LOK Report - Nachrichtenmagazin fuer Eisenbahnfreunde
  English Introduction ImpressumRedaktionKontakt
   
Europäisches Nachrichtenmagazin für Eisenbahnfreunde

Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag

LOK Report – Freitag, 02.12.16

Schicken Sie eine Meldung

TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
EBA-Zulassung für feste Betonfahrbahn Von Alstom
Absatzlinie
Winterbetrieb Sauschwänzlebahn in drei Tunneln wieder zulässig
Absatzlinie
Deutsch-polnischer Bahngipfel
in Stettin

Absatzlinie

Keolis startet Nervenkrieg
gegen die RATP

Absatzlinie
Bessere Verbindungen
Ukraine - Polen geplant

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Bahnpark Augsburg

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckEVG: Proteste gegen 4. Eisenbahnpaket

Im Dezember wird das Europäische Parlament abschließend über das 4. EU-Eisenbahnpaket beraten. Die ETF wird diese abschließenden Beratungen noch einmal mit Protestaktionen begleiten. Auch die EVG beteiligt sich an den Protesten.
Am 5. Dezember wird sich der Verkehrsausschuss, am 13. Dezember dann auch das Plenum des EU-Parlamentes mit der Vorlage befassen. Unser Protest richtet sich vor allem gehen die Neufassung der EU-Verordnung 1370/2007. Sie bringt für die Beschäftigten keine Verbesserungen. Denn bei einem Betreiberwechsel ist die Übernahme der Beschäftigten nach wie vor nur als "Kann-Bestimmung" enthalten. Hier sind wir in Deutschland schon weiter. Gemeinsam mit dem DGB und der SPD-Afa hat die EVG erreicht, dass der Personalübergang bei Betreiberwechsel als "Soll-Bestimmung" im Gesetz steht. Etliche Mitgliedsstaaten haben solche Regelungen aber nicht. Deshalb fordern wir:
• Schluss mit unterschiedlichen Regelungen für Verkehrsbeschäftigte in der EU. Es darf keine Beschäftigten erster und zweiter Klasse geben!
• Und auch in Deutschland ist das Thema Personalübergang noch nicht abgeschlossen: Wir fordern solche Regelungen auch für den Busbereich.       
Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner hat sich deshalb gemeinsam mit ver.di-Vorstandsmitglied Christine Behle an die deutschen EU-Abgeordneten gewandt und sie aufgefordert, die Novellierung der 1370 abzulehnen. "Als Vertreterin bzw. Vertreter allereuropäischen Beschäftigten haben Sie die Möglichkeit, hier für gleiche Rechte und Bedingungen europaweit zu sorgen." (Pressemeldung EVG, 02.12.16).

RechteckGDL: Altes Angebot – neu erklärt
Mit diesen Worten lässt sich die fünfte Verhandlungsrunde mit der DB am 28. November 2016 in Frankfurt am Main trefflich beschreiben. Die einzige Veränderung zum Angebot vom 17. November war eine Verhandlungsverpflichtung über die gewonnenen Erkenntnisse der betrieblichen Arbeitszeitprojekte, die der Arbeitgeber statt der geforderten Arbeitszeitregelungen durchführen will.
"Probieren statt normieren" – das ist das Ziel der Arbeitgeber in den Verhandlungen. Anstatt handfeste Regelungen für das Zugpersonal zu tarifieren, soll lieber auf der grünen Wiese probiert werden und zwar nur im Rahmen der vom Arbeitgeber gewünschten Grenzen. Die Belastung des Zugpersonals ist einfach zu hoch, um sich den Luxus einer zweijährigen Erprobungsphase gönnen zu können, an deren Ende keine verbindlichen Verbesserungen für das gesamte Zugpersonal stehen.
Dabei ist es doch gar nicht so schwer – die GDL fordert nichts Unmögliches. Sie möchte mit dem Modell "5+2" eine Gleichstellung des Zugpersonals mit den weiteren Beschäftigten im Konzern erreichen, denn auch die haben pro Kalenderwoche fünf Arbeitstage und zwei zusammenhängende Ruhetage. Auch sah sich die DB nicht in der Lage, zu den weiteren Forderungen Angebote vorzulegen. Vielmehr soll es für das Zugpersonal bei den angebotenen sagenhaften 0,66 Prozent bleiben.
Für den 16. Dezember 2016 ist eine sechste Verhandlungsrunde in Berlin vereinbart. Die GDL hat den Arbeitgeber nochmals klar und unmissverständlich aufgefordert, ein neues und kein "neu erklärtes" Angebot vorzulegen. (Pressemeldung GDL, 02.12.16).

Anzeige

LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8
• Band 6: Die Linien 44, 47 und 49 ISBN 978-3-935909-36-5

Band 6 erscheint am 10.12.2016

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Industrie

RechteckAlstom: EBA-Zulassung für feste Betonfahrbahn für den Fernverkehr
Alstom hat vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Zulassung für seine Lösung einer feste Fahrbahn für Hochgeschwindigkeits- und konventionelle Bahnstrecken, das sogenannte "New Ballastless Track" (NBT), erhalten. Diese schotterlose Technologie für Schienenwege wurde für den Personen- und Güterverkehr bei einer maximalen Betriebsgeschwindigkeit von 360 km/h entwickelt.
Alstom hat NBT für Betreiber von Schienennetzen entwickelt, die eine feste Fahrbahn benötigen, also einen Schienenweg mit einer langen Lebensdauer und hoher Verfügbarkeit. Das Alstom-System NBT kann schneller als eine herkömmliche feste Fahrbahn installiert und für den Personen- und Güterverkehr genutzt werden. NBT ist eine innovative feste Fahrbahnkonstruktion, die aus der Erfahrung mit dem Oberbau von Schienenwegen entstanden ist.
Der Bau basiert auf der betriebserprobten Appitrack-Technologie, die schnelleren Baufortschritt mit 300 m verlegtem Gleis am Tag und eine Zeiteinsparung von 40% bei der Gleisverlegung ermöglicht (Pressemeldung Alstom, 02.12.16).

Anzeige

Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBW: Winterbetrieb Sauschwänzlebahn in drei Tunneln vorläufig weiter zulässig
Mit Beschluss vom 29. November 2016 hat der 5. Senat des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) den Sofortvollzug des vom Regierungspräsidium Freiburg am 27. Oktober 2016 - für den Bahnbetrieb in den Tunneln im Winter - ausgesprochenen Teilwiderrufs des Planfeststellungsbeschlusses zum Betrieb einer Museumsbahn zwischen den Bahnhöfen Weizen und Zollhaus-Blumberg ("Sauschwänzlebahn") teilweise ausgesetzt, und zwar für den Bahnbetrieb im Grimmelshofener Tunnel, im Tunnel in der kleinen Stockhalde und im Buchbergtunnel. In diesen Tunneln ist der Winterbetrieb daher vorläufig zulässig. Hinsichtlich des Bahnbetriebs im Weiler Kehrtunnel, im Stockhalde Kehrtunnel und im Tunnel am Achdorfer Weg hat der VGH den Sofortvollzug des Teilwiderrufs hingegen bestätigt, für den Tunnel am Achdorfer Weg allerdings nur bis zum 31. März 2017. Damit hatte der Eilantrag der Betreiberin der Museumsbahn (Antragstellerin) teilweise Erfolg (vgl. zum vorangegangenen Verfahren um den Winterbetrieb der Sauschwänzlebahn Pressemitteilung Nr. 24 vom 12.07.2016).
Mit dem Teilwiderruf hatte das Regierungspräsidium Freiburg den bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr vom 10. Januar 1978 sofort vollziehbar widerrufen, soweit dieser einen Bahnbetrieb in sechs Tunneln der Museumsbahnstrecke auch im Winter (1. November bis 31. März des Folgejahres) zuließ. Da ein Teil der Tunnel mittlerweile von Fledermäusen als Winterquartier genutzt werde, verstoße ein "Winterbetrieb" nunmehr gegen Naturschutzrecht.
Der 5. Senat hielt den Sofortvollzug des Teilwiderrufs unter Abwägung der berührten öffentlichen und privaten Interessen derzeit nur für den "Winterbetrieb" im Weiler Kehrtunnel sowie im Stockhalde Kreiskehrtunnel und - insoweit aber nur bis zum 31. März 2017 - im Tunnel am Achdorfer Weg zum Schutz streng geschützter Fledermausarten, insbesondere der Mopsfledermaus, für gerechtfertigt. Von einer erheblichen Störung streng geschützter Fledermausarten könne nach bislang vorliegenden Erkenntnissen derzeit allenfalls im Weiler Kehrtunnel und im Stockhalde Kreiskehrtunnel ausgegangen werden, da allein dort eine größere Anzahl von Fledermäusen überwintere. Beim Tunnel am Achdorfer Weg sei dies derzeit (noch) nicht geklärt. Vor Abschluss der laufenden Untersuchungen lasse sich dies jedoch auch dort nicht von der Hand weisen, sodass ein (vorläufiger) Widerruf jedenfalls für diesen Winter bis zum 31. März 2017 gerechtfertigt erscheine. Bei den anderen drei Tunneln (Grimmelshofener Tunnel, Tunnel in der kleinen Stockhalde und Buchbergtunnel) gebe es derzeit jedoch keine hinreichenden Anhaltspunkte für Verstöße gegen Naturschutzrecht. Insoweit habe das Interesse der Antragstellerin, den Bahnbetrieb dort einstweilen ohne jahreszeitliche Einschränkungen fortführen zu dürfen, Vorrang. Denn nicht die Antragstellerin, sondern das Regierungspräsidium trage die materielle Beweis- bzw. Feststellungslast dafür, dass die Voraussetzungen für einen Widerruf erfüllt seien. Der Beschluss ist unanfechtbar (5 S 2137/16) (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, 02.12.16).

RechteckBrandenburg: Deutsch-polnischer Bahngipfel in Stettin
Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg und Polen-Koordinator der Bundesregierung, zieht eine positive Bilanz des 2. deutsch-polnischen Bahngipfels, der in Stettin (Szczecin) stattfand. Daran nahmen Verkehrspolitiker beider Staaten sowie die Spitzen der Bahngesellschaften teil. Woidke hatte den ersten Bahngipfel im September 2015 in Potsdam initiiert und heute bereits für den nächsten nach Brandenburg eingeladen. Er sagt zum jährlichen Turnus: "Zwischen den Tagungen arbeiten Experten auf beiden Seiten an den einzelnen Aufgaben. Dadurch können wir konsequent an den Themen bleiben."
Gemeinsam mit Berlins Verkehrssenator Andreas Geisel kündigte Woidke an, dass der äußerst erfolgreiche "Kulturzug" zwischen Berlin, Cottbus und Breslau (Wroclaw) auch in den kommenden Jahren Bestand haben wird. Er wird an Wochenende von bis zu 1.000 Personen genutzt. Dazu verständigten sich die Länder Brandenburg und Berlin sowie die Deutsche Bahn auf eine gemeinsame Übernahme der Kosten in Höhe von insgesamt 300.000 Euro jährlich.
Woidke:"Hier zeigt sich, dass man manchmal etwas riskieren und ein gutes und originelles Angebot machen muss. Dann gibt es auch eine Nachfrage. Alle Seiten haben hier an einem Strang gezogen, um dieses interessante Zugangebot auch für die nächsten Jahre zu sichern." Woidke äußerte die Erwartung, dass ab Fahrplanwechsel 2018/19 wieder eine reguläre Fernverkehrsverbindung zwischen Berlin und Breslau und weiter nach Krakau angeboten werden kann, sofern bis dahin die entsprechende Infrastruktur gesichert ist.
Senator Andreas Geisel kann die positiven Erfahrungen vieler Fahrgäste aus seinem Breslau-Besuch im Sommer nachvollziehen: "Das Angebot ist deutlich attraktiver als die bisherigen Angebote; es war damit zwingend und richtig, dass die beiden Länder sich aktiv für die Weiterführung des Kulturzugs eingesetzt haben und hierzu auch eigene Mittel eingebracht haben."
Wichtiger Diskussionspunkt war der Ausbau der Strecke Berlin-Angermünde-Stettin. Woidke: "Der ständig wachsende Verkehr und die gute Auslastung der Verbindung zwischen beiden großen Metropolen macht den Ausbau dringend erforderlich - und zwar zweigleisig." Geplant ist vom Bund bisher nur der eingleisige elektrifizierte Ausbau, der Geschwindigkeiten bis 160 Stundenkilometer erlauben wird. Allerdings konnten Bund und Bahn heute noch keine sicheren Fertigstellungstermine nennen. Ein zweites Gleis machen Bund und Bahn von der Verkehrsentwicklung abhängig. Für die Strecke Berlin-Gorzow` ist der Neubau einer Brücke über die Oder bei Küstrin erforderlich. Die Planungen dazu laufen bereits.
Die Teilnehmer des Gipfels diskutierten auch die Auswirkungen aufgrund der anstehenden Bauarbeiten auf polnischer Seite für die Verbindung Berlin-Warschau. Sie wurde im Jahr 2015 von etwa 480.000 Passagieren genutzt. Die Arbeiten machen Umleitungen um etwa eine Stunde erforderlich. Ab dem Jahr 2020 soll die normale Reisezeit etwa 5 Stunden betragen.
Woidke: "Bauarbeiten sind zunächst eine Beschwernis für die Passagiere. Künftig wird diese überaus wichtige Verbindung zwischen unseren beiden Hauptstädten aber noch schneller und attraktiver sein. Während der Bauarbeiten müssen die Einschränkungen für die Reisenden in einem erträglichen Rahmen bleiben, damit sie nicht auf das Auto oder das Flugzeug umsteigen. PKP Intercity und DB Fernverkehr stehen in enger Abstimmung, um die Auswirkungen der Baustelle für die Kunden so gering wie möglich zu halten."
Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider sagte: "Wir sind seit dem Bahngipfel vor einem Jahr ein Stück voran gekommen. Auf den Linien nach Kostryn,  Gorzow und Zielona Gora haben wir in diesem Jahr mehr Verbindungen geschaffen. Künftig brauchen wir mehr stabile grenzüberschreitende Verbindungen im Bahnverkehr. Dazu ist es wichtig, dass wir zu besserer Planungssicherheit auf allen Seiten kommen - und es ist dringend erforderlich, dass die Fahrzeughersteller Züge herstellen, die auf beiden Systemen fahren können."
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, sagte: "Ich freue mich sehr, dass die Deutsche Bahn mit Unterstützung der Länder Berlin und Brandenburg auch weiterhin eine direkte Verbindung von Berlin nach Breslau anbieten wird. Das ist nicht nur eine gute Nachricht für alle Bahnkunden in der Region, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Verbesserung des deutsch-polnischen Bahnverkehrs. In enger Abstimmung mit den Aufgabenträgern werden wir auch weiter intensiv daran arbeiten, den Schienenverkehr zwischen beiden Ländern attraktiver zu machen."
Brandenburg mit seinen intensiven und vielfältigen Verbindungen nach Polen setzt sich zusammen mit Berlin seit langem für Verbesserungen im deutsch-polnischen Schienenverkehr ein. Nach der Sitzung zog Woidke Bilanz: "Wir sind engste Wirtschaftspartner, der Tourismus floriert in beide Richtungen. Aber während der Verkehr auf der Straße rollt und immer dichter wird, kommen wir bei der Schieneninfrastruktur bisher zu langsam voran. Dieser 2. Bahngipfel war ein wichtiges Signal, dass sich das dank gemeinsamer Anstrengungen ändert."
Am  Bahngipfel hatten Verkehrspolitiker des Bundes, der polnischen Regierung sowie der Länder und Wojewodschaften teilgenommen. Die Bahnen wurden unter anderem durch die Vorstandsvorsitzenden von Deutscher Bahn und Polnischer Bahn, Rüdiger Grube und Mirosław Pawłowski, vertreten (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, 02.12.16).

RechteckBrandenburg: E-Scooter in Bussen und Bahnen: auf Runden Tisch verständigt
Die gemeinsame Fachtagung des Landesbehindertenbeauftragten Joachim Leibiger und des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft zum Thema "E-Scooter im öffentlichen Personennahverkehr" fasste Staatssekretär Dr. Klaus Sühl am 30.11.2016 wie folgt zusammen: "Die Verkehrsbetriebe haben derzeit noch berechtigte sicherheits- und haftungsrecht-liche Bedenken bei der Mitnahme von E-Scootern. In der Tat braucht es Normen und Regelungen, die für die Unternehmen, die E-Scooter-Nutzer und die weiteren Fahrgäs-te Sicherheit schaffen. Dafür gibt es nach dem Runden Tisch in Nordrhein-Westfalen jetzt eine Vorlage, die zu einem Erlass aller Bundesländer führen soll. Thüringen un-terstützt dieses Vorgehen ausdrücklich." Der Staatssekretär beruft daher einen Runden Tisch für Thüringen ein, der sich rasch mit dem Erlass und seiner Umsetzung beschäftigen wird.
Der Erlass wird die bundesweite Mitnahmeverpflichtung durch die Verkehrsunternehmen regeln. "An einem Runden Tisch werden die Akteure wie Behindertenverbände und die Thüringer Verkehrsunter-nehmen an der Umsetzung des Erlasses beteiligt", kündigt Sühl an. 
Wenn bestimmte Mindestbedingungen durch E-Scooter, Linienbusse, die Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer eingehalten werden, besteht eine Beförderungspflicht nach dem Personenbeförderungsgesetz. Die Anforderungen an die E-Scooter sind z.B. eine Feststellbremse, Standfestigkeit, Vierrädrigkeit sowie bestimmte Maße. Die Busse müssen mit einer genormten Aufstellfläche ausgestattet sein. Ein genereller Ausschluss von E-Scootern im ÖPNV würde damit der Vergangenheit angehören. 
"Die Fachtagung hat einen Weg aufgezeigt, wie die Mitnahme von E-Scootern in Linienbussen wieder möglich gemacht werden kann. Das ist ein gutes Signal", sagt Joachim Leibiger. Ich hoffe, dass wir in Thüringen bald einen entsprechenden Erlass haben und mit den Verkehrsunternehmen über die Um-setzung reden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es für Straßenbahnen wegen der unterschiedlichen Fahrzeugtypen nur regionale Lösungen geben kann. Hier hoffe ich ebenfalls auf baldige konstruktive Gespräche mit den betreffenden Verkehrsunternehmen."
Hintergrund:
In Thüringen werden seit 2015 in vielen Verkehrsunternehmen Nutzer von Elektro-Mobilen nicht mehr oder nur eingeschränkt mitgenommen. Hintergrund ist die Studie im Auftrag des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, die zu dem Ergebnis kam, dass bei der Beförderung von E-Scootern in Linien-bussen ein Gefährdungspotenzial für die E-Scooter-Fahrer sowie für andere Fahrgäste bestehen kann.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat vorgeschlagen, einen bundesweit einheitlichen Erlass der Verkehrsressorts aller Länder zu veröffentlichen, in dem eine bundesweit einheitliche Verfahrensweise zur Mitnahme von E-Scootern in Linienbussen geregelt werden soll. Weitere Informationen sind in Kürze unter http://www.thueringen.de/th10/bb/index.aspx abrufbar. (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 02.12.16).

Anzeige

Farrail Tours

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckTermine am Wochenende
Termine am Wochenende finden Sie auf unserer Terminseite (LOK Report, 02.12.16).

RechteckAbschiedsfahrt für Steuerwagen mit "Karlsruher Kopf"

Die Personenwagen der Gattung n, im Volksmund auch "Silberlinge" genannt, prägten seit den 1960er-Jahren das Bild des Schienennahverkehrs. Anfang der 1970er-Jahre wurde im DB-Werk Karlsruhe ein neuer Steuerwagen mit einer markanten Fahrzeugfront, eben dem "Karlsruher Kopf", entwickelt. Diese Steuerwagen waren über vier Jahrzehnte im Land im Einsatz. Heute gehen sie mit einer Abschiedsfahrt von Ulm nach Crailsheim endgültig in den Ruhestand.
In Crailsheim wurde der Steuerwagen an das DB Museum Nürnberg übergeben. "Im Rahmen der Übergangsverträge werden wir in den kommenden Monaten einen Großteil der Silberlinge gegen moderneres Wagenmaterial tauschen. So können wir jetzt dem DB Museum ein Fahrzeug zur Verfügung stellen", sagte Frank Dietrich, Geschäftsführer der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH (RAB). Russalka Nikolov, Direktorin des DB Museums Nürnberg: "Wir freuen uns über dieses gut erhaltene Fahrzeug", so die Direktorin. "Es ist im ehemaligen DB Werk Karlsruhe entwickelt worden und zählt somit zu einem der Eigengewächse der Bahn. Das macht es besonders wertvoll für uns. Wir werden es für die nächsten Generationen erhalten!"
Gemeinsam mit der Fachzeitschrift "Eisenbahn-Kurier" hatte DB Regio Baden-Württemberg im August zu einem Fotowettbewerb aufgerufen. "Die Karlsruher Steuerwagen waren bei vielen Eisenbahnfreunden und -fotografen in den letzten Monaten ein sehr begehrtes Fotoobjekt. In der EK-Redaktion freut es uns deshalb sehr, dass DB Regio diese Fahrzeuge würdig verabschiedet und dazu den Fotowettbewerb ins Leben gerufen hat", sagte Christian Wolf vom Eisenbahn-Kurier. Zusammen mit Frank Dietrich kürte er während der Abschiedsfahrt die drei Gewinner des Wettbewerbs. Platz eins sicherte sich Rudolf Warda aus Überlingen, Platz zwei belegte Ralf Schreiner aus Worms, und auf Platz drei landete Mathias Dersch aus Gottenheim. Sie erhielten einen Fotodruck ihres Motivs und ein Zuglaufschild der Abschiedsfahrt (Pressemeldung Deutsche Bahn, 02.12.16).

RechteckIm Bahnpark Augsburg soll ein Studentenwohnheim entstehen

Das denkmalgeschützte Übernachtungsgebäude im Bahnpark Augsburg soll saniert und zum Studentenwohnheim umgebaut werden. Mit der sogenannten "Freistellung von Eisenbahnbetriebszwecken" wurde nun die entscheidende baurechtliche Voraussetzung geschaffen. Im Vordergrund die Botschafter-Lokomotive Sloweniens 06-013 (Borsig 1930).
Der Bahnpark Augsburg will mit seinem Museumskonzept vor allem auch junge Menschen für Technik und historische Eisenbahnen begeistern. Nun soll in einem ehemaligen Übernachtungsgebäude für Lokführer und Heizer ein Wohnheim für Studenten entstehen.
Seit rund 20 Jahren steht das ehemalige Übernachtungsgebäude aus der Zeit der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen leer. Lange Zeit wurde mit den Behörden um den Erhalt und um ein tragfähiges Nutzungskonzept für das Baudenkmal gerungen. Nun ist die größte baurechtliche Hürde überwunden worden: Mit Bescheid der bayerischen Landeseisenbahnaufsicht vom 25. November 2016 wurde das Gebäude "von Eisenbahnbetriebszwecken freigestellt" und somit der kommunalen Planungshoheit unterstellt. Damit kann jetzt bei der Stadt Augsburg der bereits vorbereitete Bauantrag eingereicht werden.
Wo sich früher Lokführer und Heizer nach ihren anstrengenden Dienstschichten zur Ruhe begaben, sollen 24 zeitgemäße Wohnplätze für Studenten der technischen Studiengänge an der Hochschule Augsburg entstehen. Damit will der Bahnpark die enge Verbindung zur Hochschule weiter intensivieren, die seit vielen Jahren immer wieder mit Studien- und Diplomarbeiten am Aufbau des Museumsprojektes mitwirkt. Die Kosten für die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes werden auf über zwei Millionen Euro geschätzt. Ziel der Planer ist die Eröffnung des Studentenwohnheimes zum Wintersemester 2018/19. Nähere Informationen unter: www.bahnpark-augsburg.eu (Pressemeldung Bahnpark Augsburg, 02.12.16).

RechteckSonderzug von Gera nach Schleiz - Teil 1


Am 27.11.2016 fuhr 86 1333 einen Sonderzug von Gera nach Schleiz. Das war der erste Sonderzug seit ca 20 Jahren auf den Streckenabschnitt Schönberg - Schleiz (Kevin Wolf, 02.12.16).

RechteckSonderzug von Gera nach Schleiz - Teil 2

Für einen großen Ansturm an Schaulustigen sorgte die seit Jahren erste lokbespannte Zugfahrt auf der Wisentatalbahn. Die Geraer-Eisenbahnwelten luden mit ihrem "Weihnachtszug" zu einer Fahrt von Gera über Weida undZeulenroda nach Schleiz ein. Zuglok an diesem 1. Advent war 86 1333 mit einem Vier-Wagen-Zug. (Michael Stephan, 02.12.16).

Anzeige

LOK Report 12/16

LOK Report Ausgabe 12/16

Das Inhaltsverzeichnis als pdf

Lesen Sie
weitere Informationen

So lernen Sie
den LOK Report kennen:
RechteckBestellen Sie ein kostenloses Probeheft
RechteckDas Probeabo: 3 Hefte für nur Euro 10

Mit der Kamera notiert

RechteckAltenburg


Am 28.11.2016 konnte in Altenburg die ITB 345 392 (98 80 3345 392-5 D-ITB) beim Rangieren beobachtet werden. Währenddessen wartete die an Raildox vermietete 187 014 auf neue Aufgaben (Frank Thomas, www.unstrutbahn.de, 02.12.16).

RechteckBasel

Noch fahren sie in Deutschlands Süden: VT 611 010 und 039, aber ihr Stern ist im Sinken. Aufgenommen in Basel Bad. Bf. am 25.11.2016 bei trübem Wetter (Andreas Bogott, 02.12.16).

RechteckChyše




Am 29. November fuhr ich aus Prag nach Markt Chyše (Chiesch) über Plzeň und Blatno u Jesenice (Pladen). Chyše liegt an der reizvollen Strecke Rakovník - Blatno - Bečov nad Teplou (Petschau). Im Chyše sind ein Schloß und eine Brauerei (Inhaber Dipl Ing. Vladimír Lažanský).
Auf der KBS 161 sind im Regelverkehr Schienenbusse der Reihe 810 (Brötchen) unterwegs. Fahrdienstleiter sind nur im Blatno u Jesenice (Zugleiteung) und Jesenice (Jechnitz). Güterverkehr existiert - Holzzüge aus Bochov (Buchau) und Toužim (Theusing), im Bhf Jesenice ist ein Kohlelager.
In Chyše besuchte ich den Kirchhof und die Brauerei, wo es drei Biersorten von Fass gibt. Danach fuhr ich mit dem Regionalbus nach Lubenec (Lubentz) und dann nach Blatno über die kleinen Dörfchen Žďárek (Scheer) und Tis u Blatna. In Blatno ort besuchte ich das Gast- und Kulturhaus im Zentrum (Bier Žatec/Saaz), da die Gaststätte am Bahnhof Ruhetag hatte (leider z.Z. nur am Fr. und So Abend). Aus Blatno fuhr ich mit Zug über Jesenice nach Rakovník und zurück nach Hause.
Die Fotos zeigen den Bhf Blatno mit Zug nach Bečov mit Tw 810 050, die Zugkreuzung in Chyše mit 810 050 und 810 319, die Kirchhofkirche in Chyše, Dunkelbier im Bräuhaus Chyše, das Schloß Chyše, den Regionalbus Typ Karosa in Lubenec und den Bhf Jesenice (Martin Kubík, 02.12.16).

RechteckDB Nachtzug ohne Motivation - Teil 2

Auf meine Beschwerde per email (siehe gestern) hat die Deutsche Bahn mit einer Anreihung von Textbausteinen reagiert. Auf die Tatsache, dass Fahrgäste im Anteil eingeschlossen wurden, wurde in der Antwort nicht eingegangen:
Sehr geehrter Herr ..., vielen Dank für Ihre E-Mail.
Es freut uns, dass Sie Ihre Reise nach Prag mit der Bahn geplant haben. Umso mehr bedauern wir, dass wir Ihnen Ihr Anliegen nicht rechtzeitig beantworten konnten. Für kurzfristige und detaillierte Ereignisse empfehlen wir Ihnen, uns beim nächsten Mal telefonisch zu kontaktieren. Unter 0180 6 996633 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf) sind wir rund um die Uhr für Sie erreichbar.
Für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen wir uns. Wir freuen uns, wenn Ihre Reise doch noch zu einem guten Ende geführt hat und wir Sie bald wieder an Bord der Züge der Deutschen Bahn begrüßen dürfen. Mit freundlichen Grüßen ... (JKHalle Verkehrsfotografie, 01.12.16).

RechteckElbumleiter Teil 3

Vom 07.11.2016 bis 14.11.2016 wurde die Elbtalstrecke von Pirna bis zur tschechischen Grenze für Gleisarbeiten in Pirna und Bad Schandau sowie Weichenwechsel in Rathen total gesperrt. Für den Personenverkehr wurde SEV eingerichtet. Die Güterzüge welche eigentlich die Strecke fahren, wurden umgeleitet.
DB Cargo fuhr seine Züge ab Zwickau mit der Baureihe 232 in Doppeltraktion über Plauen, Bad Brambach, Vojtanov nach Cheb. Captrain/ITL nutzte ebenfalls diese Strecke wobei aber in Werdau von Elok auf die Baureihe 250 oder 285 umgespannt wurde. Auch Metrans fuhr seine Containerzüge als Umleiter, diese fuhren aber bis ins fränkische Hof, dort wurde die Baureihe 761 (ER20) von Metrans vorgespannt. Von Hof ging es über Marktredwitz, wo Kopf gemacht wurde und dann ging es bei Schirnding über die Grenze.
Die Fotos zeigen 232 703+232 589 mit dem KT 52305 bei Steinpleis aus Zwickau und 386 008 Metrans mit dem aus Hof kommenden Containerzug DGS 52224 am Haltepunkt Steinpleis am 12.11.2016 (Elias Wolf, 02.12.16).

RechteckStuttgart

Meine Aufnahme zeigt den Zugzielanzeiger auf Gleis 2 im Bahnhof von Stuttgart-Bad Cannstatt. Die Anzeige betraf meine zu nutzende Linie S 3. Sagenhafte 1410 Minuten Verspätung bedeuten 23 Stunden und 30 Minuten. Zum Glück mussten wir Fahrgäste aber nur 30 Minuten warten (Karl-Josef Hartmann, 02.12.16).

RechteckWiederitzsch

233 572 mit 98698 Großkorbetha - Küchwald und HVLE V 490.3 (264 008) mit 95245 Lpz.Schönefeld - Kühnhausen wurden am 30.11.16 in Wiedritzsch fotografiert (Torsten Liermann, 02.12.16).

 

Anzeige

Tanago

Europa

RechteckFrankreich: Danone entwickelt System zu Überwachung von Wagen
Um den Schienenverkehr zu optimieren, prüft Danone derzeit den Einsatz von Sensoren auf seinen Wagen. Schon in den 50er Jahren baute Danone Waters einen der ersten privaten Güteranschlüsse, um die Evian-Flaschen per Bahn zu versenden. Dieser Wassertransport ist vor allem in den letzten Jahren aus Umweltgründen weiter gewachsen. "Heute transportieren wir mehr als 60% der Produktion mit dem Zug. Eine strategische Wahl, da die Logistik 40% des gesamten ökologischen Fußabdrucks von Danone Waters ausmacht", sagte Antoine Pulcini, Direktor für Logistik gegenüber dem IT-Magazin Silicon.
Um den Transport zu optimieren, haben IDEO, eine Tochtergesellschaft der Kontraktlogistik-Gruppe ID Logistics, und Everysens, ein Startup-Unternehmen für integrierten Lösungen zur Rückverfolgbarkeit, ein Pilotprojekt zur Optimierung der Logistikströme der Wagenflotte gestartet.
Aus mehr als 150 Wagen liefern Sensoren in Echtzeit Daten wie Temperatur, Geschwindigkeit, Position, Störungen, abweichende Bewegungen und Erschütterungen. "Diese Daten werden dann auf der Software-Plattform analysiert und Warnungen und Informationen per SMS oder E-Mail an den Kunden übermittelt", erklärt Youness Lemarbet, Präsident und Gründer von Everysens.
Die Sensoren sind autonom, arbeiten ohne Strom und haben - abhängig vom Datenvolumen - eine Lebensdauer zwischen 3 und 8 Jahren. Die Sensoren werden von der Firma Alliansys hergestellt und über das Netzwerk SigFox ausgelesen. Sie könnten auch zur Instandhaltung der Wagen und deren Überwachung eingesetzt werden. Andere Anwendungen sind in Überlegung, einschließlich derer zur Überführung leerer Wagen und Kostenoptimierung für den Transport.
Die Implementierung des Systems über ein Dutzend Bestimmungsorte in Europa hat fünf Monate gegenüber den drei ursprünglich geplanten gedauert. In Bezug auf auf die Investitionsrendite ist das System für Danone zwar noch nicht signifikant, aber die betriebliche Effizienz und Perspektive in Echtzeit stellen zusätzliche Anwendungen in Aussicht (WKZ, Quelle Silicon, 02.12.16).

RechteckFrankreich: Keolis startet Kampagne gegen die RATP um den Grand Paris Express
Die SNCF-Filiale Keolis kritisiert Berichten der Zeitungen Le Monde und Les Echoes zufolge, dass in dem für die zukünftigen Metro Grand Paris Express vorgesehenen Betriebsmodus die RATP übermäßig beteilgt wird. Dies wirke sich auf die Effizienz des künftigen Netzes aus. Keolis droht, sich in diesem Fall aus den Ausschreibungen zum Betrieb der einzelnen Linien zurück zu ziehen.
Der Betriebsmodus dieser automatischen Metro, die den Transport in der Region Ile-de-France revolutionieren soll, ist demnach gefährdet, noch bevor die Arbeiten zum Bau der ersten Linie begonnen haben. Das Netz des Grand Paris Express wird eine Länge von 200 bis 400 km automatisierter Metro-Linien umfassen. Es verdoppelt innerhalb von 15 Jahren den bisher innerhalb der Stadt Paris liegenden Einzugsbereich der Metro auf die Île-de-France. Die Planung sieht die RATP als Infrastrukturverwalter vor, während der Betrieb ausgeschrieben wird.
Keolis kritisiert den rechtlichen und technischen Rahmen: "Das derzeitige Gesetz schafft eine Situation, die den Wettbewerb fast unmöglich macht", kritisierte Jean-Pierre Farandou, Präsident von Keolis, am 29.11.16 in London am Rande eines Seminars über automatische Metros: "Die Regelungen sorgen für eine Trennung zwischen dem Infrastrukturbetreiber, RATP, und dem künftigen Betreiber der Züge. Dies ist einzigartig in der Welt und vor allem nicht mit dem ordnungsgemäßen Funktionieren einer automatischen Metro vereinbar, die ein umfassendes und integriertes System darstellt." Frédéric Baverez, Geschäftsführer von Keolis für Frankreich, ergänzte: "Zwischen dem Netzwerk und dem Betrieb passt kein Blatt Papier."
Und Jean-Pierre Farandou droht: "Wenn die Bedingungen der Ausschreibung nicht günstig sind, werden wir uns nicht im Beschwerdeverfahren engagieren, sondern einfach nicht teilnehmen".
Die RATP zeigte sich über das Vordringen des Konkurrenten "extrem überrascht", dass Keolis auf diese Weise "wenig Fairplay zur Änderung der Regeln" zeigt. "Jean-Pierre Farandou hat die Nerven, eine solche Aussage in London zu machen", heisst es dort in der Führungsetage. "In London wird Crossrail in genau der gleiche Organisation wie der Grand Paris Express durchgeführt, mit einer Trennung zwischen dem Betreiber und dem Infrastrukturbetreiber."
In dieser - wie sich Le Monde ausdrückt - "homerischen Schlacht" könnte der Verkehrs-verbund STIF sich noch auf die Seite von Keolis stellen. "Die Diskussionen zwischen dem STIF, der die Ausschreibung durchführen wird, dem Verkehrsministerium und der Société du Grand Paris sind im Gange." Offiziell soll "der künftige Betreiber für eine optimale Servicequalität sorgen, wofür er die notwendigen Werkzeuge erhält," inoffiziell hätte der STIF das "Gesetz anders formuliert" (WKZ, Quelle Le Monde, 02.12.16).

RechteckÖsterreich: Budgetbegleitgesetz im Bundesrat
Haushaltsthemen beschäftigten am 01.12.16 den Bundesrat, nachdem letzte Woche vom Nationalrat das Budget für 2017 beschlossen wurde. Konkret befasste sich die Länderkammer mit dem Budgetbegleitgesetz, das flankierende gesetzliche Maßnahmen zum Budget vorsieht, und einem Vorbelastungsgesetz zum Ausbau der Bahninfrastruktur bis 2022. Beide Gesetze passierten den Bundesrat mit SPÖ-ÖVP-Mehrheit. FPÖ und Grüne hingegen verweigerten die Zustimmung, sie bemängeln unter anderem fehlende Bahnausbau-Projekte im Osten Österreichs und die politische Entscheidung zur Übertragung des Winterpalais an das Finanzministerium.
Für den Bahnausbau werden dem Verkehrsminister in den Finanzjahren 2017 bis 2022 budgetäre Vorbelastungen im Umfang von insgesamt 42,766 Mrd. € zugestanden. 33,981 Mrd. € davon entstehen durch Investitionen bei der Umsetzung des Rahmenplans und 8,785 Mrd. € durch Zuschüsse für Instandhaltungsarbeiten. Der Bundesrat müsse über ein solch schwerwiegendes Gesetz entscheiden, ohne eine Auskunftsperson dazu befragen zu können, zeigten sich BundesrätInnen aller Parteien enttäuscht (Pressemeldung Parlamentsdirektion , 02.12.16).

RechteckPolen: DB Arriva geht in Warschau an den Start
DB Arriva hat am Donnerstag neue Busverkehre in der polnischen Hauptstadt Warschau aufgenommen. Im April 2016 hatte das Unternehmen nach offener Wettbewerbsausschreibung den Zuschlag für einen Achtjahres-Vertrag von der Verkehrsbehörde ZTM Warszawa erhalten. Die DB-Tochter für den Personenverkehr im Ausland fährt auf neun Linien in den beiden Innenstadtzonen des Warschauer Verkehrsverbundes. Die Busse legen dabei im Jahr rund vier Millionen Betriebskilometer zurück.
"Der osteuropäische Markt bietet für DB Arriva wichtiges Potenzial. Die neuen Verkehre in Warschau sind ein weiterer Baustein in unserer langfristigen Wachstumsstrategie in Europa", sagte Manfred Rudhart, Vorstandsvorsitzender von DB Arriva. In Osteuropa hatte DB Arriva zuletzt im Oktober 2016 den tschechischen Busbetreiber CSAD MHD Kladno aus dem Großraum Prag übernommen. Zum Fahrplanwechsel im kommenden Dezember weitet das Unternehmen außerdem seine Schienenverkehre in Tschechien erheblich aus.
Für den neuen Auftrag in Warschau hat DB Arriva 130 Busfahrer eingestellt und geschult. Diese steuern 54 neue Niederflurbusse des polnischen Herstellers Solaris vom Typ Urbino 12; darunter sind fünf Hybridfahrzeuge. Die Busse sind mit modernen Fahrgast-Informationssystemen ausgestattet, unter anderem mit besonders kontrastreichen elektronischen Displays im Außenbereich. Solaris-Busse fahren auch im deutschen Nahverkehr, unter anderem in Berlin und Frankfurt am Main.
DB Arriva ist mit rund 750 Bussen der zweitgrößte Busbetreiber in Polen und seit 2013 im Markt vertreten. In Nordpolen betreibt das Unternehmen auch Regionalverkehre auf der Schiene. Mehr als 1.400 Mitarbeiter arbeiten im Land für das Unternehmen.
DB Arriva ist die Tochter der Deutschen Bahn für den Personenverkehr im Ausland. Sie ist in 14 europäischen Ländern mit rund 60.000 Mitarbeitern aktiv und befördert mehr als 2,2 Milliarden Fahrgäste pro Jahr. Der Umsatz lag 2015 bei 4,8 Milliarden Euro. Neben Polen ist DB Arriva in Ost- und Südosteuropa auch in Kroatien, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn aktiv (Pressemeldung Deutsche Bahn, 02.12.16).

RechteckPolen/Ukraine: Bessere Verbindungen Ukraine - Polen geplant
Fährt bald ein Intercity der Ukrzyliznycja (UZ) bis nach Polen? 2017, voraussichtlich ab Januar, soll ein UZ-Zugpaar Kyïv – L’viv bis Przemyśl verlängert werden. Dies wurde bei einer Sitzung des Ausschusses für Verkehr der Werchowna Rada der Ukraine unter Beteiligung der Kommission Infrastruktur des Sejm von Polen diskutiert, die am 24.11.2016 in L‘viv stattfand.
Die Wahl fiel dabei auf das Zugpaar Intersiti+ 743/744, welches durch einen Elektroschnelltriebzug der Reihe HRCS2 (Hersteller: Hyundai) gefahren wird. Dieses kommt 22.23 Uhr in L’viv/Lemberg an und fährt morgens in Gegenrichtung um 6.19 Uhr nach Kyïv/Kiew ab. Bei dessen Verlängerung wäre die Ankunft bzw. Abfahrt sowie die Umsteigemöglichkeit auf einen Anschlusszug von/nach Richtung Kraków/Krakau und Wrocław/Breslau allerdings gegen 0 – 4 Uhr mitten in der Nacht. Zudem wäre das Umsteigen mit einem längeren Aufenthalt verbunden, was wenig erfreulich für internationale Reisende ist.
Bisher können die Reisenden die Nacht hier durchgehend im Schlafwagen verbringen, und zwar in Zug 51/52 L’viv – Wrocław („Lwów Express“, mit Kurswagen von/nach Warszawa/Warschau), dessen zeitliche Parallellage zum IC+ dann höchstwahrscheinlich seine Einstellung bedeuten würde.
Bereits zum 1.10.2016 wurde wegen abgelaufenen Wagenfristen das jeden zweiten Tag abwechselnd zum Breitspurzugpaar 51/52 verkehrende Normalspurzugpaar 35/36 eingestellt, welches in Mostys’ka-2 auf der SUW2000-Anlage binnen einer halben Stunde umgespurt wurde. Stattdessen fährt nun das Zugpaar 51/52 täglich, allerdings nur vorübergehend: Die grenzüberschreitende Verbindung gibt es ab dem Fahrplanwechsel am 11.12.2016 nur noch jeden zweiten Tag, je nach Monat entweder an geraden oder ungeraden Tagen, und die durchgehenden Wagen müssen durch Drehgestelltausch in Przemyśl nachts binnen zwei Stunden von Breit- auf Normalspur umgespurt werden.
Ähnlich verhält es sich an dem zweiten derzeit im Reiseverkehr genutzten ukrainisch-polnischen Grenzübergang Jahodyn (UA) – Dorohusk (PL). Momentan verkehrt hier täglich das Nachtzugpaar 67/68 Kyïv – Warszawa („Kiev Express“). Zum Fahrplanwechsel wird dessen bisher gemeinsame Führung mit dem Zugpaar 767/768 Kyïv – Kovel' aufgegeben, da dieses dann nur noch bis/ab Luc'k verkehren soll; zugleich wird der Warschauer Zug in Richtung Kiew um drei Stunden vorverlegt. Bedeutend schneller wird er jedoch trotz Auslassung des bisherigen Umweges über Luc'k und dem Entfall sämtlicher Unterwegshalte auf ukrainischem Gebiet nicht.
Gemäß den PKP-Fahrplandaten für 2017 ist offenbar geplant, dass ab dem 11.6.2017 auf dem polnischen Abschnitt in Tagesrandlage das normalspurige PKP-IC-Zugpaar „Zamoyski“ verkehrt, und östlich von Chełm in/aus Richtung Ukraine ein breitspuriges Anschlusszugpaar. Damit würde die Umspurprozedur entfallen und die Verbindung könnte beschleunigt werden.
Genauere Angaben zu den ukrainisch-polnischen Grenzzügen finden Sie in LOK Report 2/2017 (Hans-Jürgen Schulz, 02.12.16).

RechteckSchweiz: Neuer Bahnhof Zürich Oerlikon offiziell eingeweiht
Nach rund sieben Jahren Bauzeit haben Vertreter von SBB sowie Stadt und Kanton Zürich heute den neuen Bahnhof Zürich Oerlikon mit den neuen Unterführungen und der Quartierverbindung offiziell eingeweiht. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Zürich bietet der neue Bahnhof den Kunden vernetzte Mobilität und ein attraktives Dienstleistungs- und Einkaufsangebot. Die über 20 neuen Ladengeschäfte hatten bereits vor knapp zwei Wochen ihre Türen geöffnet und erleben bereits einen positiven Zulauf.
Der Bahnhof Zürich Oerlikon ist heute in Anwesenheit von Jürg Stöckli, Leiter SBB Immobilien, Regierungsrätin Carmen Walker Späh und Stadtrat Filippo Leutenegger offiziell der Bevölkerung und den Nutzern übergeben worden. Die umfangreichen Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten dauerten rund sieben Jahre. Das stark verbesserte S-Bahn-Angebot ging bereits vor einem Jahr mit der Eröffnung der Durchmesserlinie in Betrieb.
Mit rund 110'000 Reisenden, die sich tagtäglich durch den Bahnhof bewegen, ist Zürich Oerlikon ein bedeutender und vielfrequentierter Bahnhof in der Schweiz. Regierungsrätin Carmen Walker Späh strich in ihren Ausführungen die Bedeutung des Ausbaus für den gesamten Kanton Zürich hervor: «Der Bahnhof Zürich Oerlikon wurde stets als Kopf der Durchmesserlinie bezeichnet. Mit der heutigen Eröffnung setzen wir ein schönes Ausrufezeichen hinter dieses Generationenprojekt. Es war ein wichtiger und notwendiger Schritt, um die Zürcher S-Bahn als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in unserem Kanton zu stärken.» Walker Späh wünscht sich auch für zukünftige Projekte eine gute Zusammenarbeit zwischen Bund, Kanton und Stadt Zürich.
SBB Immobilien-Chef Jürg Stöckli betonte vor allem die bedeutende Entwicklung, die der Bahnhof Zürich Oerlikon durch den Ausbau erfahren hat: «Der Bahnhof hat sich zu einer intermodalen Mobilitätsdrehscheibe entwickelt. Jetzt haben die Bahnhofskundinnen und -kunden nicht nur einen bequemen und vernetzten Zugang zur Bahn und dem öffentlichen Nahverker, sondern gleichzeitig einen attraktiven Ort zum Ein-kaufen und Verweilen.»
Stadtrat Filippo Leutenegger lobte ebenfalls die ausgezeichnete Zusammenarbeit. In seiner Rede ging er auf die städtischen Bauwerke und deren Wichtigkeit für die Bevölkerung und die Unternehmen in Zürich Nord ein: «Der neue Bahnhof Zürich Oerlikon verbindet die Quartierteile Zentrum Oerlikon und Neu-Oerlikon. Er ist ausgebaut und gut an die Umgebung angebunden. Damit können in Zukunft auch markant mehr Menschen den Bahnhof sicher und effizient nutzen.»
Der neue Bahnhof Zürich Oerlikon präsentiert sich mit einem zeitgemässen, kundenorientierten und vernetzten Angebot. In der Personenunterführung Mitte erwartet die Reisenden ein neues Dienstleistungszentrum, u.a. das neue SBB Reisezentrum sowie verschiedene Einkaufsgeschäfte und Take-Aways. Parallel dazu errichtete die Stadt Zürich eine Quartierverbindung, welche Neu-Oerlikon und das Zentrum von Oerlikon näher zusammenbringt. Beide Unterführungen sind direkt miteinander verbunden. Die Personenunterführung im Osten bietet weitere Retail- und Dienstleistungsangebote und ist das Zugangstor nach Seebach und Leutschenbach. Dank Liften und Rampen ist der Zugang zu sämtlichen Zügen barrierefrei möglich. Die Perrons und Passagen sind grosszügig dimensioniert, damit auch der erwartete Zu-wachs an Reisenden bewältigt werden kann. Zudem sorgen begrünte Aussenräume, Tageslicht und gratis Wifi für eine hohe Aufenthaltsqualität.
Mit dem erneuerten Bahnhofplatz Süd, den gut erreichbaren Tram- und Bushaltestellen, dem neuen Max-Frisch-Platz, einer Mobility-Station und zwei Veloparkanlagen mit rund 800 Stellplätzen hat sich der Bahnhof Zürich Oerlikon zu einer intermodalen Mobilitätsdrehscheibe entwickelt.
Das Bahnhofsgebäude befindet sich noch im Umbau. Dort werden voraussichtlich Ende 2017 im Erdgeschoss ein Ladenlokal sowie ein Gastrobetrieb öffnen. Die oberen Etagen werden die Mieter der Geschäfte im Bahnhof als Personal- und Diensträume für ihre Mitarbeitenden nutzen.
Für die Ausbau- und Modernisierungsarbeiten des Bahnhofs Zürich Oerlikon investierte SBB Immobilien rund 45 Millionen Franken und die Stadt Zürich rund 150 Millionen Franken. Die Ausbauten im Rahmen der Durchmesserlinie kosteten rund 490 Millionen Franken.
Mit einem dreitägigen Fest vom Donnerstag 1. bis Samstag 3. Dezember 2016 feiert die SBB gemeinsam mit Mietern, Partnern und der Bevölkerung die Eröffnung des neuen Bahnhofs Zürich Oerlikon. Am Donnerstagmorgen werden die Pendler mit einem «Guten-Morgen-Gruss» erfreut. Die Eröffnungsparty «Afterwork» lädt am Donnerstag ab 16 Uhr Pendler und Passanten zum Verweilen ein. Am Freitag bieten die Mieter der neuen Shops in den beiden Unterführungen verschiedene Sonderangebote. Den Höhepunkt bildet das Eröffnungsfest für die lokale Bevölkerung am Samstag, 3. Dezember, mit Musikbands, Kinderunterhaltung, Führungen, Lesung mit Franz Hohler, Gastronomie sowie Ständen der Quartiervereine und der Stadt Zürich. Alle Informationen zum Fest unter www.sbb.ch/oerlikon (Pressemeldung SBB, 02.12.16).

RechteckSpanien: AVE nach Granada für Herbst 2017 bestätigt
Das spanische Entwicklungsministerium hat nach der Wiederaufnahme der Arbeiten an der Hochgeschwindigkeitsstrecke Antequera - Granada im Raum Loja im vergangenen Oktober den Termin Herbst 2017 für den AVE-Anschluss nach Granada bestätigt. Dies zeige die "verbindliche Vereinbarung der Regierung mit der Stadt", hieß es in einer Verlautbarung des Ministeriums. Die Bauarbeiten in den fünf Abschnitten laufen derzeit "weiter nach Plan".
Der AVE wird eine Zeitersparnis von fast 1,5 Stunden gegenüber den derzeit benötigten 3 Stunden zwischen Madrid und Granada bringen. Nach Barcelona wird ​​die geschätzte Fahrzeit 6 Stunden und 20 Minuten betragen, mehr als fünf Stunden weniger als der Hotelzug im Sommer 2015 benötigte. Sevilla wird in etwa zwei statt der aktuellen drei Stunden erreicht werden. Darüber hinaus wird eine direkte Verbindung nach Málaga entstehen.
Als Ergebnis wird erwartet, dass die Zahl von 1,2 Mio. Passagieren zu oder von der Stadt Granada erreicht wird, im Vergleich zu 650.000 im Jahr 2014 (WKZ, Quelle Granada Hoy, 02.12.16).

RechteckSpanien: Operación Chamartín soll wiederbelebt werden
Der spanische Entwicklungsminister Íñigo de la Serna hat sich am 30.11.16 mit der Bürgermeisterin von Madrid, Manuela Carmena, getroffen, um eine Wiederbelebung der Diskussion um das Stadtentwicklungsgebiet Chamartin zu erreichen (Operación Chamartín). Dazu soll eine Kommission gebildet werden, um die Interessen aller Beteiligten (Ministerium für Entwicklung, Stadt Madrid, Gemeinde Madrid, ADIF, Distrikt Castellana Norte, Inhaber) in einen Konsens zu bringen.
In das Entwicklungsgebiet fällt auch der zu 90% fertiggestellte Túnel de la risa zwischen den Madrider Bahnhöfen Chamartin und Atocha, der das nördliche AVE-Netz (Madrid - Galizien/Asturien/Baskenland) mit dem südlichen (Sevilla - Madrid - Barcelona/Valencia) verbinden soll (WKZ, Quelle Entwicklungsministerium, 02.12.16).

Probeabo


Probeabo nur 10 Euro
Probeabo:
3 Hefte nur 10 Euro


Specials


Fotoerlaubnis D


Fotoerlaubnis UK


Aktuelle Angebote


Bahnbetriebswerk Pasewalk

Mit der Straßenbahn
durch das
Berlin der 60er Jahre


LOK Report Reiseführer

Europa Reiseführer 2016/2017