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LOK Report – News von Mittwoch, 29.06.16

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Willkommen beim LOK Report

Disy, Pöyry und SoundPLAN
starten Lärmkartierung für EBA

Absatzlinie
Land und Vereine fordern
Ausbau der Gäubahn

Absatzlinie
Die ungeliebte Straßenbahn-
linie 4 in Dessau

Absatzlinie
HS2: Kritik vom Rechnungshof
und Verzögerung durch Brexit

Absatzlinie
LTE nimmt erste Traxx Last Mile
für Österreich in Betrieb

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Martin Kubík

LOK Report aktuell

Update 13.00:

RechteckSchweden: Transportstyrelsen entzieht Lizenz von Skandinaviska Jernbanor AB
Die nationalen Eisenbahnbehörde Transportstyrelsen hat heute (29.06.16) mitgeteilt, der Eisenbahngesellschaft Skandinaviska Jernbanor AB die Sicherheitsbescheinigungen Teil A und Teil B entzogen zu haben. Als Grund werden schwere Mängel in dem Sicherheits-managementsystem des Unternehmens genannt. Der Rückruf gilt ab dem 05.07.16 und bedeutet, dass Skandinaviska Jernbanor AB ab diesem Zeitpunkt keine Züge mehr fahren darf.
Skandinaviska Jernbanor AB hat die erforderlichen Zertifikate A und B im Jahr 2011 erhalten und betreibt mit dem "Blå Tåget" Personenverkehr auf der Strecke Göteborg - Stockholm - Uppsala.
Im Jahr 2012 fand die erste Aufsicht durch Transportstyrelsen statt, auf der eine Reihe von Diskrepanzen im Sicherheitsmanagementsystem bemängelt wurden. Das Unternehmen erhielt die Anweisung, diese abzustellen, um ihre Geschäfte fortsetzen zu können. Die nächste Überwachung erfolgte im Jahr 2014. Es wurde eine Reihe von Unstimmigkeiten gefunden, die weitgehend die gleichen waren, wie im Jahr 2012. Skandinaviska Jernbanor präsentierte einen Aktionsplan zur Behebung der Mängel, unter anderem die Ablösung von Teilen der Unternehmensführung.
Im Zusammenhang mit dem Antrag auf eine Verlängerung der Lizenzen wurde Anfang Juni dieses Jahres eine zusätzliche Aufsicht durchgeführt. Auch bei dieser letzten Kontrolle wurde eine Reihe schwerwiegender Mängel im Sicherheitsmanagementsystem gefunden, zum Teil die gleichen Mängel wie bei früheren Inspektionen. So gibt es keine angemessene Kontrolle der Ausbildung, Fähigkeiten, Gesundheit und Zuständigkeiten der Personale und es fehlt ein Risikomanagement zur Überwachung der Sicherheit.
Jede dieser Abweichungen an sich ist kein Grund für den Entzug der Zertifikate des Unternehmens, aber sie zeigen in ihrer Gesamtheit wiederkehrende und schwerwiegende Mängel im Sicherheitssystem, was den Widerruf begründet.
RechteckPeter Schmidt, Geschäftsführer von Skandinaviska Jernbanor AB, hat am 29.06.16 eine Stellungsnahme zum Entzug der Lizenz abgegeben: "Wir sind von der Entscheidung überrascht und werden umgehend Widerspruch einlegen. SKJB hat seit einer langen Zeit erhebliche Verbesserungen zur Einhaltung der Sicherheit unternommen und nie irgendwelche ernsthaften Vorfälle zu verzeichnen. Wir sind zuversichtlich, dass die getroffenen Maßnahmen sowohl in Bezug auf den tatsächlichen Betrieb als auch auf das Management des Unternehmens dazu führen werden, dass Transportstyrelsen die Entscheidung überdenkt." (WKZ, Bengt Dahlberg, Quelle Transportstyrelsen, 29.06.16).

RechteckBayern: Länderbahn soll Zuschlag "Gotteszell – Viechtach" erhalten
Die Länderbahn GmbH DLB soll ab 12. September den Probebetrieb auf der Bahnstrecke Gotteszell – Viechtach übernehmen. Das ist das Ergebnis des freihändigen Vergabeverfahrens der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Bayern plant, finanziert und kontrolliert. Da es sich vorliegend um eine Direktvergabe handelt, schreibt die EU-Verordnung 1370/2007 vor, dass eine Überkompensationsprüfung des Angebotspreises durchzuführen ist. Nach Abschluss dieser – durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgenommenen – Prüfung kann der endgültige Zuschlag voraussichtlich Ende Juli 2016 vergeben werden.
Die 25 Kilometer lange Strecke zweigt in Gotteszell von der Waldbahn zwischen Plattling und Zwiesel ab und bedient die Gemeinden Ruhmannsfelden, Patersdorf, Teisnach, Geiersthal und Viechtach. Bereits zum Schulbeginn nach den bayerischen Sommerferien 2016 tritt der Verkehrsvertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren in Kraft. Ziel des Probebetriebs ist es festzustellen, ob für diese Linie ein Fahrgastpotenzial von 1.000 Personenkilometern pro Kilometer betriebener Strecke erreicht werden kann. Ist dies der Fall, steht nach Ende des zweijährigen Probebetriebs eine Fortsetzung im Regelbetrieb in Aussicht. Wird dieses Kriterium des Freistaates verfehlt, wird der Betrieb zum 11.09.2018 enden. Der Leistungsumfang beträgt etwa 290.000 Zugkilometer pro Jahr.
Den Bürgern und Besuchern von Viechtach, Geiersthal, Teisnach, Patersdorf und Ruhmannsfelden werden ab dem 12. September jeden Tag in dichtem Takt optimale Bahnverbindungen nach ganz Bayern und darüber hinaus zur Verfügung stehen. Die BEG hat ein Fahrplanangebot von circa 5 bis 20 Uhr grundsätzlich im Stundentakt bestellt. Lediglich an Sonn- und Feiertagen in den Vormittagsstunden verkehren die Züge nur alle zwei Stunden, ebenso in den späten Abendstunden ab 20 Uhr. An den Wochenenden gibt es Zugfahrten bis weit nach Mitternacht, interessant vor allem für Nachtschwärmer zu den Nachtlokalen am neuen Haltepunkt Teisnach-Technologiecampus sowie für Fernreisende, die erst spät in Plattling ankommen. Einzelne Zugfahrten in den Morgenstunden sowie mittags weichen vom exakten Stundentakt ab, um den Schülern des Schulstandortes Viechtach passende Fahrmöglichkeiten zu bieten. In Gotteszell bestehen ganztägig gute Umsteigemöglichkeiten am gleichen Bahnsteig direkt gegenüber zu den Zügen der Waldbahn Richtung Plattling und Zwiesel. Einzelne Haltepunkte werden nur bei Bedarf bedient. Fahrgäste müssen sich also rechtzeitig auf dem Bahnsteig bemerkbar machen bzw. im Zug den Ausstiegs­wunsch melden.
Zum Einsatz kommen fünf moderne, niederflurige Gebrauchtfahrzeuge des Typs Regio-Shuttle der Firma Stadler.
Um den Fahrgästen angemessenen Komfort und Service zu bieten, stellt die BEG hohe Anforderungen hinsichtlich Pünktlichkeit, Anschlusssicherung, Sauberkeit und Serviceorientierung. Die Züge werden mindestens zu 50 Prozent mit einem Zugbegleiter besetzt sein. Die Sitzplatzkapazitäten werden entsprechend der erwarteten Nachfrage – vor allem im Schülerverkehr – angeboten. Zwingend ist auch das Einspeisen von Echtzeitdaten in das "durchgängige elektronische Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungssystem" (DEFAS) der BEG. Die Auskünfte werden im BEG-eigenen Auskunftsportal, dem Bayern-Fahrplan – sowohl auf www.bayern-fahrplan.de als auch in der Bayern-Fahrplan-App – als Fahrgastinformationen zur Verfügung gestellt. Abweichungen von den vertraglich vereinbarten Leistungen werden durch Entgeltminderungen bestraft.
Die Bahnstrecke Gotteszell – Viechtach, die derzeit nur von wenigen Ausflugszügen im Sommer und für Überführungsfahrten in die Werkstatt der Länderbahn in Viechtach genutzt wird, wird für den Probebetrieb im Stundentakt ertüchtigt. Hierzu wird ein Zugleitbetrieb eingerichtet, der vorsieht, dass sich die Züge auf der eingleisigen Strecke am Bahnhof Teisnach begegnen. Die zulässige Geschwindigkeit und die Bahnübergänge auf der Strecke verbleiben im Status quo. Insgesamt werden sieben Stationen ertüchtigt und der Haltepunkt Teisnach-Technologiecampus provisorisch neu errichtet. Mit Ausnahme der Station Ruhmannsfelden, wo es die örtlichen Gegebenheiten nicht zulassen, erhalten die Bahnsteige eine Länge von 75 Metern, sodass bei entsprechender Nachfrage auch drei gekuppelte Fahrzeuge vom Typ Regio-Shuttle verkehren können. Die Stationen der Länderbahn sollen, wenn nicht vorhanden, eine feste Bahnsteigoberfläche, ein Wartehäuschen und eine Beleuchtung erhalten. Die Fahrplanauskunft an den Stationen erfolgt per Aushang (Pressemeldung BAG, 29.06.16).

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckBMVI: Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik des BMVI geht an Bremerhaven
Bundesminister Alexander Dobrindt hat am Dienstag anlässlich der Nationalen Konferenz Güterverkehr und Logistik in Neuss den Hochschulpreis für Güterverkehr und Logistik 2016 vergeben. Ausgezeichnet wurde die Hochschule Bremerhaven. Den Preis nahmen der Rektor der Hochschule, Professor Peter Ritzenhoff, und der Direktor des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik, Professor Frank Arendt, entgegen.
Der Hochschulpreis 2016 stand unter dem Motto "Risikobewältigung und widerstandsfähige Logistikketten". Dobrindt: Der Hochschulpreis leistet einen wichtigen Beitrag für die Nachwuchsförderung im Logistikbereich. Ohne seine exzellent ausgebildeten Fachkräfte wäre Deutschland nicht Logistikweltmeister.
Die Hochschule Bremerhaven wird insbesondere für ihr herausragendes Angebot in Lehre und Forschung im Bereich Risikobewältigung und widerstandsfähige Logistikketten prämiert - ein Thema, das auf dem stark globalisierten Logistikmarkt mehr denn je von Bedeutung ist.
Der Preis des BMVI wird für herausragende Lehrangebote deutscher Hochschulen im Bereich Logistik verliehen. Ziel ist es, das deutsche Hochschulangebot im Bereich Güterverkehr und Logistik zu stärken und damit Nachwuchskräfte für das Studium der Logistik zu werben. Der Preis wurde in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben.
Bisherige Preisträger waren die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die Hochschule Heilbronn, Studienschwerpunkt Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik und das Fachgebiet Logistik der Fakultät Wirtschaft und Management der Technischen Universität Berlin
(Pressemeldung BMVI, 29.06.16).

RechteckDer 11. Deutsche Nahverkehrstag war ein voller Erfolg


Vom 1.- 3. Juni 2016 fand der 11. Deutsche Nahverkehrstag in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz statt. Mit über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus fünf verschiedenen Ländern war die Veranstaltung für alle Beteiligten ein großer Erfolg.
Die drei Tage waren gefüllt mit spannenden Vorträgen und Diskussionsrunden zum Motto "Die Entdeckung des Fahrgastes". Eine begleitende Fachmesse bot ausreichend Gelegenheit, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und neue brancheninterne Kontakte zu knüpfen.
Alle Besucherinnen und Besucher der Messe hatten die Möglichkeit, die verschiedenen Stände und deren Angebote zu bewerten. Die meisten Punkte erhielt dabei die Hessische Landesbahn, der wir herzlich gratulieren!
An der Aktion beteiligten sich zahlreiche Gäste, aus denen sechs Gewinner ermittelt wurden, die per E-Mail benachrichtigt werden. Alle Vorträge und Bilder zu der Veranstaltung zum Nachlesen gibt es online unter: www.deutschernahverkehrstag.de
(Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, 29.06.16).

RechteckEVG: Höhere Trassengebühren für den Fernverkehr?
Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner hat für den kommenden Montag eine große Protestkundgebung vor dem Bundesverkehrsministerium angekündigt. "Wir rufen nicht nur unsere Kolleginnen und Kollegen, sondern auch die Öffentlichkeit auf, mit uns gegen die Pläne der Politik zu demonstrieren, den Schienenfernverkehr in Deutschland kaputt zu machen", sagte Kirchner.
Bereits am darauffolgenden Dienstag wird sich der Verkehrsausschuss mit dem Regulierungsgesetz befassen, am Donnerstag und Freitag, 7. und 8. Juli, der Bundestag. Vorgesehen ist, dass der Fernverkehr künftig einen überproportional steigenden Anteil an der Schienenmaut tragen soll.
Denn: Die Länder wollen Steigerungen der Trassenpreisen nur noch in der Höhe der Dynamisierung der Regionalisierungsmittel tragen. Der darüber hinaus schießende Anteil soll einseitig dem Schienenpersonenfernverkehr aufgebürdet werden.
"Nach unseren Berechnungen führt dies zu einer Mehrbelastung des Schienenpersonen-fernverkehrs von 2,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030, das ist überhaupt nicht machbar", stellte der EVG-Vorsitzende fest. Schon heute sei der Fernverkehr kaum noch in der Lage, Preissteigerungen aus eigenen Erlösen zu erwirtschaften. "Die Folgen werden Streckenstilllegungen, Angebotskürzungen und Arbeitsplatzabbau sein", betonte Kirchner. Und das nicht nur im Fernverkehr, sondern in der Folge auch in vielen anderen Bereichen des Unternehmens.
"Dagegen wehren wir uns massiv und rufen alle Bahnreisenden auf, und bei unserer Protestaktion am kommenden Montag vor dem Bundesverkehrsministerium zu unterstützen", so Kirchner.
Zudem forderte Kirchner einen radikalen Kurswechsel in der Verkehrspolitik. Die Benachteiligung müsse endlich beendet werden. Teil dieser Benachteiligung sei, dass die Schiene viel mehr Kosten Schultern müsse, als die Straße. "Der Fernbus zahlt überhaupt keine Maut, für den LKW wurde sie gesenkt, aber die Schiene soll nun weitere ungerechtfertigte Belastungen tragen - das machen wir nicht mit", so Kirchner.
"So lange die Politik keine fairen Wettbewerbsbedingungen für die Schiene schafft, fordern wir die Halbierung der Trassenpreise. Wir müssen die Schiene billiger machen", so Kirchner. Der Schiene falle es zunehmend schwerer, sich aus sich selbst zu finanzieren. "Luft- und Straßenverkehr werden nach wie vor vom Bund bevorzugt und indirekt subventioniert, das muss aus Gründen der Wettbewerbsgleichheit auch für die Schiene gelten, so Kirchner. Deshalb müsse sich der Bund langfristig verpflichten, einen Anteil an der Finanzierung der Schieneninfrastruktur zu zahlen. "Aus dieser politischen Verantwortung werden wir die Politik nicht entlassen", machte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner deutlich (Pressemeldung EVG, 29.06.16).

Industrie

RechteckDeutsche Bahn: Mietvertrag für "Baltic Sea Gate" bis 2024 verlängert
Neue Runde für eine erfolgreiche Partnerschaft: DB Schenker und Rostock Port haben die Fortsetzung ihrer strategischen Zusammenarbeit beschlossen. Der Mietvertrag für das 11.000 Quadratmeter große Umschlagszentrum "Baltic Sea Gate" im Hafen Rostock wurde von den Partnern jetzt bis zum Jahr 2024 verlängert.
"Für uns als Top-Anbieter von Verkehren nach Skandinavien, Russland und ins Baltikum spielt der Überseehafen Rostock eine bedeutende Rolle", sagt Ewald Kaiser, Vorstand Landverkehr und CEO Region Europe der Schenker AG, "vor allem das hervorragende Angebot an multimodalen Möglichkeiten am Hafen Rostock war für uns ausschlaggebend für die Standortentscheidung." Gunnar Scholtz, Leiter der für Rostock zuständigen DB Schenker Geschäftsstelle in Güstrow, ergänzt: "Das ‚Baltic Sea Gate' und das nahe gelegene Intermodale Terminal bieten ideale Voraussetzungen für weitere positive Entwicklungen."
"Der Rostocker Hafen ist einer der wachstumsstärksten Häfen Deutschlands und des Ostseeraumes und mittlerweile größter deutscher Ostseehafen. Insbesondere der Fähr- und Ro/Ro-Verkehr hat sich in den letzten Jahren als Wachstumstreiber der Entwicklung erwiesen. Die Stärkung der Logistikfunktion im Hafen sowie der Ausbau des Kombinierten Ladungsverkehrs sind einige der Ziele der strategischen Hafenentwicklung. Und so freuen wir uns, dass mit DB Schenker einer der Top-Logistikanbieter der Welt nicht nur entscheidend zu dieser positiven Entwicklung beigetragen hat, sondern durch die langfristige Bindung an den Hafenstandort diese Ziele auch in Zukunft unterstützt", sagt Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH (Pressemeldung Deutsche Bahn, 29.06.16).

RechteckDisy, Pöyry und SoundPLAN: Strategische Lärmkartierung für das EBA

Gleisgeometrie, Schallschutzwände, Gebäude- und Geländemodell werden benötigt, damit der Umgebungslärm berechnet und am Ende in Lärmkarten visualisiert werden kann.


Die Disy Spatial Workbench arbeitet nach dem Grundprinzip, dass die Daten so lange wie möglich in der Datenbank gehalten werden. In der Disy Spatial Workbench sind über 300 PL- und SQL-Algorithmen, Java-Code, GeoTools und viel Experten-Know-how zusammengefasst.

Im Auftrag des Eisenbahn-Bundesamtes und unter Leitung der Disy Informationssysteme GmbH führt das Konsortium der Firmen Disy, Pöyry und SoundPLAN bis Mitte 2017 die strategische Umgebungslärmkartierung durch. Bis zu diesem Zeitpunkt muss gemäß EU-Richtlinie die dritte Runde der strategischen Umgebungslärmkartierung nicht nur für die Hauptschienenwege der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch EU-weit für alle Hauptverkehrsträger abgeschlossen sein. Das Großprojekt beinhaltet nicht nur die Lärmberechnung, sondern auch ein komplexes Datenmanagement zur Prüfung, Bereinigung und Homogenisierung einer riesigen Datenmenge als Basis für die Berechnung der Lärmausbereitung. Die in diesem Projekt entstehenden bundesweiten Lärmkarten sind Grundlage der Lärmaktionsplanung.
„Komplexer geht es kaum“, sagt Disy-Projektleiter Markus Beck über das Großprojekt, für das er seit November 2015 verantwortlich ist. Auftraggeber ist das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), das die Aufsicht über 38.000 Kilometer Schienenwege in ganz Deutschland hat, auf denen jährlich über 2 Milliarden Fahrgäste befördert und über 300 Millionen Tonnen Güter transportiert werden. Auftragsgegenstand ist die strategische Kartierung des dabei entstehenden Lärms. „Die Zahlen zeigen die Dimension des Projekts. Und wir sind stolz, zum dritten Mal in Folge eine europaweite Ausschreibung im Zusammenhang mit der strategischen Lärmkartierung nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie in der Zuständigkeit des EBA gewonnen zu haben.“
Eine besondere Herausforderung liegt in der schier unvorstellbar großen und heterogenen Datenmenge, die verarbeitet werden muss. „Das sind zum einen Daten zur Eisenbahninfrastruktur, wie Gleisanlagen, Bahnhöfe, Schallschutzwände und Fahrplandaten der Deutschen Bahn, zum anderen aber auch Gebäude-, Gelände- und Landschaftsmodelle, Nutzungsinformationen und Einwohnerdaten aus Beständen verschiedener Bundesbehörden wie dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, dem Statistischen Bundesamt, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie aus den einzelnen Ländern“, erklärt Markus Beck. Diese Daten stammen nicht nur aus verschiedenen Quellen, sondern sie liegen auch in unterschiedlichen Formaten, Qualitäten und räumlichen Darstellungen vor. Diese müssen miteinander in Beziehung gebracht und gegeneinander verifiziert werden, damit am Ende die Lärmkarten berechnet werden können.
Die Disy Informationssysteme GmbH hat bereits bei Vorgängerprojekten des EBA gezeigt, dass das Unternehmen neben der fachlichen Expertise zur Lösungskonzeption und Datenaufbereitung auch über die nötigen Kompetenzen verfügt, die Gesamtumsetzung der strategischen Lärmkartierung innerhalb eines bewährten Konsortiums mit den drei Partnern Disy, Pöyry und SoundPLAN zu koordinieren.
Die Prüfung der Eingangsdaten wurde zum größten Teil vom Projektpartner Pöyry Deutschland GmbH übernommen, einem Consulting- und Engineering-Unternehmen mit großem Erfahrungsschatz im Bereich Verkehrsinfrastrukturplanung, das seit 2007 in allen Stufen der strategischen Lärmkartierung in unterschiedlichen Rollen mitgewirkt hat. Aufbauend auf den ausgewerteten Fahrplandaten und den konsolidierten Hauptfahrgleisen erzeugt Pöyry algorithmisch die sogenannte „akustische Schiene”, ein 4D-Geometrieobjekt, das alle schallrelevanten Parameter vereint. Auf Basis dieser und weiterer Bahndaten, des digitalen Geländemodells und der Gebäude- und Einwohnerdaten führt Pöyry die Qualitätssicherung der schalltechnischen Ausbreitungsrechnungen durch.
Parallel dazu konzipiert entwickelt und implementiert Disy den Prozess der Datenaufbereitung, welcher die vielfältigen Ausgangsdaten in eine homogene, für die strategische Lärmkartierung weiterverarbeitbare Form überführt. Das Ergebnis ist das Schalltechnische Modell (StM), welches die Basis für die Lärmausbreitungsberechnung bildet. „Auch bei der Erstellung des StM gibt es einige konzeptionelle Herausforderungen zu meistern“, sagt Markus Beck. „Ziel ist es hier zum Beispiel, alle Gleise, die von Außenstehenden als zusammengehörig wahrgenommen werden, zu einem gemeinsamen Verkehrsweg zusammenzufassen – und das über automatisierte Rechenprozesse. Dafür haben wir mit der Disy Spatial Workbench ein Konzept zur datenbankgestützten Geodatenaufbereitung geschaffen, das sich auch auf andere Aufgabenstellungen übertragen lässt.“
Die eigentliche Berechnung der Lärmausbreitung erfolgt auf Grundlage des Schalltechnischen Modells (StM). Dazu stellt Disy die Datenbank mit dem StM zur Verfügung, auf dessen Basis der dritte Projektpartner – das Ingenieurbüro SoundPLAN GmbH mit Schwerpunkt im Bereich Lärmschutz – die Lärmausbreitung berechnet. Vorab führt SoundPLAN die sogenannte Trassenbereinigung durch, bei der die akustische Schiene in das aufbereitete digitale Geländemodell eingerechnet wird. Für die Lärmausbreitungsberechnung kommt die von SoundPLAN hergestellte, gleichnamige, weltweit eingesetzte Modellierungssoftware SoundPLAN zum Einsatz, welche Lösungen für alle Facetten der Schallausbreitung anbietet.
Mitte 2017, wenn alle Berechnungen abgeschlossen sind, werden die Ergebnisse in Form von bundesweiten Rasterlärmkarten, Gebäudelärmkarten und diversen Tabellen von Disy final aufbereitet und an das EBA übergeben. Durch die Meldung dieser Daten an das Umweltbundesamt und nachfolgend die EU-Kommission sowie durch die Information der Öffentlichkeit mittels eines Kartendienstes kommt das EBA der gesetzlichen Verpflichtung aus der EU-Umgebungslärmrichtlinie nach, wonach alle EU-Mitgliedsstaaten eine entsprechende strategische Lärmkartierung durchführen und die Ergebnisse berichten müssen. Gleichzeitig verfügt das EBA damit über eine solide Basis für die weitergehende Lärmaktionsplanung
(Pressemeldung Disy, Pöyry und SoundPLAN, 29.06.16).

RechteckKatkin: Lok- und Personaleinsatzplanung vernetzt

Die catkin GmbH, Anbieter des gleichnamigen Portals für die unternehmensübergreifende Auftragskommunikation, bietet mit der Integration der Eisenbahnsoftware "LocoPlan" eine Komplettlösung für die Güterverkehrsplanung und -steuerung auf der Schiene. Die Anbindung ermöglicht es, auch Kunden, Dienstleister und mobile Mitarbeiter einzubeziehen. Ein vereinfachter und klar strukturierter Informationsfluss durch die vernetzte Auftragsabwicklung in Echtzeit ist die Folge. Die Software wurde vom Hersteller proLOGiT in den letzten Jahren vollständig überarbeitet. Als erster Kunde hat die RBH Logistics GmbH das rundum erneuerte "LocoPlan"-Release erfolgreich in Betrieb genommen.
"LocoPlan", eine grafisch orientierte Software für die Ressourcenplanung und das Monitoring schienengebundener Transportnetzwerke, ist eine Eigenentwicklung der Dortmunder proLOGiT GmbH. Das speziell auf die Anforderungen mittlerer und kleiner Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zugeschnittene Softwarepaket unterstützt die Disposition von Zügen beziehungsweise Fahrtauträgen auf Lokomotiven. Interaktive Balkendiagramme ermöglichen eine übersichtliche Planung in einer Multi-User-Umgebung. Visualisiert werden die Verfügbarkeit von Loks und deren Auslastung sowie etwaige Orts- und Zeitkonflikte. "Planungsfehler, wie etwa Mehrfachverplanungen, oder Anschlusskonflikte sind auf Anhieb erkennbar und können unmittelbar ausgeschlossen werden", sagt proLOGiT-Geschäftsführer Geert-Jan Gorter, Erhöhte Transparenz helfe Fehler zu vermeiden, sorge für eine verbesserte Auslastung und erhöhe die Qualität der Fahrt- und Ressourcenplanung insgesamt.
Über die Kopplung an das catkin-Portal werden nun auch Kunden und Dienstleister sowie sämtliche mobilen Mitarbeiter in den Planungsprozess integriert. "In Verbindung mit der dynamischen catkin Smartphone-App lässt sich dann auch eine vereinheitlichte, unternehmensübergreifende Auftragsabwicklung realisieren", betont Gorter. Kommunikations- und Koordinationsprobleme, die in arbeitsteiligen Prozessen eher die Regel als eine Ausnahme sind, gehören der Vergangenheit an. Aufwändiges Telefonieren entfällt ebenso wie kaum zu überschauende E-Mails, Notizen, Faxe und sonstige Papiere. Es existiert nur noch ein System für alle Arten von Aufträgen.
"Vor dem Hintergrund der digitalen Vernetzung, der sich auch oder gerade Unternehmen aus dem Bereich der Transportlogistik nicht verschließen dürfen, ergänzt sich das Angebot von catkin und proLOGiT in hervorragender Weise", sagt Christian Krüger, Geschäftsführer der ebenfalls in Dortmund ansässigen catkin GmbH. Eine offene Enterprise-Architektur schaffe die Voraussetzungen für ad-hoc-Vernetzungen, integrierte Web-Services und durchgängige Transparenz. Das systematische Management von mobilen Ressourcen auf Personal- und Maschinenebene helfe, die Effizienz in arbeitsteiligen Prozessen zu steigern und Kosten für alle Beteiligten zu senken.
"In der modernen, digitalen Welt wird die reibungslose Kollaboration immer wichtiger, für Unternehmen, Mensch und Maschine, aber auch für Softwareanwendungen. Das bedeutet, dass das Zeitalter großer, monolithischer Inselsysteme zu Ende geht und durch kleinere, vernetzte Spezialsysteme abgelöst wird" ergänzt Geert-Jan Gorter. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Betriebsrisiko bleibe kontrollierbar, Wachstum und Änderungen des Geschäftsmodells könnten auf Seiten der Software durch Skalierung und Moduländerungen begleitet werden. "Jedes größere Unternehmen weiß davon zu berichten, mit welchen Kosten und Kopfschmerzen die Ablösung eines Systems einhergeht, welches seine Wurzeln manchmal noch in den 80er Jahren hat", führt Gorter weiter aus. LocoPlan wurde deshalb klar mit dem Fokus performanter Ressourcenplanung und Steuerung für den operativen Eisenbahnbetrieb positioniert. "Für zentrale Abrechnungssysteme – es gibt viele gute auf dem Markt - werden Leistungsdaten bereitgestellt, LocoPlan verzichtet genau aus den genannten Gründen auf ein integriertes Abrechnungsmodul."
"LocoPlan" wurde auf Basis eines Enterprise Application Servers neu entwickelt und kann jetzt unter anderem über einfache Hardwaredimensionierung dynamisch mit dem Unternehmen wachsen. Die standardisierte SOAP- und REST-Webservice-Architektur ermöglicht die Kommunikation mit anderen Anwendungen, wie z.B. Datawarehouse, zentrale Abrechnung oder Internetapplikationen. Weitere Eigenschaften sind die performante synchrone Echtzeitanzeige von interaktiven Planungs- und Steuerungsdiagrammen bei beliebig vielen Usern und ein verbessertes Sicherheits- und Berechtigungssystem. Die Mandantenfähigkeit erlaubt den benutzerdefinierten Zugriff auf Transport- und Personaleinsatzleistungen sowie die Verwendung gemeinsamer Ressourcenpools für Loks und Personal.
Über ein Zusatzmodul ist in "LocoPlan" auch die Verplanung von Waggons und Ladung möglich. Kapazitätsplanungen auf Relationen lassen sich in Echtzeit vornehmen. Dabei werden zur Verfügung stehende Waggons verschiedenen Wagengruppen zugeordnet und der Rundlauf geplant. Parallel können zugewiesene Ladungen auf einzelne Waggonpositionen verteilt werden, etwa bei der Übernahme von Waggons. Über die Kopplung mit den Lokfahrten wird zudem das Tracking der Ladeeinheiten realisiert. Die Anbindung mobiler Apps an das LocoPlan-Modul, wie etwa "cWAGONCHECK" für wagentechnische Untersuchungen, erfolgt wiederum über das catkin-Portal. Da die catkin-Plattform im Sinne einer Logistik 4.0 bewusst neutral aufgestellt ist, kann die Wagenmeister-App jedoch auch ganz pragmatisch mit Excel oder anderen Planungsanwendungen in der Leitstelle kommunizieren (Pressemeldung catkin GmbH, 29.06.16).

RechteckMotley Fool: Brexit lässt Aktienkurs von Genesee & Wyoming sinken
Die Finanzgurus des Börsenbriefs Motley Fool´s fragen sich, ob der Brexit die regionalen Bahnbetreiber in den USA beeinträchtigt. Der Kurs von Genesee & Wyoming (NYSE: GWR) sank am Freitag, dem Tag nach dem Brexit, um 10,7%. Sie fielen damit weiter, als die im Rest des Eisenbahnsektors. Kansas City Southern (NYSE: KSU) fiel am Freitag nur um 4,4%, Union Pacific (NYSE: UNP) sank um 3,7%. Kansas City Southern und Union Pacific haben keine direkte Ausdehnung nach Europa oder Großbritannien.
Genesee & Wyoming, auf der anderen Seite, hat im vergangenen Jahr mit der Übernahme von Freightliner seine Tätigkeiten auf Europa ausgeweitet, die 10% des jährlichen operativen Ergebnisses aus dem Euro-Raum erwirtschaften. Vor dieser Transaktion war das Engagement des Unternehmens in Europa minimal.
Hinzu kommt, das Genesee & Wyoming für das britische und europäische Segment ein starkes zweites Halbjahr erwartet hat. Allerdings könnte diese Erwartung verhindert werden, wenn die Wirtschaft der Eurozone aufgrund der Unsicherheit durch die Brexit-Abstimmung geschwächt wird (WKZ, Quelle Motley Fool´s, 29.06.16).

RechteckMTU: Motor des Typs 16V 4000 R43R für Einsatz in Afrika geeignet

Rolls-Royce zeigt auf Afrikas größter Bahnmesse und -konferenz Africa Rail vom 28. bis 29. Juni in Johannesburg die Bahnantriebs- und Servicelösungen von MTU. Auf Stand H2 in der Haupthalle wird ein Motor des Typs 16V 4000 R43R gezeigt. Produkte von MTU treiben seit mehr als 90 Jahren Schienenfahrzeuge an. Die Marke MTU ist Teil von Rolls-Royce Power Systems.
Andrea Nono, Geschäftsführerin von MTU Südafrika, sagt: "Afrika ist ein sehr wichtiger Markt für uns. Wir sind stolz, mit unseren leistungsstärksten Lokomotivmotoren an einem der größten Transportinfrastrukturprojekte in Südafrika beteiligt zu sein." Rolls-Royce liefert insgesamt 232 MTU-Motoren des Typs 20V 4000 R63L mit einer Leistung von 3.300 Kilowatt für neue Güterlokomotiven des südafrikanischen Betreibers Transnet Freight Rail. Die Lokomotiven der Class 45 wurden von der chinesischen Firma CRRC entwickelt, dem größten Schienenfahrzeughersteller der Welt. Die ersten beiden Lokomotiven werden derzeit von China nach Südafrika verschifft. Lediglich die ersten 20 Lokomotiven werden in China gebaut, die restlichen 212 werden in Südafrika montiert. Dasselbe gilt für die MTU-Lokomotivmotoren: Die ersten 20 Motoren werden komplett in Friedrichshafen produziert. Die weiteren 212 Motoren werden als Bausätze an MTU Südafrika geliefert und dort endmontiert, lackiert und getestet. MTU Südafrika erneuert derzeit seine Werksanlage, um diese neuen Fertigungstätigkeiten ausführen zu können.
Der ausgestellte MTU-Motor des Typs 16V 4000 R43R leistet 2.000 Kilowatt und ist hervorragend geeignet für die Verwendung in Lokomotiven in ganz Afrika - in schweren Rangierlokomotiven ebenso wie im Fracht- und Passagierverkehr auf verschiedenen Spurbreiten. Seit 1996 wurden mehr als 2.500 Bahnmotoren der MTU-Baureihe 4000 in alle Welt verkauft - sie haben seitdem ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unter härtesten Bedingungen auf allen Kontinenten unter Beweis gestellt.
Abgerundet wird das Portfolio von MTU durch das Serviceprogramm "MTU ValueCare" mit passgenauen Wartungslösungen, Originalersatzteilen und grunderneuerten Produkten. MTU ValueCare Serviceprodukte sorgen für maximale Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz über den gesamten Produktlebenszyklus. MTU verfügt über mehr als 1.200 Service-Standorte weltweit, welche für individuellen Support sorgen
(Pressemeldung MTU, 29.06.16).

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Aus den Ländern

RechteckBW: Verkehrsministerium und Interessenverband fordern Ausbau der Gäubahn
Die Forderung nach einer Aufnahme des Ausbaus der Gäubahn in den "Vordringlichen Bedarf" des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) erhoben das Verkehrsministerium und der Interessenverband Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn gemeinsam bei einem Treffen, zu dem der Vorsitzende des Verbands, Justizminister Guido Wolf MdL, den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Norbert Barthle MdB sowie Landesverkehrsminister Winfried Hermann eingeladen hatte. "Die Gäubahn ist alles andere als eine Regionalbahn. Sie verbindet Stuttgart mit Zürich und im Weiteren mit Mailand. Man kann also mit Recht von einer trans-europäischen Eisenbahnverbindung sprechen", mit diesen Worten unterstrich Prof. Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Verkehrsministerium, in Vertretung von Minister Hermann die Forderung an den Bund.
Zu Beginn des Treffens überreichte Geschäftsführer Rainer Kaufmann dem Staatssekretär Norbert Barthle die Stellungnahmen von knapp 50 Anliegern der Gäubahn. Sie fordern durchweg den unverzüglichen Ausbau der Strecke. Staatssekretär Barthle betonte, dass über den Ausbau der Gäubahn noch nicht entschieden worden sei. Vielmehr bestünde sehr wohl die Möglichkeit, dass Projekte wie etwa der Gäubahnausbau aus dem sogenannten "Potentiellen Bedarf" in den "Vordringlichen Bedarf" als der Stufe mit höchster Priorität aufgenommen werden können. Hierfür stünden insgesamt rund 7 Milliarden Euro zur Verfügung. Allerdings müssten vorher alle für eine gesamtwirtschaftliche Bewertung erforderlichen Unterlagen vorliegen.
Über den Status der Gäubahn im Bundesverkehrswegeplan kann Ende August weiter beraten werden. Obwohl die Schieneninfrastruktur Bundesaufgabe ist, hat das Land Baden-Württemberg ein Gutachten in Auftrag gegeben. Damit wird untersucht, wie die im Vertrag von Lugano zwischen Deutschland und der Schweiz vereinbarte Fahrzeitverkürzung auf deutlich unter drei Stunden auch nach dem Rückzug der Deutschen Bahn aus der Neigetechnik erreicht werden kann. Wenn Ende 2016 abschließend über den BVWP im Bund entschieden wird, kann dieses Gutachten nach Überzeugung der Gesprächsteilnehmer mitberücksichtigt werden. Mit Blick auf den alten BVWP, in dem der Gäubahnausbau bereits im Vordringlichen Bedarf enthalten war, forderte der Vorsitzende des Interessenverbands ein Festhalten an dem Ziel von schnellen IC-Verbindungen auf der Achse Nürnberg-Stuttgart-Zürich mit optimalen Anschlüssen nach Berlin und Norditalien. "Die Anwohner entlang der Strecke erwarten nach all den gemachten Versprechungen jetzt endlich klare Fakten zum Gäubahnausbau", so Justizminister Guido Wolf.
Da sich die Deutsche Bahn aus der in anderen Ländern mit großem Erfolg eingesetzten Neigetechnik zurück gezogen hat, suchte das Verkehrsministerium Baden-Württemberg nach Alternativen. In Gesprächen mit der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) sei klar geworden, dass der Einsatz von schweizerischen Neigetechnik-Zügen auf der Strecke der Gäubahn durchaus eine Option sein könne, berichtete Prof. Lahl. Staatssekretär Barthle bestätigte, dass der Bund im Verkehrswegeplan für die Gäubahn ein "anbieterneutrales Verkehrskonzept" verfolge, also nicht allein die Interessen der DB AG im Auge habe. "Wir suchen eine einvernehmliche Lösung mit dem Bund und der Bahn. Doch klar ist, dass ein deutlicher Reisezeitgewinn und komfortable Anschlüsse in den Zielbahnhöfen zu vertretbaren Kosten nur mit der Neigetechnik möglich sind", so Prof. Lahl abschließend (Pressemeldung Verkehrsministerium und Interessenverband Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn, 29.06.16).

RechteckBW: VCD unterstützt gemeinsame Forderung, Gäubahn-Ausbau voranzubringen
Der ökologische Verkehrsclub VCD unterstützt die Forderung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und der Anrainerkommunen, den Ausbau der internationalen Bahnlinie Stuttgart - Zürich - Mailand (Gäubahn) durch die Aufnahme in den ‚Vordringlichen Bedarf’ des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 endlich voranzubringen.
Seit nunmehr zwei Jahrzehnten warten die betroffenen Gemeinden und die Schweiz darauf, dass der Vertrag von Lugano umgesetzt werde, kritisiert Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender.
Matthias Lieb: Es sei bezeichnend für die Verkehrspolitik des Bundes, dass 20 Jahre nach dem Vertrag von Lugano, in dem sich die Schweiz und Deutschland zum Ausbau der Zubringerstrecken zum Gotthardtunnel verständigt hätten, in Deutschland noch nicht einmal Klarheit bestünde, wie die damals vereinbarten Fahrzeiten auf der Gäubahn überhaupt erreicht werden könnten. „
Zwei Jahrzehnte später und auf Veranlassung nicht des zuständigen Bundes, sondern des Landes Baden-Württemberg, soll ein Gutachten die Ausbauerfordernisse für die Gäubahn aufzeigen beklagt der VCD-Landesvorsitzende das Desinteresse des Bundes an einer leistungsfähigen Schieneninfrastruktur im Südwesten.
Auch der Ausbau der Rheintalbahn – ebenso im Vertrag von Lugano festgehalten – sei vom Bund in den letzten Jahren stiefmütterlich behandelt worden, so der VCD. Zu Zeiten des Vertragsschlusses 1996 konnte man von Stuttgart aus umsteigefrei ins Tessin, nach Mailand und zur italienischen Riviera per Bahn gelangen, blickt der VCD zurück. Heute müsse man dafür mehrfach Umsteigen und sei nicht schneller unterwegs. „
Im Dezember dieses Jahres werden die Fernzüge planmäßig durch den Gotthard-Basistunnel fahren, doch von Stuttgart aus sind die Zugverbindungen nach Italien so schlecht wie nie, kritisiert Matthias Lieb das Fehlen eines internationalen Verkehrskonzeptes auf der Schiene. Deshalb begrüße der VCD die Überlegungen der Schweizerischen Bundesbahn zum Einsatz von Neigetechnik-Zügen auf der Gäubahn (Pressemeldung VCD, 29.06.16).

RechteckBrandenburg: Blockheizkraftwerk der NEB in Basdorf geht in Betrieb
Energieeffizienz ist schon lange kein Trendthema mehr, sondern eine Notwendigkeit für nachhaltiges Handeln. Mit diesem Hintergrund nimmt die Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) am 28. Juni 2016 ihr Blockheizkraftwerk (BHK) am Werkstattstandort in Basdorf in Betrieb. Mit dieser Maßnahme positioniert sich die NEB klar für eine nachhaltige, effiziente und umweltfreundliche Energieversorgung.
Die neue erdgasbetriebene Anlage arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und deckt mit einer Leistung von 33 kW elektrisch und 67 kW thermisch die wärmeseitige Grundlast (Heizung und Warmwasser) nahezu vollständig ab. Der Gasmotor liefert die mechanische Energie, die den Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die Abgaswärme und die Motorabwärme werden über Wärmetauscher ausgekoppelt und als Nutzwärme angeschlossenen Verbrauchern zur Verfügung gestellt. Die NEB verwendet also die Nutzwärme zur Beheizung ihrer Werkstatt und der Büroräume sowie zur Warmwassererzeugung.
Das BHK erzeugt, bei durchschnittlich 5.000 Betriebsstunden jährlich, rund 150.000 Kilowattstunden Strom, überwiegend für den Eigenverbrauch in der Werkstatt sowie teilweise zur Einspeisung in das öffentliche Netz. Im Vergleich zur herkömmlichen Energieversorgung, bei der rund 70 Prozent der eingesetzten Primärenergie als Energieverluste nicht genutzt werden, bleiben bei der dezentralen Energieerzeugung mit einem Blockheizkraftwerk nur etwa 10 Prozent ungenutzt. Somit wird jährlich eine nicht unerhebliche Menge von ca. 36.000 kg klimaschädliches CO2 eingespart.
Neben den ökologischen, birgt das BHK auch ökonomische Vorteile für die NEB, denn die dezentrale Energieerzeugung reduziert zum einen die Kosten für den Strombezug aus dem öffentlichen Netz, steigert zum anderen die Autonomie gegenüber Energielieferanten und erhöht so die Unabhängigkeit von steigenden Energiekosten. Außerdem wird der Strom dort produziert, wo er auch genutzt wird, was wiederum die Netze schont und den volkswirtschaftlichen Nutzen erhöht.
Bereits im Dezember des vergangenen Jahres wurden in enger Zusammenarbeit mit dem in Berlin ansässigen Büro der MBG GmbH die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für die zügige Umsetzung dieses Vorhabens geschaffen. Nach dem Start der Baumaßnahmen ab Februar 2016, dem Aufstellen aller Komponenten des BHK im März 2016 sowie dem Feinjustieren der Anlage im Mai dieses Jahres, geht das BHK nun am 28. Juni 2016 in Betrieb. Planung, Installation und Betreuung der Anlage hat die NEB AG der BHK-Systeme GmbH aus Berlin übertragen. Insgesamt wurden von der NEB für die Umsetzung des Projektes gut 100.000 € investiert (Pressemeldung NEB, 29.06.16).

RechteckSachsen-Anhalt: Straßenbahn Dessau

In Dessau wird gemäß des neuen Nahverkehrsplans kurzfristig ab dem 3.7.2016 der Straßenbahnabschnitt Klughardtstraße - Kreuzbergstraße eingestellt. Damit entfällt nicht nur die Linie 4, sondern auch ein noch relativ junger Streckenabschnitt - die Strecke zur Endstelle Kreuzbergstraße wurde am 1.5.1987 eröffnet - des ohnehin nicht gerade ausgedehnten Straßenbahnnetzes von Dessau.
Bereits 2010 war die Einstellung im Gespräch. Die Linie 4 Hauptbahnhof –- Kreuzbergstraße verkehrt nur von Montag bis Freitag von 6 bis 19 Uhr alle 30 Minuten, in den Früh- und Abendstunden sowie am Samstag bedient dagegen die Linie 1 durch eine Stichfahrt den Streckenast zur Kreuzbergstraße mit. An Sonn- und Feiertagen ruht der Betrieb auf dem Ast gänzlich.
Zwar ist die Einstellung aufgrund schwacher Besetzungszahlen nachvollziehbar, jedoch planerisch auch teilweise hausgemacht: der Abzweig liegt viel zu weit südlich. Mit dem Parallelverkehr der Buslinie 12, welche die Straßenbahn künftig ersetzen wird, sind unter heutigen Bedingungen keine vollen Bahnen auf dem kurzen Stück zu erwarten. Eine neue Schwimmhalle wird jetzt auch dorthin gebaut, wo die Gleise eigentlich sinnvoll wären, in die Ludwigshafener Straße. Dort wird gemäß dem neuen Nahverkehrsplan künftig die Buslinie 20 verkehren, welche die bisherigen Linien 16 und 20 miteinander verknüpft und ersetzen wird. Die so entstehende Durchmesserlinie wird dann von Roßlau bis Mosigkau führen. Ob sie, wie kritische Stimmen meinen, auch Fahrgäste von den Straßenbahnlinien 1 und 3 abzieht, wird sich zeigen.
Ein Satz im neuen Nahverkehrsplan der Stadt Dessau-Roßlau lässt aufhorchen, so sei "die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Straßenbahneinsatzes im ÖPNV der Stadt Dessau-Roßlau in den Jahren 2023/24 zu überprüfen." Ein dort bei gleichbleibendem Modal-Split angenommener Rückgang der ÖV-Nachfrage um 11,6 % bis 2026 sowie die Annahme einer Zunahme des Motorisierungsgrads um 4 % bilden ein wenig positives Szenario.
Langfristig wünschenswert wäre vielmehr eine dauerhafte Perspektive pro Straßenbahn, die der heutigen Gestalt der seit 2007 existierenden fusionierten Stadt Dessau-Roßlau gerecht wird, noch bestehende massive strukturelle städtebauliche Defizite der (DDR-) Vergangenheit beseitigt und die im Grunde sehr chancenreiche Lage der Stadt zwischen den beiden Ballungsräumen Berlin und Leipzig ausnutzt.
Es stellt sich die Frage, ob das gegenwärtige städtische Leitbild der Verinselung förderlich und zukunftsfähig ist, oder gerade in einer schrumpfenden Stadt und Region nicht ein schrittweiser Ausbau des Straßenbahnnetzes über Dessau-Nord nach Dessau-Roßlau, nach Törten, Kochstedt und Ziebigk von Vorteil wäre (Hans-Jürgen Schulz, 29.06.16).

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IGE Werrabahn Eisenach

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckKuckucksbähnel Neustadt/W



Am Sonntag ging es mit dem Dampfzug des Kuckuckbähnel von Neustadt an der Weinstraße nach Lambrecht und dann weiter durchs ziemlich zu gewachsene Elmsteiner Tal nach Elmstein zum dortigen Musikfest des Musikverein Elmstein. Gezogen wurde der Museumszug von der Tenderdampflok "Speyerbach" (Harald Becker, 29.06.16).

RechteckMuseumseisenbahn Hamm



Am letzten Wochenende im Juni veranstaltete die Museumseisenbahn Hamm wieder ihr Streckenfest. Zwischen Lippborg-Heintrop und Welver-Ramesohl verkehrten die Dampflok RADBOD und die Diesellok D52 mit einem Personenzug aus Donnerbüchsen. Im Güterschuppen gab es Kaffee und Kuchen und am Bahnsteig Leckeres vom Grill. Am nahegelegenen Haltepunkt Bünninghausen konnte man auch einige Traktoren zu besichtigen (Matthias Rawe, 29.06.16).

RechteckVogtland

Der SETG-Vectron 193 247 mit dem Containerzug DGS 95218 Wiesau-Hof-Hamburg wurde am 24.06.2016 in Langenhessen aufgenommen. Bei Gospersgrün wurde der SETG Vectron 193 821 mit dem Containerzug DGS 52627 Hamburg-Hof-Wiesau am 25.06.2016 fotografiert (Elias Wolf, 29.06.16).

RechteckZubrnice



Ab Most (Brüx) fuhr ich mit dem Zug nach Ústí nad Labem-západ (Aussig/Elbe,WestBhf), dann mit OBus und Bus-Linie 9 zum Bahnhof Ústí nad Labem-Střekov (Aussig-Schreckenstein). Am Bhf Ústí-západ ist eine Bahnhofgastätte in Betrieb, hier gibt es Bier von Faß der Braurei Velké Březno. Vor dem Bahnhof Ústí-Střekov nahm ich das Mittagessen im alten Hotel "Slavie" ein.
Um 11 50 Uhr fuhr ich mit Tw M 131.1280 zur Museumeisenbahn Velké Březno (Grosspriesen) - Zubrnice (Saubernitz). Die Strecke ist im Betrieb am Sa und So bis Oktober, die Tageskarte kostet 130,- Kč. Am Bhf Zubrnice ist ein kleines Eisenbahnmuseum mit alter Fahrleitung.
Aus Zubrnice bin ich zu Fuß an der Strecke nach Malé Březno gegangen und dann mit dem Zug nach Velké Žernoseky. In Velké Žernoseky (Gross Tschernosek) sind Weingärten, ich probiere dort Wein.
Aus Velké Žernoseky fuhr ich mit der Fähre nach Malé Žernoseky zum Hp der Strecke KBS 090.
Die Fotos zeigen: Bhf Zubrnice, Dorf Zubrnice, Hp Leština, Hp Malé Březno nad Labem -zastávka und Elbe-Fähre in Malé Žernoseky. (Martin Kubík, 29.06.16).

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LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Mit der Kamera notiert

RechteckBrenner



Am Sonntagmittag 26. Juni hielten drei EU 43 von RTC am alten Lokschuppen des Bf Brenner Siesta: 002 in der bisher bekannten Lackierung, 008 als blaues Zebra und 006 als rotes Zebra. Da hatte es noch nicht geregnet.
Bei beginnendem Regen kamen die Teilnehmer der Transalp-Etappe Imst - Brixen (später weiter bis Riva ) über die Grenze, außerdem diverse motorisierte Attraktionen (GK, 29.06.16).

RechteckPößneck

203-28 (92 80 1203 003-9 D-SWT) und 203-29 (92 80 1203 013-8 D-SWT) zu sehen mit dem Stahlzug von Könitz nach Cheb/CZ, hier der Zug bei Pößneck am 27.06.16 (Alexander Hertel, 29.06.16).

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Bahnberufe

Europa

RechteckEU: Serbiens Weg in die EU
Am 27. Juni 2016 wurde über den Stand und die Perspektiven der EU-Beitrittsverhandlungen Serbiens mit einer hochkarätig besetzten Runde bei Lansky, Ganzger + Partner diskutiert. Unter der Moderation von Wolfgang Petritsch, Topdiplomat, Balkanexperte und LGP Of Counsel debattierten Experten über Chancen und Risiken des serbischen EU-Beitritts. Gerade die aktuelle Entscheidung Großbritanniens zum Austritt aus der EU vergangene Woche wurde von den Teilnehmern zum Anlass genommen, über die Möglichkeiten einer erfolgreichen europäischen Integration Serbiens zu diskutieren.
Der Präsident des Senat der Wirtschaft Serbien, Ivan Gros, präsentierte die beeindruckenden Wirtschaftsdaten Serbiens: Ein – weit über den Prognosen liegendes – Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent, und ein florierender Außenhandel, vor allem mit der EU: Mit knapp 64 Prozent ist die EU der wichtigste Handelspartner Serbiens, davon ist Deutschland der größte, Österreich bereits der zweitgrößte Handelspartner in Europa. Aber auch mit China wurden in den letzten Jahren intensive Wirtschaftsbeziehungen geknüpft.
Aleksandar Vlahovic, Präsident der Vereinigung serbischer Wirtschaftsmanager und Vorstandsmitglied bzw. Aufsichtsrat bei Erste Bank Serbien und der Wiener Städtischen Versicherung in Belgrad, verwies auf die Budgetkonsolidierung Serbiens seit 2014. Die Befürchtungen, der konsequente Sparkurs der Regierung werde das Wachstum bremsen, habe sich nicht bewahrheitet, so Vlahovic, im Gegenteil: Konsum und Industrieproduktion hätten angezogen, Serbien sei wirtschaftlich auf einem sehr guten Weg, das Außenhandelsdefizit sei von 17 und rund 10 Prozent des BIP gesunken.
Für Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ist die Integration des Westbalkan die dritte große europäische Herausforderung, nach dem Friedensprojekt EU und dem Fall des Eisernen Vorhangs. Gusenbauer: 
"Die EU muss sich dieser Herausforderung stellen." Serbien sei mit einem Durchschnittseinkommen von 400 Euro im Monat mit gut ausgebildeten Arbeitskräften ein guter Platz für Investitionen. Gusenbauer nannte drei Bereiche, die für Serbien vielversprechend seien: "Erstens die Bildung eines Autoclusters nach dem slowakischen Vorbild, zweitens die Agrarindustrie und drittens, auf Grund der geographischen Lage Serbiens, Logistik und Infrastruktur für den Bahn- und Autogüterverkehr." Allerdings, so Gusenbauer, müsse sichergestellt sein, dass Serbien ein funktionierender Rechtsstaat sei; und das Verhältnis zum Nachbarn Kroatien müsse geklärt sein.
Auch der stellvertretende Präsident der WKO, Christoph Matznetter, sieht in Serbien "den Tigerstaat" Südosteuropas. Der Unternehmer Hanno Soravia berichtete indes über seine Erfahrungen als langjähriger Investor in den Staaten des Westbalkans. Für Soravia hat Belgrad das Potential "die Hauptstadt des Balkans" zu werden.
Im zweiten Teil der Konferenz lag der Fokus auf der Frage nach den politischen Herausforderungen und Chancen des serbischen Wegs in die EU, gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Krise Europas nach dem Brexit. Für Othmar Karas, Mitglied des Europäischen Parlaments, ist die Europäische Union die einzig sinnvolle Stimme Europas in einer globalisierten Welt. Aber dieses Haus ist noch nicht fertig gebaut, wegen persönlicher und nationaler Befindlichkeiten dürfe kein Stein dieses Gebäudes herausgerissen werden. Ein wichtiger Teil dieses europäischen Gebäudes ist der Westbalkan und Serbien, daher bleibe die Erweiterung ein integraler Bestandteil und habe Priorität für die zukünftige Ausgestaltung der Europäischen Union. Dieser Mehrwert, gemeinsam die Interessen Europas und seiner Regionen zu vertreten, sei der Hauptgewinn des Vereinigungsprozesses der letzten 60 Jahre. Dies müsse nach innen und außen kommuniziert werden, man dürfe die Regie nicht den Populisten überlassen. Serbien habe bereits viele Fortschritte und Reformen auf dem Weg in die EU gemacht, rechtlich, wirtschaftlich und auch in den Beziehungen mit seinen direkten Nachbarn. Auch bei der letztjährigen Flüchtlingskrise habe das Land bewiesen, wie eng es bereits mit der EU kooperiere. Der EU-Abgeordnete unterstrich zudem die Brückenfunktion Serbiens für die zukünftigen Beziehungen zwischen Westeuropa und Russland. "Wir dürfen nicht locker lassen beim Erreichen des Ziels, Serbien im Haus der EU willkommen zu heißen", so Othmar Karas zum Abschluss seines Impulsreferats.
Der frühere Minister für Europaangelegenheiten und internationale Beziehungen Baden- Württembergs und SPD-Parteichef Peter Friedrich machte deutlich, dass geopolitische und werteorientierte Interessen nun auch wieder Teil der EU-Politik sein würden. In dieser Hinsicht spiele Serbien eine herausragende Rolle, da mitten durch Serbien die Grenze neuer Gegensätze innerhalb Europas verlaufe: ein liberales Verständnis der europäischen Idee versus neuer nationalistischer und autokratischer Tendenzen. Dies sei für Belgrad Herausforderung und Chance zugleich. Die Hauptaufgabe der verantwortlichen Akteure des Beitritts in Brüssel und Belgrad liege auch darin, diese Werte erfolgreich in die Mitte der serbischen Gesellschaft zu tragen. Zudem unterstrich Friedrich in seinen Ausführungen, dass die zivilgesellschaftlichen Reformen in Serbien noch ausbaufähig seien, besonders in Fragen der Meinungs- und Pressefreiheit, Parteienvielfalt und Unabhängigkeit der Justiz. Ebenso müsse auch in der orthodoxen Kirche Serbiens der Geist eines liberalen Europas erkennbarer werden.
Dusan Reljic, Leiter des Brüsseler Büros der "Stiftung Wissenschaft und Politik" aus Berlin, unterstreicht die Relevanz von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit als wichtigstes Element in den Beitrittsverhandlungen Serbiens mit der EU. Die Befriedung der Kosovo- Frage müsse gerade in der serbischen Bevölkerung auch ankommen und legitimiert werden in der öffentlichen Meinung. Zudem müsse man eine bereits länger anhaltende Vertrauenskrise zwischen den Regierungen des West-Balkans zu ihren Wählern konstatieren. Für Reljic sollte jedoch auch Brüssel notwendige interne Initiativreformen beim Beitrittsprozess flexibler umsetzen. Als konkretes Beispiel nennt der deutsche Politikberater die EU-Strukturfonds, welche nicht erst nach dem Beitritt, sondern bereits jetzt angewendet werden sollten, da diese eine Investition für die EU, nicht bloß für Serbien seien; zudem könne so die Schuldenschere rascher geschlossen werden. "Die Union sollte in ihrer Erweiterungspolitik neue Wege gehen und die Kanzleiphilosophie von LGP übernehmen "to think out of the box!", so Reljic zum Abschluss seiner Ausführungen.
Gabriel Lansky, Managing Partner bei LGP und Gastgeber der Konferenz, fasst in seinem Schluss-Statement die Diskussionen in Thesen zum Wertedenken der EU zusammen. Für ihn befinde sich die EU in einem globalen Wettbewerb um Länder und Märkte, allerdings habe sie diese Führungsrolle aufgegeben; somit sei die Präpotenz Brüssels im Widerspruch zur Realität. Dieser Gegensatz setze sich auch fort in vielen inadäquaten Strukturen der Brüsseler Politik, sei es in Fragen der Investitionen, der Flüchtlingskrise. Mit diesen werden wesentliche Elemente der europäischen Identität in Frage gestellt. Eine solche Politik wirke sich auch auf das Bild aus, das Brüssel bei den Beitrittskandidaten habe. Daher sollte die EU mehr als vorsichtig sein beim bloßen Proklamieren ihrer Werte, denn sie stehe im globalen Wettbewerb mit anderen Märkten und Systemen. Die Nationalisten und Populisten Europas bildeten einen Teil dieser "Ideen": "Sie betreten die Bühne mit diesen Waffen! Unser Kampf gegen diese Demagogen muss darin bestehen, endlich wieder glaubwürdig zu werden für die Idee Europas", so Gabriel Lansky. Für ihn brauche die EU Serbien für diese europäische Vision genauso wie umgekehrt Serbien die EU, daher müssten die Beitrittsverhandlungen auf gleicher Augenhöhe geführt werden, ohne jegliche Präpotenz Brüssels, beide Seiten müssten erkennen, dass der Weg das Ziel sei. Es wäre ein großer Fehler, wenn die Union schon jetzt Forderungen aufstellen würde bei den Verhandlungen mit Brüssel, sie dürfe sich nicht als "Diktator" generieren. Dies gelte auch für die noch offene "Kosovo-Frage", welche von den Beitrittsverhandlungen losgelöst werden müsse. " Ich bin überzeugt, dass der Weg Serbiens in die EU ein erfolgreicher sein wird!", so Gabriel Lansky zum Abschluss der Konferenz in den Räumen von Lansky, Ganzger + Partner (Pressemeldung Lansky, Ganzger & Partner Rechtsanwälte GmbH, 29.06.16).

RechteckGroßbritannien: Brexit kann HS2 verzögern
Die Auswirkungen des Brexit für die Bahnindustrie könnte zu einer Aufgabe, Reduktion oder zumindest Verzögerung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 führen, befürchten britische Medien.
Nach der Abstimmung zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäische Union wird das Office for Budget Responsibility (OBR) nationale Infrastrukturprojekte neu bewerten, wobei eine Entscheidung nicht vor dem Herbst erwartet wird. Der britische Schatzkanzler George Osborne sagte am 27.06.16, dass er kein "Notfall-Budget" bekannt geben werde, sondern erst die Abstimmung zum Haushalt im Herbst nach Antritt einer neuen Regierung abwarten werde.
Lord Tony Berkeley von der Rail Freight Group befürchtet: "Die Priorität der Regierung wird derzeit nicht auf großen sexy Produkten wie HS2 liegen." Seine Bedenken wurden von Richard Threlfall, Leiter der Infrastruktur der Beratungsfirma KPMG, geteilt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Teil von Whitehall derzeit daran geht, zu denken oder etwas zu tun ... außer zu versuchen, herauszufinden, wie es weitergeht."
High Speed UK (HSUK), eine Gruppe von Ingenieuren, die eine um 20 Mrd. GBP billigere Alternative zu HS2 vorschlägt, sagte in einer Erklärung: "Während sich die Finanzmärkte und das Vereinigte Königreich weiterhin den Schock des EU-Referendums verdauen, ist eine Sache offensichtlich klar: Jetzt ist nicht die Zeit für die Regierung, ein unausgegorenes und wirtschaftlich fehlerhaftes Infrastrukturprojekt voranzutreiben, das am Ende über 75 Mrd. GBP kosten könnte."
Hinzu kommt, dass die US-Ratingagentur Standard & Poor's Grossbritannien die Top-Kreditwürdigkeit aberkannt hat. Als Reaktion auf das Brexit-Votum wurde die Bonität des Landes am Montag von der besten Bewertung «AAA» um zwei Stufen auf «AA» herabgestuft. Das bedeutet: Kredite für Infrastrukturprojekte werden teurer (WKZ, Quelle RTM, Railnews, 29.06.16).

RechteckGroßbritannien: Rechnungshof sieht unrealistischen Zeitplan für HS2
Der britische Rechnungshof (National Audit Office) spricht in einem am 28.06.16 veröffentlichten Bericht über das neue Hochgeschwindigkeitsprojekt HS2 zwar von Fortschritten in der Ausführung des Projekts, aber von einem zu engen Zeitrahmen. Der Bericht enthält noch nicht die Auswirkungen eines möglichen Ausscheidens Großbritanniens aus der EU.
Der Leiter des Rechnungshofs, Amyas Morse, sagte: "HS2 ist eine großes, komplexes und ehrgeiziges Programm, das mit Kosten- und Zeitdruck konfrontiert ist. Der durch das Ministrium für Transport für die Herstellerfirma HS2 Ltd festgelegte unrealistische Zeitplan bedeutet, dass sie mit der Durchführung zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit ist, wie gehofft."
Trotz guter Fortschritte bei einigen größeren Auftragsvergaben ist das Öffnungsdatum 2026 für Phase 1 in Gefahr. Im Mai 2016 hatte HS2 Ltd das Projekt erst soweit vorangetrieben, wie es für Juli 2015 geplant war, und konnte deshalb den Kontrollpunkt 1 aufgrund von Bedenken hinsichtlich Kosten und Zeitplan nicht passieren. Es ist deshalb wichtig, dass HS2 Ltd ihre organisatorischen Kapazitäten ausbaut, um alle Arbeiten termingerecht abschließen zu können, und die beauftragte Befugnis zu stärken, das Programm effizient durchführen zu können, sagt der Rechnungshof.
Die Kosten für Phase 1 von HS2 werden auf 27,4 Mrd. GBP vorausgesagt und übertreffen die zur Verfügung stehenden Mittel von 204 Mio. GBP. Die Vorhersage geht aber davon aus, dass geplante Einsparungen von 1,47 Mrd. GBP realisiert werden. Das Gesamtpaket im Wert von 55.7 Mrd. GBP enthält noch nicht die Unterstützung für weitere Projekte, die Wachstum und Wiederbelebung für lokale Gebiete bringen sollen.
Dem Bericht zufolge, ist die wirksame Integration von HS2 in das gesamte Schienennetz eine Herausforderung und birgt Risiken für das Preis-Leistungsverhältnis. Das Verkehrsministerium muss dazu eine Reihe von Fragen behandeln, insbesondere die, wie HS2-Dienste andere Eisenbahnverkehrsleistungen komplementär ergänzen können und wie HS2 an die vorgeschlagenen Verbesserungen im Norden angeschlossen wird. Dies könnte auch bedeuten, Leistungen zu reduzieren oder Kosten zu erhöhen, um eine langfristige Vision für die gesamte britische Eisenbahnsystem zu entwickeln (WKZ, Quelle National Audit Office, 29.06.16).

RechteckÖsterreich: Loktaufe zum 15-Jahr-Jubiläum der LTE Österreich
Michael Baier (CEO LTE), Michael Benda (CFO LTE), Mag. Elisabeth Landrichter (Taufpatin der Lok), Andreas Mandl (CEO LTE), Dr. Karl Johann Hartig (Bombardier Transportation), Mag. Franz Weintögl (Generaldirektor GKB), Guy Degrave (Bombardier Transportation), Hubert Mierka (Donauhafen Krems). Fotos Barus Design.
Die LTE Logistik- und Transport GmbH mit Hauptsitz in Graz lässt zum 15-Jahr-Jubiläum mit einer besonderen Neuigkeit aufhorchen: LTE präsentiert die erste Bombardier TRAXX 187 AC3 Last Mile-Lokomotive in Österreich. Für Bombardier die erste Auslieferung dieses Typs in Österreich– für LTE group die Bestätigung des nachhaltigen Transports auf Schiene in Europa.
Mit Niederlassungen in acht europäischen Ländern befördert die LTE group pro Jahr sechs Millionen Tonnen Güter quer durch Europa. Von der Nordsee bis ans Schwarze Meer, von der Ostsee bis ans Mittelmeer. Als innovative Privatbahn verfügt LTE über mehr als 30 eigene Elektro- und Dieselloks – und ab sofort auch über die TRAXX 187 AC3 Last Mile-Lokomotive von Bombardier, die die Flexibilität für LTE als internationalen Logistikanbieter auf äußerst umweltfreundliche Weise signifikant erhöht.
Mit 24/7 Dispo-Service und Transportüberwachung, Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 und SQUAS (Safety und Quality Assessment System)-Bewertung zählt die LTE group nach international gültigen Standards zu den Besten der Bahnlogistik- und Transportbranche. Höchste Qualitätsansprüche und -standards sorgen für ständige Verbesserung und für die Befähigung, jedwede Art von Gütern zu transportieren. Von Agrarprodukten über Gefahrgut bis hin zu ganzen U-Bahn-Garnituren. Acht Logistik- und Servicecenters in den eigenen Niederlassungen sorgen für den reibungslosen Verlauf der Gütertransporte – vom Ausgangs- bis zum Lieferort.
Die neue Bombardier TRAXX AC Last Mile-Lokomotive, die erste Lok dieser Art in Österreich, konnte bei ihrer Präsentation in Graz ihre Vorzüge eindrücklich demonstrieren. Was überzeugt, ist die Last-Mile-Funktion, die den Wechsel von der elektrischen Lok auf eine Rangier- oder Diesellok auf nicht elektrifizierten Streckenabschnitten endgültig überflüssig macht. Der Vorteil: Mehr Flexibilität vom ersten bis zum letzten Meter des Transportwegs. Damit verbunden ist eine deutliche Zeitersparnis, was wiederum eine Senkung der Kosten mit sich bringt. Erfreulicher "Nebeneffekt": Das Dieselaggregat der neuen Bombardier-Lok erfüllt alle Anforderungen an emissionsarme Motoren und schont so die Umwelt. (Pressemeldung LTE, 29.06.16).

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