - Die Schweiz macht es Europa vor
Nach 17 Jahren Bauzeit wird am 1. Juni in der Schweiz der neue Gotthard-Basistunnel offiziell eingeweiht. Der mit einer Länge von 57 km längste Tunnel der Welt soll den alpenquerenden Güterverkehr auf der Schiene um bis zu 30% effizienter machen. Dazu erklärt Michael Cramer, Europa-Abgeordneter der Grünen/EFA und Vorsitzender des Verkehrsausschusses:
"Die Schweiz macht Europa einmal mehr vor, wie eine kluge und nachhaltige Verkehrspolitik aussieht. Mit dem Rückenwind erfolgreicher Volksentscheide arbeiten die Eidgenossen seit bald drei Jahrzehnten daran, den Schutz des Alpenraums und unseres Klimas mit den Mobilitätsbedürfnissen vereinbar zu machen.
Dazu setzen sie auf eine konsequente Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Der Gotthard-Tunnel ist das sichtbarste Zeichen der vorbildlichen Schweizer Verkehrspolitik und eine Investition in die Zukunft ganz Europas.
Und auch die Verlagerung der Finanzierung von der Straße auf die Schiene ist vorbildlich. Das Geld für den Tunnel machte nämlich die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) möglich, die auf allen Straßen und für alle LKW ab 3,5 Tonnen gilt. Sie ist dreimal so hoch wie in Deutschland, wo sie nur auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen gilt und nur für LKW ab 7,5 Tonnen.
Der Verkehr auf dem wichtigsten Eisenbahnkorridor zwischen Rotterdam und Genua wird durch den neuen Tunnel deutlich attraktiver, denn die Züge - Personen- und Güterzüge - können künftig schneller, energiesparender und mit mehr Ladung unterwegs sein.
Leider kann der neue Tunnel seine Stärken auf viele Jahre hin nicht voll ausspielen, weil sowohl Italien als auch Deutschland die Zulaufstrecken im Norden und Süden nicht wie vereinbart ausgebaut haben. Obwohl bereits 1996 im Abkommen von Lugano klare Abmachungen getroffen wurden, soll der Ausbau auf deutscher Seite zwischen Karlsruhe und Basel erst 2041 abgeschlossen sein.
Und die italienische Regierung will zwar Milliardenausgaben für Konkurrenzprojekte nach Österreich (Brenner-Basistunnel) und Frankreich (Basistunnel Lyon-Turin) machen, lässt die Anbindung des Gotthard-Tunnels jedoch auf ihrem Staatsgebiet mit 140 Millionen Franken durch die Schweiz finanzieren.
Dabei ist es für Italien kein Problem, eine Kostensteigerung für Lyon-Turin von 12 auf 26 Mrd Euro zu akzeptieren, wodurch statt drei danach lediglich fünf Züge pro Tag (!) verkehren werden. Das ist eine Schande für Europa! Anstatt Milliarden von Euro in immer neue Großprojekte zu stecken, die bestenfalls in Jahrzehnten fertiggestellt werden können, sollten die Regierungen und die EU die bestmögliche Integration des neuen Gotthard-Tunnels in das europäische Netz als oberste Priorität konsequent angehen." (Pressemeldung Michael Cramer, 31.05.16).

RechteckSchweiz: Fahrplanwechsel am 11. Dezember
Der diesjährige Fahrplanwechsel am 11. Dezember wird ganz im Zeichen des Gotthards stehen. Mit der Eröffnung des neuen Gotthardtunnels verkürzt sich die Reisezeit auf der Nord-Süd-Achse. Auf der Bergstrecke wird ein neues, touristisches Angebot gefahren. In den einzelnen Regionen kommt es zu kleineren Veränderungen und Verbesserungen. Im Güterverkehr erneuert SBB Cargo das Angebots- und Produktionskonzept. Ab Ende 2016 verkürzen sich die Reisezeiten von Norden nach Süden dank des neuen Gotthardtunnels in einem ersten Schritt um rund 30 Minuten.
Nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels kommen weitere Fahrzeitverkürzungen dazu. Voraussichtlich Ende 2020 profitieren somit die Kundinnen und Kunden zwischen der Deutschschweiz und Italien vom vollen Reisezeitgewinn von rund 60 Minuten, ins Südtessin reist man rund 45 Minuten schneller als heute. Ab Ende 2020 fahren die Züge zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin halbstündlich statt stündlich und zwischen Zürich und Mailand stündlich statt zweistündlich.
Neben der neuen Strecke durch den Gotthard-Basistunnel wird die SBB auch künftig die bisherige Bergstrecke betreiben und einen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung des Tourismus in der Region St. Gotthard leisten. Geplant ist ein stündliches Angebot mit RegioExpress-Zügen von TILO mit Anschlüssen an den Fernverkehr in Erstfeld, Bellinzona und Lugano. Die Interregio-Züge ab Basel und Zürich sollen künftig bis Erstfeld fahren. Neu ergeben sich Direktverbindungen aus der Gotthard-Region und der Leventina bis Lugano, Mendrisio und Chiasso, zudem hält der RegioExpress neu in Lavorgo und Ambrì Piotta. An Wochenenden, an denen die touristische Nachfrage hoch ist, sollen einzelne Interregio-Züge bis Göschenen verlängert werden, mit Anschlüssen an die Matterhorn-Gotthard-Bahn nach Andermatt.
Von April bis Oktober verkehrt an Wochenenden und Feiertagen ein InterRegio von Zürich nach Bellinzona über die Bergstrecke und zurück. Diese Direktverbindung bietet sehr attraktive Fahrzeiten für Velofahrer und Wanderer. Als weiteres Angebot gibt es den «Gotthard Panorama Express»: darin erleben die Reisenden von Frühling bis Herbst Inszenierungen zu Sehenswürdigkeiten, zur Geschichte der Region und zum Mythos Gotthard.
Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnel bedeutet nebst den Verbesserungen im Personenverkehr auch mehr Trassen für den Güterverkehr. Heute können täglich 160 Güterzüge auf der Nord-Süd-Achse Gotthard verkehren, ab 11. Dezember 2016 liegt die Kapazität bei täglich 210 Zügen.
Gleichzeitig modernisiert SBB Cargo im Wagenladungsverkehr gemeinsam mit den Kunden ihr Angebots- und Produktionskonzept. Die Unternehmung leistet mit einem Anteil von 25 Prozent an der gesamten Transportleistung Strasse/Schiene einen hohen Beitrag für die Logistikkette der Schweizer Unternehmen. Der Wagenladungsverkehr ist und bleibt ein strategisches Kerngeschäft, der mittels zwei Bausteinen nachhaltig gestärkt wird: Durch neu drei Verarbeitungsphasen in den Rangierbahnhöfen verteilen sich die heutigen Kapazitäten auf 24 Stunden statt auf wenige Spitzen. Ausserdem kann die Bahninfrastruktur besser genutzt werden. Gleichzeitig führt SBB Cargo per Fahrplanwechsel ein Buchungssystem für die Kunden ein, mit dem konkrete Abhol- und Zustellzeiten gebucht und verbindlich zugesagt werden können (Pressemeldung SBB, 31.05.16).

RechteckSchweiz: Pro Bahn übt Kritik am Fahrplanwechsel
Richtung Süden wird die Reise durch den Gotthard-Basistunnel um 30 Minuten verkürzt, so die Mitteilung der SBB zum Fahrplanangebot ab 11.Dezember 2016. Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs freut sich über diese Verbesserung – allerdings bleiben in Bezug auf Gotthard dicke Wermutstropfen.
Zum einen hat sich dort der Betrieb immer noch nicht stabilisiert, dies trotz millionenschweren Investitionen ins Rollmaterial. Wenn die SBB wollen, dass die Bevölkerung den Zug in den Süden benutzt, muss dieser Mangel endlich einmal behoben werden. Pro Bahn Schweiz hofft nicht nur darauf, sondern fordert endlich einmal griffige Massnahmen.
Zum andern kann das für die Gotthard-Bergstrecke sogenannte touristische Angebot einmal mehr nicht anders als lieblos bezeichnet werden. Mit Touristik hat dies nichts zu tun, denn es wird nur eine S- Bahn Linie von Bellinzona nach Erstfeld verlängert, wobei Vorortstriebzüge eingesetzt werden, zwar mit grossen Fenstern, dafür mit einer einzigen Toilette (keine wenn defekt), ohne Zugsbegleitung und Minibar, dafür mit vermindertem Komfort in der ersten Klasse und dies notabene zum gleichen Preis. Für die Benutzung dieser Züge ist in jedem Fall Umsteigen in Erstfeld angesagt, was für die Deutschschweizer Bevölkerung eine weitere Verschlechterung und Fahrzeitverlängerung darstellt. Die angebotenen Zusatzzüge kaschieren dies zwar ein wenig - die Verschlechterung aber bleibt. Es ist unerklärlich, weshalb die Aufsichtsbehörden ein Konzept zugelassen haben, das klar den Vorgaben von Bahn 2000 widerspricht, welches unter anderem auch direkte Verbindungen vorsah. Hier werden sie gekappt.
Mit Genugtuung darf aber vermerkt werden, dass in den anderen Landesteilen doch auf Kundenbedürfnisse reagiert wird und Verbesserungen realisiert werden. Das sei an dieser Stelle ausdrücklich anerkannt. So wird auf der Linie Basel – Biel ein Zug frühmorgens verstärkt. Auch hier sei aber die Frage nach der Einhaltung des Konzepts Bahn 2000 gestellt. Früher fuhren diese Züge nach Lausanne weiter und ermöglichten auch der Bevölkerung des Kantons Jura schnelle und umsteigefreie Fahrten in die Romandie. Heute ist dies nur mit Umsteigen möglich.
Trotz der Anerkennung der Verbesserung des neuen Fahrplans findet es Pro Bahn Schweiz bedenklich, wenn bewusst ein bewährtes Konzept verlassen wird und einzelne Landesteile nur noch mit Umsteigen erreicht werden können (Pressemeldung Pro Bahn Schweiz, 31.05.16).

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