LOK Report - Nachrichtenmagazin fuer Eisenbahnfreunde
  English Introduction ImpressumRedaktionKontakt
   
Europäisches Nachrichtenmagazin für Eisenbahnfreunde

Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag

LOK Report – News von Montag, 30.05.16

Schicken Sie eine Meldung
Sascha Jansen

TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
Endspurt für das ICE-Reset

Absatzlinie
50-jähriges Jubiläum
bei DB Engineering & Consulting

Absatzlinie
IGE übernimmt Verkehre
der N1 Rail Services Süd GmbH

Absatzlinie

Verbindungsspange Sulingen
scheitert vor Gericht

Absatzlinie
ERTMS für Südtirol
Absatzlinie

Letzter Tag für EN94 der WKD

Absatzlinie

CP Carga wurde Medlog
Willkommen beim LOK Report

Foto links: Kai Michael Neuhold

LOK Report aktuell

RechteckDiplomatischer Affront: EU-Spitze bleibt Neat-Eröffnung fern
Kommentar: Mit Stolz und Spektakel feiert die Schweiz diese Woche am 01.06.16 die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Doch ausgerechnet die Spitzen der EU haben die Teilnahme abgesagt, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet.
1100 Ehrengäste werden erwartet, die Staatschefs aller Nachbarländer und 300 Journalisten aus aller Welt. Doch die drei höchsten Vertreter der EU, die Präsidenten von Europäischem Rat, Kommission und Parlament, haben allesamt "keine Zeit". Nur Verkehrskommissarin Violeta Bulc wird dabei sein.
Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sehen es als wichtiger an, sich mit einer slowakischen Delegation zu treffen, deren Land Anfang Juli die rotierende Präsidentschaft des EU-Rates übernimmt. Parlamentspräsident Martin Schulz hat ein Treffen mit dem Deutschen Naturschutzring. Er muss auch Vorbereitungen für die nächste Parlamentssession treffen, was bestimmt völlig unerwartet kam.
Die Teilnahme an einem Europa vereinenden Symbol, dass zudem noch die Grenzen überwinden helfen soll: Offenbar ist Frau Bulc die einzige, die soweit denkt (Quelle NZZ, 30.05.16).

RechteckBelgien: Wilde Streiks legen Belgien lahm
Der seit letztem Mittwoch (25.05.16) von den sozialistischen und christlichen Gewerkschaften CGSP Cheminots und CSC Transcom ausgerufene spontane Eisenbahner-Streik im wallonischen Teil Belgiens hat den Bahnverkehr bis heute Montagmorgen (30.05.16) weitgehend stillgelegt. Insbesondere durch nicht belegte Stellwerke waren die Auswirkungen sehr groß.
"In Wallonien ist der Verkehr fast zum Stillstand gekommen. Zusätzlich zu der Linie 162 zwischen Namur und Luxembourg, fielen die die Züge auf den Linien 42 zwischen Liège und Gouvy und 43 zwischen Liège und Marloie aus", verkündete eine Sprecherin der SNCB. Auf den Autobahnen bildeten sich als Folge Staus von insgesamt 460 km Länge, da die Bevölkerung ihre Arbeitsplätze in der hauptstadt nicht erreichte.
Der Streik wird voraussichtlich mindestens bis Dienstagabend dauern. Für den 31.05.16 war ein weiterer nationaler Streiktag angekündigt. Der Streik richtet sich gegen die Entscheidung der Personalgesellschaft HR-Rail, die Produktivität durch Einschränkung von Ausgleichtagen zu steigern.
Die Überraschungsstreiks im wallonischen Teil des Landes haben nun zu politischen Streitigkeiten unter den Eisenbahnern und Politikern geführt. Der belgische Arbeitsminister Kris Peeters vertrat gegenüber der Zeitung Le Soir die Meinung, dass wilde Streiks bestraft werden müssten. Trotz dieser Warnung, betonte der Minister die Notwendigkeit des sozialen Dialogs, um die von der Bundesregierung durchgeführten die Reformen zu begleiten. Insbesondere forderte er das Management der SNCB auf, geschlossene Vereinbarungen mit den Eisenbahnern einzuhalten.
Auch der Präsident des flämischen Gewerkschaftsablegers der CGSP, Chris Reniers, kritisierte seine wallonischen Kollegen: "Wir haben Gesetze, die von allen respektiert werden müssen, von A bis Z. Dies ist nicht geschehen." (WKZ, Quelle Le Soir, 31.05.16).

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckBMVI: Größte Mobilitätsstudie Deutschlands startet
Am 1. Juni startet die Erhebung "Mobilität in Deutschland 2016" (MiD 2016). Das Bundesverkehrsministerium, zahlreiche Länder und regionale Partner haben die Studie in Auftrag gegeben. Ziel sind Erkenntnisse über die private Alltagsmobilität. Die Studie erforscht das individuelle Mobilitätsverhalten sowie die Ausstattung mit Verkehrsmitteln. Auch die Bedeutung neuer Mobilitätsformen wie Carsharing, Elektromobilität mit Autos und Fahrrädern oder Fernbusreisen werden ermittelt. Innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten werden insgesamt 135.000 Haushalte bundesweit befragt.
Bundesminister Alexander Dobrindt: Wir starten die größte Mobilitätsstudie Deutschlands. Die Ergebnisse unserer Befragung geben wertvolle Orientierung für Planungs- und Entscheidungsprozesse der Verkehrspolitik.
In der Bundesstichprobe werden rund 30.000 Haushalte befragt. Mehr als 50 regionale Partner, Länder, Regionen, Städte und Verkehrsverbünde beteiligen sich zusätzlich. Um für deren Planungsgebiet aktuelle Mobilitätsdaten zu gewinnen, werden rund 105.000 weitere Haushalte befragt.
Anhand der Ergebnisse lassen sich z.B. das Mobilitätsverhalten in Städten und ländlichen Regionen oder regionale Unterschiede erforschen. Die Ergebnisse der MiD werden ab 2018 zur Verfügung stehen.
Die MiD 2016 wird durch infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH durchgeführt. Weitere Auftragnehmer sind das Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), IVT Research GmbH sowie infas360 (Pressemeldung BMVI, 30.05.16).

RechteckBundestag: Bessere Vergleichbarkeit der Kosten
Aus Sicht des Bundesministeriums für Verkehr (BMVI) und digitale Infrastruktur konnte mit der Plausibilitätsprüfung der Projekte des vom Kabinett beschlossenen Bundesverkehrswegeplans 2030 die Verlässlichkeit der Kostenangaben und deren bundesweite Vergleichbarkeit gesteigert werden.
Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/8525) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/8134). Eine erneute umfassende Plausibilisierung, wie vom Bundesrechnungshof empfohlen, werde daher vom BMVI als nicht erforderlich angesehen (Pressemeldung Bundestag, 30.05.16).

RechteckBundestag: Besserer Schienenverkehr nach Polen
Zur Verbesserung des Schienenverkehrs zwischen Deutschland und Polen sind die Strecken Berlin - Frankfurt (Oder) - Grenze und die Strecke Hoyerswerda - Horka - Grenze in den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen worden. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (18/8526) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/8342) hervor.
Die drei Strecken Berlin-Angermünde-Stettin, Cottbus-Görlitz und Dresden-Görlitz-Grenze sind in den Potenziellen Bedarf aufgenommen worden, heißt es weiter. Diese könnten in den Vordringlichen Bedarf oder den Weiteren Bedarf aufsteigen, wenn ihre Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werde (Pressemeldung Bundestag, 30.05.16).

RechteckBundestag: Finanzierung des Verkehrswegeplans
Zum vorläufigen Finanzierungskonzept des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 äußert sich die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/8406) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/8136).
Zwischen 2016 bis 2030 sollen demnach insgesamt 264,5 Milliarden Euro in Verkehrsprojekte investiert werden - durchschnittlich 15 Milliarden Euro pro Jahr. Es sei vorgesehen, alle Projekte der Kategorie "Vordringlicher Bedarf" (VB/VB-E) bis 2030 fertigzustellen oder zumindest zu beginnen. Allerdings sei es dazu notwendig, die eingeplanten Mittel ab 2018 noch zu erhöhen.
Der zusätzliche Bedarf soll laut Antwort maßgeblich durch eine "Ausweitung der Nutzerfinanzierung" gedeckt werden. Dazu werde ab 2018 die Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ausgeweitet. Die Bundesregierung verspricht sich davon Mehreinnahmen von bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr. Auch plane sie weiterhin damit, die sogenannte Infrastrukturabgabe einzuführen -von den Fragestellern als sogenannte "Ausländer-Maut" bezeichnet-, die aber derzeit aufgrund eines Vertragsverletzungsverfahrens seitens der Europäischen Union auf Eis gelegt sei.
Grundsätzlich sehe der Entwurf des BVWP 2030 vor, die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße zu stärken. In Schienenprojekte der Kategorie VB/VB-E sollen laut Antwort rund 31,7 Milliarden Euro investiert werden, davon 17,2 Milliarden Euro bis 2030. Der Entwurf für ein Bundesschienenausbaugesetz werde zusammen mit einer überarbeiteten Version des BVWP-Entwurfs veröffentlicht. Wann das genau passieren soll, geht aus der Antwort der Bundesregierung nicht hervor (Pressemeldung Bundestag, 30.05.16).

RechteckBundestag: Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Verkehr
Am Mittwoch, 01. Juni 2016, 11 Uh findet eine Öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stärkung des Wettbewerbs im Eisenbahnbereich (BT-Drucksache 18/8334) statt. Die Sachverständigen:
• Dr. Martin Henke, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV)
• Michael Köhler, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft e. V. (EVG)
• Frank Miram, Deutsche Bahn AG
• Prof. Dr. Karsten Otte, M.C.J., Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
• Claus Weselsky, Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
• Peter Westenberger, Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e. V. (NEE)
(Pressemeldung Bundestag, 30.05.16).

RechteckDBV: Vor 10 Jahren fuhr der letzte Interregio von Berlin nach Chemnitz
Am 27. Mai 2006, vor zehn Jahren, fuhr letztmalig ein Interregio direkt von Berlin nach Chemnitz. Damit ging aus Sicht der Fahrgäste ein Kapitel komfortablen Eisenbahnfahrens zu Ende. Zahlreiche Direktverbindungen in touristisch interessante Regionen und zwischen deutschen Mittelstädten wurde zuerst gewollt schlechtgemacht und dann aufgegeben. Das Angebot, was danach kam, war häufig kaum deutlich besser. Es bestand meist aus für lange Fahrtstrecken völlig ungeeignetem Wagenmaterial für den Nahverkehr.
Wer bis zum 27. Mai 2006 von Berlin (allerdings Lichtenberg oder Schönefeld) nach Chemnitz fuhr, brauchte ohne Umsteigen gut 2 Stunden und 45 Minuten. Heute sind es – mit Umsteigen und Wartezeit in Leizig von ca. 40 Minuten – fast drei Stunden. Heute besteht die Möglichkeit, jede Stunde von Berlin nach Chemnitz zu fahren. In den besten Interregio-Zeiten war die zweistündliche Verbindung der Regelfall. Statt ab 2000 das Interregio-Netz stückchenweise zu zerschlagen, hätte es aus heutiger Sicht noch weiter ausgebaut werden müssen.
Die größten Fahrplanlücken haben seitdem die Länder durch eigene Angebot gefüllt – seitdem bestellen und bezahlen die Bundesländer faktisch Fernverkehrsleistungen mit Geldern, die für den Regionalverkehr gedacht sind. So kamen dann Verbindungen von Wismar nach Cottbus oder von der Ostsee nach Lutherstadt Wittenberg und Elsterwerda zustande). Zum Glück hat die DB AG erkannt, welche Lücke der Verzicht auf den Interregio gerissen hat und versucht nun mittel- und langfristig durch eine Neuauflage als "Intercity 2" verlorene Fahrgäste zurückzuholen (Pressemeldung DBV, 30.05.16).

RechteckDeutsche Bahn: 50-jähriges Jubiläum bei DB Engineering & Consulting
In dieser Woche kann die DB Engineering & Consulting auf ein halbes Jahrhundert erfolgreiche Ingenieurleistungen im Eisenbahnmarkt zurückblicken: Am 26. Mai 1966 mit acht Mitarbeitern gemeinsam von Deutscher Bundesbahn und Deutscher Bank als Deutsche Eisenbahn-Consulting gestartet, gehört die daraus hervorgegangene Deutsche Bahn-Tochter DB Engineering & Consulting heute zu den weltweit führenden Ingenieur- und Beratungsunternehmen für Infrastruktur-, Mobilitäts- und Transportlösungen. Mittlerweile sind 4.000 Mitarbeiter aus 66 Nationen auf allen Kontinenten im Einsatz.
Volker Kefer, stellvertretender DB-Vorstandsvorsitzender und Vorstand Infrastruktur und Dienstleistungen und Technik: "Das Fundament unserer Infrastruktur sind die Projekte in Deutschland. Unser Know-how für komplexe Planungen und die Kompetenz und Spezialisierung unserer Ingenieure in dem Bereich führen dazu, dass wir auch international bei großen Projekten stark nachgefragt werden. Das trägt wiederum zum Wachstum in Deutschland bei."
Zu den Referenzen der DB E&C gehören unter anderem die Planung und Bauüberwachung beim Großprojekt VDE 8, die Generalplanung für das neue ICE-Werk KölnNippes oder die Verlegung des Fernbahnhofes Hamburg-Altona (Entwurfs- und Genehmigungsplanung). International sind es z.B. die Qualitäts- und Sicherheitspläne für die neue Metro in Kochi (Südindien), die Beratung für Instandhaltung und Hochgeschwindigkeitsverkehre in China, die Mitarbeit an der Stadtbahn Canberra oder die Entwicklung eines kompletten Verkehrssystems für das Emirat Katar.
"Wir danken unseren Kunden in aller Welt für das Vertrauen und freuen uns auf die weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit", sagt Niko Warbanoff, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Engineering & Consulting.
Zu einem Schwerpunkt entwickelt sich die Arabische Halbinsel. Hier sorgt DB E&C für die Betriebsüberwachung bei der Metro Mekka (Saudi-Arabien). Zudem erarbeitet das Unternehmen für die Region derzeit im Auftrag des US-Unternehmens Hyperloop One eine Machbarkeitsstudie für den Güterverkehr. Dabei werden mögliche Transportvolumina, Strecken und die Anbindung des Hyperloop-Systems an Häfen und andere Schnittstellen untersucht (Pressemeldung Deutsche Bahn, 30.05.16).

RechteckDeutsche Bahn: Endspurt für das ICE-Reset-Programm



Während des Reset-Programms werden über 34.000 Rücken- und Sitzpolster ausgetauscht. Hier in der 1. Klasse eines ICE-T. Neue Familienbereiche werden gesondert gekennzeichnet. Im 5-teiligen ICE-T der Baureihe 415 befinden sich die Sitzplätze jetzt im Bistro-Wagen.
Auch die Ruhe-Bereich werden nun besonders gekennzeichnet. Die Zugtoiletten erhalten Deko-Folien in einem frischen Design.
Neben den Sitzpolstern werden auch neue Tische eingebaut. Nach einer umfangreichen Aussenreinigung erstrahlen die Züge in frischem Glanz.
Auch die technischen Komponenten werden einer umfangreichen Prüfung unterzogen. Hier wird eine Radsatzwelle per Ultraschall überprüft. Das "Reset-Programm" wird in den ICE-Werken neben der planmäßigen Instandhaltung durchgeführt.

Die Deutsche Bahn frischt unter dem Arbeitstitel "Reset" derzeit ihre ICE-Flotte auf. Dabei werden die Fahrzeuge einer umfangreichen Reinigung unterzogen und neue Sitzpolster eingebaut. Ferner werden sämtliche Komponenten überprüft. Die Zugtoiletten erhalten zudem ein neues, ansprechenderes Interieur. Im Werk Leipzig werden die 5-teiligen ICE-T-Züge der Baureihe 415 aufgearbeitet.
Das "Reset"-Programm erfolgt neben der planmäßigen Instandhaltung. Für einen ICE-Zug werden hier im ICE-Werk Leipzig drei Tage benötigt. Insgesamt werden in den verschiedenen ICE-Werken bis Mitte Juni 250 ICE-Züge derart aufgearbeitet, wofür insgesamt 15 Millionen Euro investiert werden.
Im Anschluss an das Reset-Programm für ICE-Züge werden in der Zeit von September bis Dezember 1.400 Wagen und 200 Lokomotiven der Intercity-Flotte einer derartigen Aufarbeitung unterzogen (Kai Michael Neuhold, www.verkehrsfotografie.de, 30.05.16).

RechteckEVG: 25 Jahre ICE - Erfolgsgeschichte, aber kein Dogma
Die EVG zieht eine positive Bilanz von 25 Jahren ICE-Verkehr in Deutschland, fordert aber für die Zukunft andere Prioritäten. "Der ICE hat den Schienenverkehr in Deutschland auf ein neues Niveau gebracht", sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner. "Er ist eine Erfolgsgeschichte - und dies auch klimapolitisch. Flüge von Frankfurt nach Köln oder von Hamburg nach Berlin: Das kann sich niemand mehr vorstellen. Diese Strecken legt man heute mit der umweltfreundlichen Bahn zurück. Das ist auch ein Gewinn für das Klima."
"Hochgeschwindigkeitsverkehr ist ein wichtiges Element eines modernen Schienenverkehrs, aber er darf auch kein Dogma sein", so Kirchner weiter. Der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes in Deutschland sei weitgehend vollendet. Mit dem für 2017 geplanten Abschluss der Strecke Berlin-München seien alle deutschen Ballungsräume miteinander durch ICE-Strecken verbunden. "Daher fordern wir für die nächsten Jahre andere Prioritäten: Auch für die Bürgerinnen und Bürger in kleineren Städten und im ländlichen Raum muss es attraktive Schienenverbindungen geben."
Kirchner kritisierte, dass Oberzentren wie Chemnitz oder Trier mehr und mehr vom Fernverkehr abgeschnitten werden. Die aktuelle Fernverkehrsverbindung zwischen Berlin und Dresden sei "ein Trauerspiel" und in vielen Bundesländern stehen die Verbindungen im Regionalverkehr auf der Kippe. "Gute Schienenverbindungen sind kein Luxus, sondern ein Maßstab für die Lebensqualität von Städten und Regionen. Und ein gut ausgebautes Schienennetz mit funktionierenden Verknüpfungen steigert die Lebensqualität unseres ganzen Landes." (Pressemeldung EVG, 30.05.16).

RechteckGDL: Vierter Streik bei der Saarbahn - fünfter steht vor der Tür
Auch beim knapp 24-stündigen Streik bis zum gestrigen Morgen haben sich alle Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Saarbahn beteiligt. Somit standen wie schon bei den vergangenen drei Arbeitskämpfen fast alle Züge still. Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky bedankte sich bei den Mitgliedern. "Diese Solidarität ist der beste Garant für einen guten Tarifabschluss."
Seit der willkürlichen Absage der Saarbahn der Telefonkonferenz zur Deeskalation des Tarifkonflikts am 4. Mai 2016 herrscht komplette Funkstille. Dabei hatte die GDL ihre Zusage eingehalten und bis dahin eben nicht zu Streiks aufgerufen. Die Urabstimmung mit einem 95-prozentigen Votum der GDL-Mitglieder zu weiteren Streiks ignoriert der Arbeitgeber ebenso wie die vier bisherigen Arbeitskämpfe.
Die GDL hat aber einen langen Atem bei der Umsetzung der berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer. Das hat sie schon mehrfach bewiesen. "Wir werden nicht zulassen, dass sich die Saarbahn weiterhin als Billigheimer durchmogelt", so der GDL-Bundesvorsitzende. Tarifkonflikte werden letztendlich immer am Verhandlungstisch gelöst. "Es ist daher völlig unbegreiflich, wieso der Arbeitgeber auf Zeit spielt und dabei unnötig teure Arbeitskämpfe provoziert." Unterbreitet er nicht schnellstens ein verbessertes Anbot, steht der fünfte noch massivere Arbeitskampf vor der Tür.
Die GDL fordert den Flächentarifvertrag für das Zugpersonal (BuRa-ZugTV), der bereits für 97 Prozent der Lokomotivführer in Deutschland gilt. Das Tarifniveau liegt bei der Saarbahn im Durchschnitt jedoch 13 Prozent unter diesem Niveau. Aufgrund der hohen Entgeltdifferenzen zum Flächentarifvertrag hat die GDL zugestanden, die Lohnzuwächse übergangsweise zu begrenzen. Dringend verbessert werden müssen in jedem Fall die Arbeitszeitregelungen. Es gibt weder eine Fünf-Tages-Woche, noch mindestens zehn Wochenendruhen im Jahr von 60 Stunden und schon gar nicht eine Begrenzung der maximalen Arbeitstage in Folge auf sechs Stück. Außerdem müssen Lokomotivführer ohne technische Vorbildung in den ersten drei Jahren Betriebszugehörigkeit eine Lohnminderung von 2,5 Prozent hinnehmen. Weselsky: "Die Zwei-Klassen-Gesellschaft für Lokomotivführer muss beendet werden." Die Saarbahn lehnte all diese Forderungen ab. Sie bot lediglich 5,5 Prozent mehr Lohn für einen Zeitraum von zwei Jahren, somit 3,6 Prozent im Jahr. Das reicht nicht (Pressemeldung GDL, 30.05.16).

Anzeige

Bahnberufe

Industrie

RechteckIGE: Übernahme der Verkehre der N1 Rail Services Süd GmbH
Ab dem 01.06.2016 wird die IGE GmbH & Co KG einen Großteil der bislang durch die N1 an den süd-deutschen Standorten Ingolstadt, München, Nürnberg und Regensburg erbrachten Rangierdienstleis-tungen für die Zustellung an Container-Terminals sowie für die letzte Meile zu den Raffinerien fortfüh-ren.
Auf Beschluss der niederländischen Eigentümer stellt N1 zum 31.5.2016 den operativen Eisenbahnbe-trieb ein. Durch das Engagement der IGE wird hier keine Lücke in der Transportkette sowohl für die betreffenden EVU's als auch für die Kunden entstehen.
Das zu 100% in Privatbesitz befindliche Eisenbahnverkehrsunternehmen aus dem fränkischen Hersbruck ist bereits seit 1982 auf dem Eisenbahnmarkt tätig. Zunächst wurde IGE als touristischer Sonder-zuganbieter bekannt. Seit 2008 ist das Unternehmen auch ein Begriff auf dem internationalen Güterverkehrsmarkt.
Durch die Übernahme der bislang durch die N1 abgewickelten Verkehre gelingt dem rührigen Bahnunternehmen unter dem geschäftsführenden Gesellschafter Armin Götz der Einstieg als Last-Mile-Anbieter. Die IGE wird damit neben der Tätigkeit als Operateur im innerdeutschen und europäischen Güter-fernverkehr zu einem wichtigen Bindeglied für zahlreiche Transportketten. "Für uns hatte es Vorrang, dass die bisherigen N1-Geschäfte ohne Reibungsverluste fortgeführt werden können. In Zeiten, wo vom Staats-Carrier DB Cargo die Schließung von Güteverkehrsstellen öffentlich diskutiert wird, müssen private Eisenbahnverkehrsunternehmen ein Zeichen setzen, dass sie in der Lage sind, kurzfristig ge-meinsamen Strategien zu entwickeln, um für den Kunden auch weiterhin attraktive Lösungen auf der Schiene sicherzustellen", so Armin Götz.
IGE hat derzeit rund 50 Mitarbeiter und erwirtschaftet rund 8 Mio Euro Umsatz. Durch die Übernahme der N1-Verkehre wird sich sowohl die Mitarbeiterzahl als auch der Umsatz um rund 50% erhöhen
 (Pressemeldung Internationale Gesellschaft N1 Rail Services Süd GmbH für Eisenbahnverkehr, 30.05.16).

Anzeige

Freightliner


Die Freightliner DE GmbH stellt ein:

Mitarbeiter (m/w) Sales/Vertrieb

Das genaue Stellenprofil mit den Kontaktdaten finden Sie hier

Aus den Ländern

RechteckNiedersachsen: Planfeststellungsbeschluss Verbindungsspange Sulingen nicht vollziehbar
BVerwG 3 C 2.15 - Urteil vom 25. Mai 2016: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am 25.05.16 den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes für den Bau der "Verbindungsspange Sulingen" vom 16. November 2011 für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt.
Mit dem planfestgestellten Vorhaben sollen die von Barenburg und Diepholz nach Sulingen führenden Schienenwege am südlichen Stadtrand durch eine rund 400 Meter lange Kurve verbunden und zugleich die nach Sulingen weiterführenden Gleise sowie der dortige Bahnhof vom Schienennetz abgetrennt werden.
Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte die von einem privaten Eisenbahnunternehmen hiergegen erhobene Klage abgewiesen. Auf seine Revision hat das Bundesverwaltungs-gericht das Urteil geändert.
Der Planfeststellungsbeschluss ist rechtswidrig, weil das Vorhaben in Bezug auf die Strecken von Barenburg und Diepholz nach Sulingen ein Stilllegungsverfahren erfordert, in dem das Unternehmen sein Interesse an einer Übernahme der Strecken oder der für den Anschluss von Sulingen erforderlichen Streckenteile geltend machen kann. Dass derzeit nur noch wenige Güterzüge von Barenburg nach Diepholz fahren und in Sulingen lediglich ihre Fahrtrichtung wechseln, ist für die Erforderlichkeit des Stilllegungsverfahrens ohne Bedeutung. Durch eine Unterbrechung der Schienenwege wird der Eisenbahnverkehr nach Sulingen unmöglich.
Darüber hinaus hat das Eisenbahn-Bundesamt die Erforderlichkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung verneint, ohne die Durchführung seiner Vorprüfung hinreichend zu dokumentieren. Das Eisenbahn-Bundesamt hat die Möglichkeit, diese Fehler in einem ergänzenden Verfahren zu heilen.
RechteckVorinstanz: OVG Lüneburg 7 KS 209/11 - Urteil vom 19. September 2013: Die Klägerin, ein privates Eisenbahnunternehmen, wendet sich gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes für die Verbindungsspange Sulingen. Mit ihr sollen die aus Süden und Südwesten auf Sulingen zulaufenden Eisenbahnstrecken von Barenburg und Diepholz durch eine Verbindungskurve am südlichen Stadtrand verbunden werden. Die bislang nach Sulingen hinein führenden Strecken und der dortige Bahnhof sollen vom Streckennetz abgetrennt werden.
Mit ihrer hiergegen gerichteten Klage hat die Klägerin u.a. geltend gemacht, die gebotene Umweltverträglichkeitsprüfung sei unterblieben. Auch sei ein Stilllegungsverfahren erforderlich, weil der Betrieb des Bahnhofs ebenso wie die von der Abtrennung betroffene Strecke dauerhaft eingestellt werde.
Das Oberverwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen und den Einwand der fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfung als präkludiert angesehen. Im Revisionsverfahren wird insbesondere zu klären sein, ob das Oberverwaltungsgericht eine Präklusion annehmen durfte und ob es die Abtrennung rechtlich zutreffend gewürdigt hat (Pressemeldungen der Gerichte, 30.05.16).

RechteckSachsen-Anhalt: Abellio Rail Mitteldeutschland unterstützt DKMS-Aktionstag

Kezia Geldmann und René Bonitz-Marquardt vom Spender-Club der DKMS bei der Arbeit. v.l.n.r.: Maria Lieberam, René Bonitz-Marquardt (beide vom DKMS-Spender-Club) und Fahrgast Konstantin Wönicke bei der Abgabe der Speichelprobe.
Für viele an Blutkrebs erkrankte Patienten ist eine Stammzellspende die einzige Chance auf Heilung. Einen geeigneten Spender zu finden und zu vermitteln ist die lebensrettende Aufgabe der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die im Kampf gegen Blutkrebs unermüdlich aktiv ist.
Zum World Blood Cancer Day (WBCD) am Samstag, den 28. Mai 2016, unterstützte Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH die DKMS durch eine besondere Aktion: Fahrgäste der Regionalbahn-Linie RB 59 Bitterfeld - Halle - Lutherstadt Eisleben - Sangerhausen - Sömmerda - Erfurt konnten sich während der Fahrt kostenlos als potenzielle Lebensretter bei der DKMS typisieren lassen. Dazu wurde eine Sitzgruppe des Zuges zu einer fahrenden Registrierungsstation für potenzielle Stammzellspender. Maria Lieberam, Kezia Geldmann und René Bonitz-Marquardt vom Spender-Club der DKMS übernahmen die Typisierung der interessierten Fahrgäste. Alle drei haben übrigens schon selber erfolgreich eine Knochenmarkspende gegeben!
Elf Fahrgäste ergriffen spontan die Möglichkeit, sich bei der DKMS, dem weltweit größten Stammzellenspenderdateien-Verbund, registrieren zu lassen. Viele weitere Fahrgäste waren interessiert, ließen sich vor Ort ausführlich von den Mitarbeitern der DKMS beraten oder griffen beim zur Verfügung gestellten Informationsmaterial zu.
Stephan Schreier, Abellio-Geschäftsführer für Betrieb, erläuterte die Motivation seines Unternehmens zu dieser Aktion: "Es ist schön, wenn man mit einfachen Mitteln Gutes bewirken kann. Wenn wir mit dem Typisierungsangebot im fahrenden Zug die Heilungschance von Blutkrebs etwas verbessern können, ist es uns eine Herzensangelegenheit, dies auch zu tun." Mit Blick auf das eigene Personal fügte er noch hinzu: "Als sozial engagiertes Unternehmen geben wir auch unseren Mitarbeitern die Gelegenheit, sich kostenfrei typisieren zu lassen."
Angetan von der Initiative ist auch Svenja Ebbing, Aktionsbetreuerin der DKMS, über die außergewöhnliche Registrierungsaktion im Abellio-Zug: "Um auf unseren weltweiten Kampf gegen Blutkrebs aufmerksam zu machen, sind wir auch auf die Unterstützung von Unternehmen angewiesen, die uns eine öffentliche Wahrnehmung bieten. Abellio hat mit der heutigen Aktion ein ganz besonderes Zeichen gesetzt. Jeder neu aufgenommene Spender bedeutet eine Lebenschance für betroffene Patienten weltweit!" (Pressemeldungen Abellio, 30.05.16).

Anzeige

LOK Report

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckRegenbogen-Express

Am 28.05.2016 verkehrte die IGE Werrabahn-Eisenach 41 1144-9 mit dem "Regenbogen-Express" zwischen Erfurt und Sondershausen. Der "Regenbogen-Express" ist ein Dampfsonderzug, der die bereits zum 22. mal stattfindende "Regenbogen-Tour", eine Benefiz-Fahrradtour, begleitet. Um die zahlreichen Fahrräder transportieren zu können, laufen im Zugverband die beiden Doppelstockwagen mit (Frank Thomas, www.unstrutbahn.de, 30.05.16).

RechteckSchwäbische Waldbahn mit V100



An Fronleichnam musste der Dampffahrtag auf der Schwäbischen Waldbahn kurzfristig zum Dieselfahrtag werden, die alte Dampflok wollte nicht so richtig und so kam die Diesellokomotive 212 084 vor dem Museumszug zwischen Schorndorf und Welzheim zum Einsatz, aber auch sie hatte nicht ihren besten Tag und brachte den Zug nur mit Verspätung hinauf nach Welzheim und das alles bei bestem Sommerwetter (Harald Becker, 30.05.16).

RechteckTalent-Triebwagen pendelte zwischen Volkach und Würzburg

Vor genau zwanzig Jahren, am 1. Juni 1996, bekamen die Volkacher einen Einblick in die Möglichkeiten eines modernen Nahverkehrs auf der Schiene. An diesem Samstag pendelte der Prototyp des Talent-Triebwagens der damaligen Firma Talbot viermal zwischen Volkach-Astheim und dem Würzburger Hauptbahnhof. 900 Fahrgäste nutzen die Gelegenheit das moderne Fahrzeug zu testen – damals eines der ersten mit Niederflur-Einstieg und Klimaanlage. Allerdings dauerte die Fahrt nach Würzburg seinerzeit eine Stunde und zwei Minuten. Die Bundesbahn hatte die Geschwindigkeit zwischen Volkach und Seligenstadt auf 25 km/h reduziert und in Seligenstadt noch eine längere Pause vorgeschrieben. Damit betrug die Fahrzeit auf diesem 10 km langen Streckenstück geschlagene 45 Minuten. Der Begeisterung der Fahrgäste tat das aber keinen Abbruch, viele von ihnen saßen zum ersten Mal in einem Zug.
Die damalige Interessengemeinschaft Mainschleifenbahn hatte den Talent recht kurzfristig angeboten bekommen. Doch zunächst war gar nicht sicher, ob es mit den Fahrten überhaupt klappen würde. Immerhin war auf der Strecke schon fünf Jahre lang kein Zug mehr gefahren. In einer Gemeinschaftsaktion gelang es dann aber doch, alle Hürden aus dem Weg zu räumen. Die Würzburger Straßenbahn und das Ingenieurbüro Seib besorgten die nötigen Bescheinigungen, übernahmen die Verhandlungen mit der Bundesbahn und stellten auch die geforderten Versicherungen. Eisenbahnfreunde und Volkacher Bundeswehrsoldaten schnitten derweilen die teilweise schon eingewachsene Stecke frei. Eine Würzburger Gleisbaufirma stellte einen Arbeitstrupp zur Verfügung, der an den Bahnübergängen die Spurrillen freipickelte. Der Volkacher Bauhof sorgte in Astheim für einen Behelfsbahnsteig, andere Bauhofmitarbeiter waren mit Motorsensen unterwegs. Erst am Freitagnachmittag gab die Bahn grünes Licht für das Vorhaben.
Schließlich wäre die Fahrt dann aber doch noch ausgefallen: als der Talent spätabends in Würzburg ankam, war am Motor ein Keilriemen gerissen. Noch in der Nacht besorgten Würzburger Straßenbahner Ersatz und reparierten den Triebwagen. Als der dann am Samstag in aller Frühe nach Volkach brummte, war alles bereit. Das Kitzinger THW übernahm die Sicherung der Bahnübergänge und zur Begrüßung des Zuges spielte in Astheim eine Jazzkappelle von der Hallburg.
Das erste Konzept für einen modernen SPNV nach Würzburg hatte 1994 die IG Mainschleifenbahn unter dem Titel „Chancen und Möglichkeiten einer Mainschleifenbahn“ ausgearbeitet. Konkret Hoffnung gab es dann ein Jahr später. Bei einer Regionalkonferenz im Würzburg erläuterte Bayerns damaliger Verkehrsminister Otto Wiesheu am 3.7.1995 die Vorzüge der damals neuen Bahnreform und führte aus: „Wir wollen in einigen Bereichen mittelfristig Schienenpersonennahverkehrsleistungen ausschreiben, um der „Kostenwahrheit“ ein Stückchen näher zu kommen, damit diese Leistungen für den Steuerzahler bezahlbar bleiben. In Unterfranken böte sich hierfür ein abgeschlossener Verkehrsraum nordöstlich von Würzburg an. Die in letzter Zeit geforderte Wiederinbetriebnahme des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke Volkach – Seligenstadt könnte in diesem Zusammenhang angedacht werden“.
Immerhin gelang es noch den von der DB fast am gleichen Tag angekündigten Rückbau der Volkacher Strecke zu verhindern, doch dann erlahmte bei einigen lokalen Politikern das Engagement für die Bahn. Am Aschermittwoch 1998 stoppte Verkehrsminister Wiesheu schließlich alle Reaktivierungsprojekte im gesamten Freistaat. Während einige der damals genannten Bahnstrecken wenig später abgebaut wurden, gelang es die inzwischen ebenfalls offiziell stillgelegte Mainschleifenbahn zu renovieren und 2002 als private Strecke wieder in Betrieb zu nehmen. Die Konzession läuft zunächst bis 2052.
Von den Talent-Triebwagen wurden unter der Bezeichnung BR 643 und 644 über 300 gebaut. Im Einsatz sind sie u.a. bei der DB und bei der Bayerischen Oberlandbahn. Deren Talente sind im Alpenvorland und im München Hauptbahn regelmäßig zu sehen.
Zwischen Seligenstadt und Astheim pendelt seit 2003 der rote Schienenbus des Fördervereins Mainschleifenbahn. Und dort will man nicht ausschließen, dass eines Tages doch wieder moderne Triebwagen zwischen Astheim und dem Würzburger Hauptbahnhof pendeln. Inzwischen sind in Bayern wieder einige Bahnstrecken reaktiviert worden, andere stehen kurz vor der Wiederinbetriebnahme – allerdings keine einzige in Unterfranken (Pressemeldung Förderverein Mainschleifenbahn e.V., 30.05.16).

Anzeige

LOK Report 06/16

LOK Report Ausgabe 6/16

Das Inhaltsverzeichnis als pdf

Lesen Sie
weitere Informationen

So lernen Sie
den LOK Report kennen:
RechteckBestellen Sie ein kostenloses Probeheft
RechteckDas Probeabo: 3 Hefte für nur Euro 10

Mit der Kamera notiert

RechteckBöhmerwald


Bei meine Reise nach Šumava (Böhmerwald) und der Böhmerwälder Lokalbahnen fotografierte ich die Zugkreuzung im Bhf Zbytiny (Oberhaid) und das Rangieren mit BR 754 039-6 im Bhf Černá v Pošumaví sowie die Zuggarnitur Richtung Český Krumlov (Krumau) -České Budějovice (Budweis).
On der Betreiber der Böhmerwälder Lokalbahnen ab Dezember 2016 wechselt, ist noch unklar. Die Entscheidung fällt vor Gericht. (Martin Kubík, 30.05.16).

RechteckJößnitz

Am 28.05.2016 fotografierte ich die 118 770 der MTEG bei Jößnitz/Vogtl. Sie fuhr einen Sonderzug von Nürnberg nach Falkenstein (Jannick Rahn, 30.05.16).

RechteckRotweißgrün oder Grünweißrot?

Die italienische Trikolore um 90 Grad gedreht ergibt die ungarische Nationalflagge. Da heißt es ein zweites Mal hinschauen, wenn Dispolok 182.582 "Deutsch-Ungarisches Freundschaftsjahr" vor einem Ganzzug italienischer Hbbillns am Brenner steht.
Teilweise verdeckt wird sie von den Relikten eines Wasserkrans (GK, 30.05.16).

RechteckSechtem

Am Freitag, den 27.05.2016, fuhr der NX-Zug 06:07 Uhr ab Bonn Hbf mit der kürzlich hauptuntersuchten 110469, die National Express selbst gehört. Am samstag war es die ES64 U2 036, die den HKX von Frankfurt nach Hamburg durch die Felder bei Sechtem zog (Hanno Fabian, 30.05.16).

RechteckÚstí nad Labem-Střekov


Am 26.05.16 fuhr ich mit dem Zug nach Ústí nad Labem-Střekov. Für einige Zeit war es Windstill, so entstanden schöne Spiegelbilder mit der Burg Schreckenstein (Alexander Hertel, 30.05.16).

RechteckVogtland 1

Am 26.05.2016 holte die Strabag 203 166 einen Kran in Aue ab und wurde in Steinpleis aufgenommen. Der neue VMS Triebwagen, welcher ab Fahrplanwechsel die 143 auf der Strecke Dresden-Hof ablösen wird, dreht schon seine Runden zur Lokführerschulung. Hier Aufgenommen in Ruppertsgrün am 21.05.2016 (Elias Wolf, 30.05.16).

RechteckWerrabahn

Auf der Werrabahn waren am vergangenen Sonntag zwei Kesselwagen-Ganzzüge unterwegs. Da es in der Gegend kein Chemieunternehmen gibt, war dies schon ein außergewöhnlicher Anblick. Gezogen wurden die beiden Züge von den zwei ehemaligen Reichsbahn-Lokomotiven 118 719-4 und 132 293-2.
Entstanden sind die Bilder unweit von Oberrohn, der kritischsten Stelle der gesamten Werrabahn. Hier kommt es an der Bahnstrecke, aber auch an der benachbarten Kreisstraße, immer wieder zu Bodensenkungen. Nach mehrmaligen Reparaturversuchen ist auf der Hauptbahn die Höchstgeschwindigkeit auf 10 km/h begrenzt. Wegen dieses "Matschloches" gilt inzwischen auch ausnahmslos die Streckenklasse CM4 (Gunnar Möller, 30.05.16).

Anzeige

Tanago

Europa

RechteckItalien: Südtiroler Bahn bald mit grenzüberschreitender Technik

In den vergangenen Monaten wurde ein Flirt-Zug mit einer 25-Kilovolt-Wechselstromversorgung und dem europäischen Zugsicherungssystem ERTMS ausgestattet und wird in den nächsten Monaten Testfahrten absolvieren. foto LPA/Margit Perathoner). Foto rechts: GK.
Der gesamteuropäische Eisenbahnverkehr wird nach wie vor von technischen Hindernissen eingebremst. So ist etwa die Signalgebung und Stromversorgung europaweit unterschiedlich geregelt. Im Rahmen der von der Europäischen Kommission vorangetriebenen Vereinheit-lichung der Signalgebungssysteme wurde das neue effiziente Eisenbahnverkehrsleitsystem - ERTMS - entwickelt. Um bei dieser Entwicklung ganz vorne mit dabei zu sein, werden Südtirols FLIRT-Züge in den kommenden Jahren mit diesem System ausgestattet.  "Dies erlaubt kurze Zugfolgezeiten, ein schnelleres Öffnen der Bahnschranken, einen rascheren Grenzübertritt am Brenner und in Sillian sowie eine insgesamt eine bessere Ausnutzung der bestehenden Infrastruktur", erklärt Mobilitätslandesrat Florian Mussner.
Und auch was die Stromversorgung betrifft, werden die FLIRT-Züge aufgerüstet. Der Antrieb mit 25 Kilovolt - im Übrigen die weltweit gebräuchlichste Stromversorgung für elektrische Bahnen - ist nicht nur energetisch, sondern auch technisch gesehen die einfachste und günstigste Lösung.
Ab 2019 werden zumindest auf der Vinschgauer Strecke alle FLIRT-Züge mit den neuen Technologien unterwegs sein. "Damit wird ein wichtiger Schritt hin zur dringend notwendigen Erhöhung der Kapazitäten, zur Einführung neuer Möglichkeiten der Kombination von Bahn und Fahrrädern sowie zur Umsetzung des Halbstundentaktes gemacht", sagt Mussner.
Bislang wurde ein Prototyp eines FLIRT-Zuges mit der notwendigen Technik ausgestattet. Der Prototyp hat die ersten Testfahrten erfolgreich absolviert und wird bis Anfang Juni in Mailand zu sehen sein. Dort trifft sich nämlich die Eisenbahnfachwelt auf dem " World Congress on Railway Research", der weltweit führenden Messe in Sachen Eisenbahn-Forschung (Pressemeldung Autonome Provinz Bozen - Südtirol, 30.05.16).

RechteckPolen: Letzter Tag für EN94 WKD




Am Freitag, den 27. Mai 2016 war der letzte Betriebstag der Baureihe EN94 von Warszawska Kolej Dojazdowa (WKD). Es verkehrten EN94-40+EN94-25 und EN94-17+EN94-34, der EN94-23+EN94-26 war Reserve in Komorów.
Nach 44 Jahren Betrieb wurden Stromspannung von 600 V DC auf 3000 V gewechselt. Der letzte Zug Nr 149 mit EN94-34+EN94-17 fuhr zwischen Warszawa Śródmieście WKD (ab 19.05.) und Grodzisk Mazowiecki Radońska (an 20.04).
Am 28. Mai wurde auf 3000 V DC umgeschaltet. In Zukunft werden umgerüstete EN97 (3. Spakte) und die neuen Züge EN100 (Typ 39WE, unten links) eingesetzt. Ein historischer EN80 steht in der Remise (unten rechts) (Ryszard Rusak, 30.05.16).

RechteckPortugal: CP Carga wurde Medlog
Die im Januar 2016 final privatisierte CP Carga hat sich Mitte Mai den Namen Medlog gegeben. Der neue Name resultiert aus Vorschlägen der jetzt 542 Mitarbeiter. MSC Rail, eine Tochter der Schweizer Schiffahrtsgesellschaft MSC, hatte die Firma zu 95 % erworben. Die restlichen 5 % bleiben vorerst bei CP Carga und sollen in einer Mitarbeiterbeteiligung aufgehen.
Die Firma wird nach Angaben der portugiesischen Blätter Observador und Publico die Zahl der Beschäftigten noch in diesem Jahr erhöhen, um die Wachstumsstrategie zu dem größten iberischen Logistikunternehmen angehen zu können. "Wir werden alle Arbeitsplätze erhalten und wir müssen Leute rekrutieren, wenn wir wachsen wollen. Das aktuelle Kontingent reicht nicht für ein wachsendes Unternehmen", sagte Carlos Vasconcelos, Präsident des Verwaltungsrats, am Rande der Präsentation der neuen Marke. Die neue Betriebsvereinbarung sieht aber auch eine größere Flexibilität in den Einsatzzeiten der Mitarbeiter vor. "Wir werden Güter per Bahn von Portugal nach Paris bringen, und dann innerhalb der letzten Meile direkt zum Kunden."
Seit dem Erwerb des Unternehmens von der CP-Gruppe haben die neuen Eigentümer bereits die kommerzielle Abteilung mit fünf Personen verstärkt, die Schulden in Höhe von 52 Mio. Euro bezahlt und 12 Mio. Euro in die Anmietung von vier Lokomotiven investiert. Die vier Vossloh-Lokomotiven sind in Spanien und Portugal einsetzbar, so dass der bisher übliche Lokomotivwechsel an der grenze entfällt.
Im Gespräch mit Journalisten wies Carlos Vasconcelos darauf hin, dass Medlog die Philosophie einer hauptsächlich auf Portugal beschränkten Tätigkeit ändern will und sich zunächst nach Spanien und dann in den Rest Europas ausweiten wird. Medlog hat derzeit 64 Lokomotiven (34 elektrische und 30 Diesel), während der größte Konkurrent Renfe Mercancias über 305 Lokomotiven verfügt (194 elektrische, 111 Diesel). Vorrangig für den Zugang nach Spanien seien der Bau der Verbindung Évora – Caia und die Modernisierung der Beira Alta. Die Spurweite sei derzeit nicht das Problem, da sie in Spanien und Portugal gleich sei und die Firma über ihre Muttergesellschaft MSC den Weitertransport nach Europa auch per Schiff organisieren könnte.
In Portugal, fügte er hinzu, ist es wichtig, vermehrt Multi-Client-Dienste anzubieten. Dazu sollen LKW-Terminals aquiriert werden und LKW-Transporte und Mehrprodukt-Züge aufgebaut werden. "Einer der größten Kunden der Bahn ist die Autobahn, die wollen wir aber nicht bekämpfen, sondern auf die Bahn bringen".
In Spanien sieht der Plan für dieses Jahr die Aufrechterhaltung der Dienste mit Partnern vor, aber im Jahr 2017 plant Medlog neue Dienste zu starten, mit dem Ziel "der größte iberische Dienstleister von Waren" zu werden (WKZ, Michael Laudahn, Quellle Observador, Publico, 30.05.16).

RechteckSchweiz: Schweizer Löhne auf Schweizer Schienen – erst recht am Gotthard

Mit einer symbolischen Gleisbesetzung in den Rangierbahnhöfen Basel-Muttenz und Chiasso haben die Bahngewerkschaften auf ihre Forderungen bei der Gotthard-Eröffnung aufmerksam gemacht. Die europäische, deutsche, italienische und die Schweizer Bahngewerkschaft SEV fordern gemeinsam das Prinzip, dass für ausländisches Personal die Löhne des Landes gelten, wo die Arbeit geleistet wird.
«Mit dem Gotthard-Basistunnel wird die Schweiz kleiner», betonte Giorgio Tuti, Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV vor den Medien in Basel. Was verkehrspolitisch durchaus erwünscht ist, hat seine Nebenwirkungen beim Personal. Wenn dereinst auch der Ceneri-Tunnel betrieben wird, kann ein Lokomotivführer ohne Pause und ohne Verletzung von Arbeitszeitvorschriften die Schweiz durchqueren.
SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger stellte klar: «Wir haben im Binnenverkehr mit den Gesamtarbeitsverträgen eine gute Absicherung des fahrenden Personals, und das Urteil im Fall Crossrail sichert uns dies auch im grenzüberschreitenden Verkehr zu. Nun geht es darum, auch im Transitverkehr das Prinzip ‹Schweizer Lohn auf Schweizer Schienen› zu verankern.»
Unterstützung bekommt der SEV aus Deutschland und Italien. An der Medienkonferenz in Chiasso sprachen Sara Tripodi von CGIL/Filt sowie Pancrazio Raimondo von UIL für die italienischen Kolleginnen und Kollegen. In Basel erklärte der Vorsitzende der deutschen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Alexander Kirchner: «Wir fordern, dass für die Zeit eines grenzüberschreitenden Einsatzes die Löhne des Landes gezahlt werden, in dem der Einsatz erbracht wird – vorausgesetzt, diese sind nicht niedriger als im Herkunftsland.» In keinem Land dürften unterschiedlich hohe Löhne als «Standortvorteil» zu Lasten der Arbeitnehmer gelten. Dagegen kämpften die Gewerkschaften mit aller Macht an. «Unser soziales Verständnis beruht auf Solidarität und nicht darauf, Beschäftigte gegeneinander auszuspielen», stellte Alexander Kirchner fest.
Rückhalt gibt es auch aus der europäischen Gewerkschaftszentrale in Brüssel. Der Luxemburger Guy Greivelding, Präsident der Bahnsektion der Europäischen Transportarbeiter-Föderation ETF hielt fest: «Es kann nicht sein, dass der grenzüberschreitende Verkehr über Lohndumping organisiert wird. Die ETF fordert ohne Wenn und Aber, dass die am Ort der erbrachten Leistung gültigen Löhne stets gezahlt werden müssen.» Greivelding wies zudem auf die Bürgerinitiative «Fair Transport Europe» hin, für die zurzeit in der EU die Unterschriftensammlung läuft. Die Initiative fordert soziale Arbeitsbedingungen und faire Löhne im gesamten europäischen Verkehrswesen. Der Luxemburger kündigte zudem einen Relaunch des europäischen sozialen Dialogs Schiene an, an dem auch die Schweiz über die ETF und den Arbeitgeberverband CER teilnimmt.
Zuvor hatten die Gewerkschafter in den Rangierbahnhöfen Muttenz bei Basel und Chiasso ihre Forderung mit einer symbolischen Blockade des Güterverkehrs unterstrichen. Gemeinsam stellten sich die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter mit einem Transparent vor eine abfahrbereite Lok und illustrierten damit die Forderung: «Schweizer Löhne auf Schweizer Schienen – erst recht am Gotthard» (Pressemeldung SEV, 30.05.16).

Probeabo


Probeabo nur 10 Euro
Probeabo:
3 Hefte nur 10 Euro


Specials


Fotoerlaubnis D


Fotoerlaubnis UK


Aktuelle Angebote


Bahnbetriebswerk Pasewalk

Mit der Straßenbahn
durch das
Berlin der 60er Jahre


LOK Report Reiseführer

Europa Reiseführer 2016/2017